Wie lassen sich Kuhlen in der Matratze verhindern?

Eigentlich soll Deine Matratze sich perfekt Deinem Rücken anpassen. Die Oberfläche ist stabil aber dennoch flexibel. Legst Du Dich auf die Matratze, gibt sie punktelastisch nach. Dies bedeutet, dass sich nur der Bereich verformt, bei welchem die Belastung auftritt.

Es kann jedoch dazu kommen, dass die Oberfläche der Matratze nicht mehr optimal auf Deinen Körper reagiert. Manche Stellen fühlen sich härter an und sinken womöglich sichtbar ein. Eine solche Kuhlenbildung sollte bei hochwertigen Matratzen erst nach etwa einem Jahrzehnt des Gebrauchs auftreten. Normalerweise sind die modernen Modelle so gestaltet, dass sie durchaus ein hohes Gewicht für viele Jahre aushalten und der Belastung standhalten.

Möchtest Du Deine Matratze länger nutzen und angenehm schlafen, solltest Du diese pfleglich behandeln. In diesem Artikel erfährst Du, wie sich die Kuhlen in der Matratze verhindern lassen und welche Ursachen es gibt.

Wodurch entstehen Kuhlen in der Matratze?

Im Normalfall sollte die Matratze flexibel auf Deinen Körper reagieren. Je nachdem ob es sich um eine Federkernmatratze oder eine Kaltschaummatratze handelt, geben entweder die Federn oder der Schaumstoff präzise nach. Die hohe Flexibilität des Materials ist gewollt und notwendig, damit Dein Rücken eine entsprechende Entlastung erfährt.

Mit der Zeit verlieren die Federn oder der Schaumstoff jedoch an Rückstellkraft[1]. Sie gehen nicht mehr komplett in die Ausgangsform zurück, sondern bleiben förmlich auf dem halben Weg stehen. Streichst Du mit der Hand über die Matratze lässt sich diese Kuhle deutlich ertasten.

Lebensdauer der Matratze

Hochwertige Matratzen sollten bei guter Pflege gut 8 Jahre halten, ohne dass Kuhlen oder andere Verschleißerscheinungen auftreten. Eine Nutzungsdauer von mehr als 10 Jahren ist für moderne Matratzen gut möglich.

Hast Du Dich für eine hochwertige Matratze entschieden, sollte solch ein Mangel erst nach 8 Jahren auftreten. Dann wird es an der Zeit die Matratze zu entsorgen und sich für ein neues Modell zu entscheiden. Es könnte aber auch sein, dass die Kuhlen deutlich früher auftreten.

Ein Grund könnte sein, dass die Belastung sehr einseitig stattfindet. Schläfst Du etwa immer in derselben Schlafposition und bewegst Dich kaum, werden die immer gleichen Bereiche stark beansprucht. Dadurch könnten die Verformungen entstehen.

Es könnte aber auch sein, dass die Matratze nicht den Qualitätsansprüchen genügt. Der Preis ist hierbei nicht entscheidend, sondern wie hochwertig die Verarbeitung und das Material sind. Hast Du Dich für eine Schaumstoffmatratze mit einem niedrigen Raumgewicht entschieden, ist deutlich früher mit der Kuhlenbildung zu rechnen.

Wie verhinderst Du die Kuhlenbildung?

Die Kuhlenbildung ist eine typische Gebrauchsspur für ältere Matratzen. Sie lassen sich kaum komplett verhindern und werden nach rund 10 Jahren auf wahrscheinlich jeder Matratze vorzufinden sein. Mit dem richtigen Umgang lassen sie sich aber zumindest hinauszögern. Befolge diese Tipps, damit Du lange Freude an Deiner Matratze hast und nicht mit den Kuhlen Vorlieb nehmen musst.

Auf die Qualität achten

Der wichtigste Faktor, damit sich keine Kuhlen bilden, ist die Qualität der Matratze. Das Material sollte auch nach Jahren der Nutzung in die Ausgangsstellung zurückgehen.

Bei einer Federkernmatratze ist die Anzahl der Federn ein wichtiger Qualitätsfaktor. Entscheidest Du Dich für eine Bonellfederkernmatratze, wird diese eher Kuhlen aufweisen. Sie ist mit weniger Federn ausgestattet, welche Dein Körpergewicht zwar über die Verdrahtung gemeinsam aufnehmen, aber dennoch einer hohen Belastung ausgesetzt sind.

Qualitätsmerkmale

Bei Federkernmatratzen solltest Du auf eine höhere Anzahl an Federn sowie deren Stabilität achten. Ein hohes Raumgewicht spricht bei Schaumstoffmatratzen dafür, dass diese möglichst lange von der Kuhlenbildung verschont bleiben.

