RatgeberWarum zucken wir beim Einschlafen und ist es gefährlich?

Warum zucken wir beim Einschlafen und ist es gefährlich?

Während des Einschlafens kann es dazu kommen, dass Dein Körper völlig unwillkürlich zuckt. Im ersten Moment kann dies beängstigend sein und Du kannst Dir nicht erklären, weshalb diese Zuckungen auftreten.

Es wird angenommen, dass ein Großteil der Bevölkerung dieses Phänomen erlebt. Rund 70% der Bevölkerung nehmen die Zuckungen regelmäßig wahr.

Die gute Nachricht ist, dass es sich nicht um eine gesundheitliche Gefahr handelt. Die Einschlafzuckungen sind unbedenklich und höchstens in dem Moment etwas unangenehm. Doch weshalb tritt das Zucken auf und welche Faktoren begünstigen es?

Weshalb tritt das Zucken auf?

Das Einschlafen stellt für Deinen Körper und Geist eine Phase dar, in welcher sie sich entspannen und den Stress des Tages verlieren. Während des Tages stehst Du womöglich unter einer ständigen Anspannung. Insbesondere der Beruf verlangt einiges von Dir und führt dazu, dass Du kaum zur Ruhe kommst.

Am Abend besteht endlich die Möglichkeit sich von diesem Stress zu erholen. Du gehst ins Bett, schließt die Augen und merkst, wie Dein Körper innerlich runterfährt. Dazu gehört, dass die Atmung sich verlangsamt und die Muskeln weniger angespannt[1] sind.

Dieser Vorgang benötigt etwas Zeit. Du schläfst sicherlich nicht von einer Minute auf die andere ein, sondern bist noch etwas wach. Das Verhältnis aus Schlafdauer und Zeit im Bett wird als Schlafeffizienz beschrieben. Schläfst Du für insgesamt 8 Stunden, ist eine Einschlafdauer von 30 Minuten vollkommen normal.

Zucken beim Einschlafen - Hirnareale
Während des Einschlafens sind bestimmte Gehirnareale unterschiedlich aktiv, sodass eine Überreaktion des Bewegungsareals zum Zucken führen kann

Während dieser Zeit schaltet der Körper langsam seine Funktionen runter und geht in den Schlaf über. Die Muskulatur sowie bestimmte Gehirnbereiche benötigen dafür jedoch etwas länger. Die Region, die für die Bewegungen verantwortlich ist, kann daher in manchen Fällen eine Überreaktion auslösen. Die Muskulatur ist damit überfordert und der Körper zuckt.

Eine weitere Theorie besagt, dass durch das Zucken kurzzeitig der Körper zum Aufwachen gebracht werden soll. Kurz vor dem Schlafengehen soll auf diese Weise nochmals der Schlafplatz auf Gefahren untersucht werden. Ein wissenschaftlicher Beleg für diese Theorie lässt sich allerdings nicht finden.

Ist das Zucken beim Einschlafen gefährlich?

Das Zucken könnte Dich verunsichern. Mitunter ist die Reaktion der Muskulatur so intensiv, dass Du fast aufrecht im Bett liegst und Dich fühlst, als hätte Dich gerade jemand erschreckt.

Doch die hohe Anzahl an Personen, die selber das Zucken erfahren, deutet bereits an, dass keine Gefahr davon ausgeht. Es handelt sich um einen natürlichen Vorgang des Körpers, welcher unregelmäßig auftritt.

Vom Zucken geht keine Gefahr aus. Kommt es jedoch sehr häufig vor, kann es das Einschlafen erschweren. Stört das Zucken Deinen Schlaf, geht dies mit den typischen Symptomen des Schlafmangels einher. Dann fühlst Du Dich am nächsten Morgen müde und bist weniger leistungsfähig.

Dann lohnt es sich die folgenden Faktoren zu berücksichtigen, die zum häufigeren Zucken führen. Mit einem allgemein gesünderen Lebensstil wird das Zucken nur noch selten vorkommen und Dein Schlaf davon profitieren.

Wodurch wird das Zucken begünstigt?

Das Zucken ist an sich zwar nicht gefährlich, doch fühlt es sich unangenehm an und stört Deinen Schlaf. Die folgenden Risikofaktoren begünstigen das Zucken beim Einschlafen.

Stress

In Hinblick auf die Schlafqualität besitzt der Stress einen hohen Einfluss. Er führt zu Problemen beim Einschlafen, Du wachst öfter auf und die Erholung ist wesentlich geringer. Die geistige Anspannung lässt Dich auch im Schlaf nicht los.

