Ratgeber7 Tipps gegen nächtliche Asthma Attacken

7 Tipps gegen nächtliche Asthma Attacken

Wenn auch Sie unter der chronische Atemwegserkrankung Asthma leiden, dann haben Sie sicher festgestellt, dass sich die Symptome nachts oftmals noch verschlimmern. Sie sind nicht alleine, denn rund 75% aller Betroffenen leiden ebenfalls unter nächtlichen Asthma Attacken.

Wir wollen diesem Phänomen auf den Grund gehen, die Ursachen und Symptome aufzeigen und Ihnen vor allem aber Tipps geben, wie Sie diese nächtlichen Asthma Attacken in den Griff bekommen können.

Ursachen und Symptome nächtlicher Asthma Attacken

Viele Menschen spüren nachts ein Keuchen, ein Engegefühl der Brust und leiden unter Kurzatmigkeit und Husten. Ein gesunder Schlaf ist somit nicht möglich und die allgemeine Lebensqualität leidet darunter.

Auch wenn die Ursachen immer noch nicht ausreichend erforscht und belegt sind, gibt es dennoch viele Beobachtungen. Zu den vermuteten Ursachen gehören demnach:

  • Nachts verändert sich der Hormonhaushalt, was zu einer natürlichen Verengung der Atemwege führt. Das wiederum lässt Asthmaiker noch schlechter atmen.
  • Schleim aus den Nasennebenhöhlen fließt nachts ab und verursacht zusätzliche Probleme beim Atmen.
  • Je nachdem wie man liegt, werden die Atemwege behindert und ein gesundes Atmen ist nicht möglich.
  • Wenn Betroffene nachts kalte Luft einatmen (Frische Luft von außen im Winter oder Klimaanlage) kühlen und trocknen die Atemwege leicht aus, wodurch das Atmen weiter erschwert wird.
  • Bei Patienten, die zudem unter Sodbrennen leiden, kann im Liegen Magensäure bis in den Rachen gelangen und die Atemwege zusätzlich reizen.
  • Hausstaubmilben leben auf der Matratze. Beim Schlafen ist man dieser naturgemäß für längere Zeit sehr nah.
  • Alleine durch die Anziehungskraft werden die Lungen beim Liegen aufeinander gedrückt und erschweren das Atmen.

Unsere ultimativen 7 Tipps gegen nächtliche Asthma Attacken

Nun, da wir mehr über die Ursachen und die Symptome wissen, können wir gezielt vorgehen und die Voraussetzungen für einen guten Schlaf schaffen.

#1 Eliminieren Sie weitestgehend alle allergenen Stoffe

Auslöser von Asthma Attacken sind immer wieder auch Allergene. Versuchen Sie diese weitestgehend in Ihrem Schlafzimmer zu vermeiden. Die Nutzung eines Luftreinigers hilft, Allergene in der Luft zu reduzieren.

Das häufige Wechseln und Waschen der Bettwäsche bei möglichst hohen Temperaturen gibt Hausstaubmilben wenig günstige Lebensbedingungen. Auch spezielle Folien, mit denen man die Matratze einpacken kann, helfen bei der Eindämmung von Milben. Und leider müssen Mieze und Bello draußen bleiben, denn Tiere haben im Schlafzimmer nichts zu suchen.

#2 Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf

Es kann bereits viel helfen, wenn Sie dafür sorgen, dass Ihr Kopf, der Nacken und die Schultern etwas erhöht liegen. Hierfür gibt es einerseits spezielle Keile, die man auf die Matratze legen kann und so automatisch mit dem Oberkörper höher liegt oder aber sie nutzen einfach ein extra Kopfkissen.

#3 Schlafen Sie auf der linken Seite

Wenn Sie ein Seitenschläfer sind, ist das Schlafen auf der linken Seite vorteilhafter, als auf der rechten. Dies hängt mit der Anatomie des Magens und der Speiseröhre zusammen. Insbesondere, wenn Sie außerdem unter Sodbrennen leiden, ist das Schlafen auf der linken Seite sehr zu empfehlen. Wenn Sie sich darüber hinaus ein großes Kissen zwischen die Beine klemmen, wird Ihre Schlafposition noch gesünder sein, da die Wirbelsäule entspannter ist.

#4 Ein Glas warmes Wasser mit Honig und/oder Zimt trinken

Wenn Sie vor dem Zubettgehen ein Glas warmes Wasser mit drei Teelöffeln Honig und ein wenig Zimt trinken, wird die Speichelproduktion erhöht. Dadurch trocknet ihr Rachen nicht so leicht aus und ein möglicher Hustenreiz wird reduziert. Außerdem wirkt Honig entzündungshemmend.

#5 Haben Sie Ihre Asthma Medikamente immer griffbereit

Besonders wichtig ist es, dass Sie einen Inhalator wie zum Beispiel den Salbuhexal® N Inhalator, immer griffbereit auf dem Nachtisch haben. Wenn es zu einem Anfall kommt, müssen Sie entsprechend vorbereitet sein. Nächtliche Anfälle können sehr intensiv und damit auch sehr gefährlich sein.

Sollten Sie Ihren Inhalator mal nicht in der Nähe haben und eine Asthma Attacke bekommen, setzen Sie sich sofort aufrecht hin, bleiben Sie ruhig und atmen Sie tief ein. Stress und Panik wird die Symptome nur noch verschlimmern.

#6 Lassen Sie die Fenster im Winter geschlossen

Mal abgesehen von möglichen Allergenen, die durch ein offenes Fenster leichter ins Schlafzimmer gelangen können, sollten Sie auch zu kühle Luft meiden. Gerade im Winter ist eher ein wenig Heizung gefragt, als zu kalte Atemluft. Sie können tagsüber lüften, dann den Luftreiniger und vor dem Zubettgehen die Heizung auf niedriger Stufe einschalten. Auf diese Weise schaffen Sie die perfekten Voraussetzungen für einen geruhsamen Schlaf.

#7 Verwenden Sie kein Melatonin

Melatonin hilft vielen Menschen beim Einschlafen. Einer Studie zufolge, die im American Journal of Physiology veröffentlicht wurde, kann Melatonin zu einer Verengung der Bronchien führen, die Muskeln ziehen sich zusammen und erschweren so das Atmen. Für Asthmatiker es Melatonin demnach nicht geeignet.

Fazit

Auch wenn man durch einzelne Maßnahmen natürlich die Symptome nächtlicher Asthma Attacken nicht vollständig eindämmen kann, so wird die Summe der Maßnahmen Ihnen jedoch zu einem besseren Schlaf verhelfen und für weniger Attacken sorgen.

Und übrigens: Menschen mit Asthma haben ein erhöhtes Risiko auch an Schlafapnoe zu leiden. Die dadurch auftretenden Atemaussetzer während des Schlafens können die andere Symptome des Asthmas intensivieren. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Hausarzt untersuchen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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