Eine hochwertige Federkernmatratze sollte mindestens 500 Federn pro m2 besitzen. Bei einer Matratze der Größe 200x200cm sind also wenigstens 2.000 Federn erforderlich, um Dein Gewicht aufzunehmen. Je mehr Federn vorhanden sind, desto besser verteilt sich die Belastung und es kommt weniger zur Bildung von Kuhlen.

Bei Schaumstoffmatratzen ist vor allem das Raumgewicht ausschlaggebend. Dieses gibt an, wie dicht der Schaumstoff ist. Hier sollte ein Raumgewicht von mindestens 40kg/m³ vorhanden sein. Dies gilt für alle Matratzen aus einem Schaumstoff, wie zum Beispiel der Memory Schaum Matratze.

Regelmäßiges Drehen und Lüften der Matratze

Während des Schlafes ist die Matratze einigen Belastungen ausgesetzt. Neben dem Körpergewicht beeinflusst auch der Schweiß[2] deutlich den Schlafkomfort. Ist die Matratze am Morgen feucht, kann dies langfristig zu Schäden im Schaumstoff führen.

Daher solltest Du darauf achten möglichst wenig zu schwitzen. Achte auf eine kühlere Schlafumgebung und eine höhere Atmungsaktivität der Matratze sowie Bettwäsche. Lüfte die Matratze zudem an der frischen Luft aus oder stelle sie zumindest im Schlafzimmer auf. Auf diese Weise entweicht die Feuchtigkeit besser und die Matratze wird geschützt.

Besteht die Matratze nur aus einer einzelnen Lage, lässt sich diese meist problemlos wenden. Dies ist nützlich, damit nicht eine Seite übermäßig abgenutzt wird. Beide Seiten weisen einen gleichmäßigen Verschleiß auf, sodass Kuhlen nicht in Erscheinung treten.

Der passende Lattenrost

Lattenrost - Kuhlen
Ein hochwertiger Lattenrost entlastet die Matratze

Besitzt Du ein klassisches Bett mit einem Lattenrost ist dieser ebenfalls dafür entscheidend, wie sich die Matratze im Verlauf des Gebrauchs verändert. Wichtig ist hierbei, dass der Abstand der einzelnen Latten zueinander nicht zu groß ist. Er sollte nicht mehr als drei bis vier Zentimeter betragen.

Je weiter die einzelnen Latten voneinander entfernt liegen, desto geringer ist die Fläche, die das Gewicht aufnimmt. Eine vorzeitige Kuhlenbildung ist damit vorprogrammiert.

Für einen weniger stabilen Lattenrost bietet sich die Verwendung von robusten Matratzen an. Du kannst Dich zum Beispiel für eine Naturmatratze entscheiden, welche aus einem Latex besteht und deutlich widerstandsfähiger ist. Diese wird sich auch nach vielen Jahren des intensiven Gebrauchs nicht abgelegen anfühlen.

Topper verwenden

Bei Boxspringbetten gehört der Topper als fester Bestandteil zum Aufbau dazu. Als zusätzliche Auflage besteht er aus einem weichen Schaumstoff, welcher sich präzise Deinem Rücken anpasst. In dieser Funktion erhöht er nicht nur den Komfort, sondern schützt die Matratze.

Besserer Komfort

Der Topper schützt nicht nur die Matratze, sondern gewährt einen höheren Komfort. Er passt sich optimal Deinem Rücken an und gewährt eine effektive Entlastung.

Ähnlich wie eine Matratzenauflage schützt er die Matratze vor Deinem kompletten Körpergewicht. Die Matratze muss nur noch den Topper aufnehmen und sich dadurch weniger stark verformen. Die Federn oder der Schaumstoff werden weniger stark beansprucht. Die Kuhlenbildung geht deutlich zurück, sodass Du für längere Zeit auf einer komfortablen Matratze schläfst.

Ohne Kuhlen besser schlafen

Kuhlen in der Matratze sehen nicht nur unschön aus, sie sorgen auch für Rückenschmerzen. Die Matratze ist nicht mehr in der Lage Dein Körpergewicht perfekt aufzunehmen. Es treten Verspannungen und langfristig Schmerzen auf, da die Wirbelsäule keine optimale Unterstützung mehr erfährt.

Durch die Wahl einer hochwertigen Matratze und mit dem richtigen Umgang lassen sich die Kuhlen effektiv verhindern. Damit wirst Du mindestens 8 Jahre Freude an der Matratze haben und diese den höchsten Schlafkomfort aufweisen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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