Es wird auch davon ausgegangen, dass der Stress häufiger zum Zucken führt. Entspanne Dich vor dem Einschlafen, meditiere oder höhere ruhige Musik. Indem Du Dir mehr Zeit für Dich nimmst und den Dauerstress loslässt, wird auch das Zucken zurückgehen.

Koffein und Nikotin
Nikotin und Alkohol - Zucken beim Einschlafen
Nikotin und Alkohol begünstigen das Zucken

Das Zucken ist keinesfalls ein modernes Phänomen. Bereits im Jahr 1959 war es Bestandteil einer wissenschaftlichen Untersuchung. Der Schlafforscher Ian Oswald hat in seiner Studie „Sudden Bodily Jerks on falling asleep[2]“ herausgefunden, dass stimulierende Substanzen wie Koffein und Nikotin zu einem häufigeren Zucken führen. Er führt dies auf eine erhöhte Hirnaktivität während der Einschlafphase zurück. Koffein und Nikotin besitzen eine anregende Wirkung auf das Gehirn, sodass das Zucken öfter auftritt.

Sport am Abend

Die sportliche Aktivität gilt eigentlich als förderlich für die Gesundheit. Übst Du sehr intensiven Sport am Abend aus, ist dies für den Schlaf nicht immer positiv. Denn die große körperliche Anstrengung führt zu Stress und versetzt das Gehirn in einen Wachzustand. Die notwendige Ruhe tritt nicht ein und das Einschlafen fällt schwerer.

Gleichermaßen steht auch die Muskulatur unter größerer Spannung. Zusammen mit der höheren Hirnaktivität führt dies eher dazu, dass die Muskeln vor dem Einschlafen noch kurz zucken können.

Unzureichende Schlafhygiene

Gehst Du zu sehr unregelmäßigen Zeiten schlafen, isst Du am Abend eine fettige Mahlzeit oder nutzt das Smartphone im Bett, um schnell noch Arbeits-Emails zu beantworten?

Die Abendruhe sollte eine Phase sein, in der Du Dich ganz der Entspannung und dem Tagesausklang widmest. Das Schlafzimmer sollte daher nicht als Arbeitsplatz genutzt werden und das Bett ist allein dem Schlaf vorbehalten. Befolge eine gründliche Schlafhygiene, um besser und mit weniger Zuckungen einzuschlafen.

Lässt sich das Zucken verhindern?

Das Zucken ist kein gesundheitliches Risiko. Tritt es zu häufig auf, könnte es jedoch eine Belastung für Dich darstellen. Daher könnte das Verlangen bestehen, das Zucken komplett zu verhindern.

Zu unterscheiden ist das muskuläre Zucken beim Einschlafen, von ähnlichem Verhalten während des Tages. Das Restless-Legs-Syndrom[3] beschreibt einen ständigen Bewegungsdrang und Wippen der Beine. Um dieses Verhalten abzuschwächen, stehen Medikamente zur Verfügung, die das Syndrom lindern. Hierfür werden L-Dopa und Dopamin-Agonisten angewandt. Die Nebenwirkungen sind jedoch nicht zu verachten und können zu Schlafstörungen führen. Also genau dem Gegenteil, was eigentlich erreicht werden soll.

Für die Einschlafzuckungen erweisen sich diese Medikamente ohnehin nicht als wirkungsvoll. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.

Indem Du die hier beschriebenen Risikofaktoren berücksichtigst und einen gesünderen Lebensstil pflegst, werden die Zuckungen weniger. Ganz verhindern lassen sich diese allerdings nicht.

Das Zucken vor dem Einschlafen

Zuckt Deine Muskulatur vor dem Einschlafen, ist dies vielleicht störend, aber nicht gefährlich. Ein Großteil der Bevölkerung kennt dieses Phänomen. Verantwortlich ist ein ungleichmäßiges „Abschalten“ der Körper- und Hirnfunktionen. Eine plötzliche Überstimulation des Bewegungsareales im Gehirn versetzt die Muskulatur unkontrolliert in Bewegung. Dies mag zwar unangenehm sein, doch Du musst Dir keine Angst machen.

Reduziere den Stress und vermeide Koffein sowie Nikotin, damit das Zucken weniger häufig auftritt. Ansonsten musst Du Dich aber einfach daran gewöhnen und ein gesünderes Schlafverhalten anstreben.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
Leidest Du auch unter Schlafproblemen? Lerne, wie Du Dein Schlafverhalten verbesserst und eine ganz neue Lebensqualität erfährst. Egal ob Du Allergiker bist oder Deinen Schlaf optimieren möchtest. Auf Schlafenguru.de präsentiere ich Dir alles, was Du zum Thema Schlaf wissen musst. Ob Schlafverhalten oder das Finden der passenden Matratze. Gehe mit neuer Energie durch den Tag.

Das könnte Dir auch gefallen