RatgeberTierschlafWie viel Schlaf braucht Dein Hund?

Wie viel Schlaf braucht Dein Hund?

Der Schlaf ist für Menschen überlebenswichtig. Ein Schlafmangel führt nicht nur zu einer erhöhten Müdigkeit, er fördert auch das Krankheitsrisiko und verkürzt die Lebenserwartung. Insbesondere in den ersten Lebensjahren verbringen Menschen viel Zeit mit dem Schlafen.

Doch wie sieht es eigentlich bei Deinem Hund aus? Liegt dieser die meiste Zeit in seinem Körbchen und Du bist Dir unsicher, ob er zu viel schläft?

Dann erfahre in diesem Ratgeber, wie viel Schlaf ein Hund benötigt.

Gewöhnliche Schlafdauer

Hunde und Katzen[1] sind sich im Verhalten und der Lebensweise ähnlicher, als Du es auf den ersten Blick vermuten würdest. Beide Haustiere benötigen viel Schlaf, um sich zu erholen und die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Katzen sind jedoch wesentlich selbstständiger. Sind sie müde, drücken sie dies deutlich aus. Sie ziehen sich an ihren Ruheort zurück und finden dort in den Schlaf.

Hunde hingegen sind weniger unabhängig. Sie reagieren entweder auf die Anweisungen des menschlichen Freundes oder vergessen regelrecht Ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Befinden Sie sich gerade im Spiel, könnten sie dieses stundenlang durchführen, bis sie irgendwann vor Erschöpfung aufgeben.

Daher ist es wichtig zu erkennen, wann Dein Hund müde ist. Wirkt er immer antriebsloser und äußert deutlich seine Erschöpfung[2], dann beende lieber das Spiel. Selbst wenn Dein Hund noch gerne weitermachen würde, solltest Du ihm den Raum zur Pause geben.

Dies ist wichtig, denn Hunde verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Schlafen. In der Regel schlafen Hunde zwischen 17 und 20 Stunden am Tag. Dies ist abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand. Welpen und kranke Hunde können es gar auf eine Schlafdauer von bis zu 22 Stunden[3] bringen. Sie wachen eigentlich nur auf, um sich zu erleichtern und zu fressen. Die restliche Zeit wird gefaulenzt und sich ausgeruht.

Welpe - Schlafdauer
Für Welpen ist selbst eine Schlafdauer von bis zu 22 Stunden am Tag nichts Ungewöhnliches

Welpen besitzen in den wenigen Stunden, in denen Sie wach sind, eine hohe Energie. Sie erkunden aufgeregt die Umwelt und saugen die Eindrücke förmlich auf. Im Schlaf werden diese verarbeitet und die Entwicklung vorangetrieben.

Kleinere Hunde benötigen im Durchschnitt etwas weniger Schlaf als die größeren Vierbeiner. Sie können auch mit 14 Stunden der Ruhe auskommen.

Wie ruhen sich Hunde noch aus?

Wenn eine Zeitdauer von bis zu 20 Stunden erwähnt wird, dann ist dies nicht rein auf den Schlaf bezogen. Hunde verbringen die Ruhephasen auf andere Weise, um Ihre Energie zurückzugewinnen.

Ähnlich wie der Mensch, genießt auch der Hund es, sich einfach auf der Couch oder dem Hundebett bequem zu machen und sich dort auszuruhen. Die Augen sind geöffnet und er betrachtet die Umgebung. Ist er dabei entspannt, sollte er in Ruhe gelassen werden. Das Spielen kann zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden und der tierische Freund sollte die Pause genießen dürfen.

Hat der Hund seine Augen geschlossen, muss dies nicht bedeuten, dass er tatsächlich am Schlafen ist. Es könnte sein, dass er nur vor sich hin döst und sich eine Auszeit nimmt. Dass er noch wach ist, erkennst Du an den Bewegungen der Ohren und Nase. Diese reagieren sehr feinfühlig auf jedes Geräusch oder andere Eindrücke. In diesem Zustand ruht sich Dein Hund aus, fühlt sich aber dennoch mit der Umgebung verbunden.

Wirklich im Tiefschlaf befinden sich Hunde nur für einen geringen Zeitanteil. Rund 20 Prozent der Ruhephasen sind die Vierbeiner im Land der Träume und bekommen von der Umwelt nichts mehr mit. Der Tiefschlaf ist für Hunde ähnlich wichtig, wie für Menschen. In dieser Zeit regeneriert sich der Körper und das Gehirn verarbeitet die Erfahrungen des Tages.

Waren die vorhergehenden Stunden reichlich aufregend, wird es Deinem Hund schwerfallen einzuschlafen. Der Schlaf könnte gestört sein. Ebenso könnte ein Bewegungsmangel zum fehlenden Schlaf führen. Ist Dein Hund nicht ausgelastet, geht er nicht in die Schlafphase über.

Folgen des Schlafmangels

Ein Schlafmangel hat auch bei Hunden ernste Konsequenzen und sollte nicht unterschätzt werden. Doch wie äußert sich der fehlende Schlaf beim Hund[4]?

Beim Menschen wirkt sich der Schlafmangel auf verschiedenen Ebenen aus. Wie genau sich der Mangel äußert, wird individuell wahrgenommen. Hunde reagieren jedoch recht ähnlich und scheinen beim Schlafmangel bestimmte Phasen nacheinander zu durchlaufen.

Zu Beginn äußert sich der Schlafmangel in einem überdrehten Eindruck des Hundes. Er kommt kaum zur Ruhe und schafft es nicht sich zu beruhigen.

In der zweiten Phase sind körperliche und mentale Einschränkungen zu erleben. Die Konzentration ist beeinträchtigt und es fällt deutlich schwerer Kommandos zu befolgen. Auch die motorischen Fähigkeiten leiden und er wird zunächst als „tollpatschiger“ wahrgenommen. In Wahrheit könnte dies ein Ausdruck des Schlafmangels sein.

Besteht der Schlafentzug fort, verändert sich auch das Wesen. Der Hund wird nervöser, gereizter und aggressiver. Er reagiert nicht mehr souverän, sondern weniger selbstbewusst.

Hund - Schlafmangel
Ein Schlafmangel führt beim Hund zu einem aggressiven Verhalten und chronischen Erkrankungen

Der anhaltende Schlafmangel führt schließlich zu Erkrankungen, die im schlimmsten Fall chronisch sein können. Die Verhaltensweise wird deutlich aggressiver und es wird deutlich, dass es dem Hund nicht gut geht.

Fördere den Schlaf Deines Hundes

Ein Schlafmangel des Hundes besitzt ernste Folgen. Dennoch sind Hunde nicht immer in der Lage sich die Ruhe zu holen, die Sie benötigen. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, optimale Schlafbedingungen zu schaffen und auf die Bedürfnisse des Hundes einzugehen.

Zur Ruhe kommen

Welpen würden gerne die wenigen Wachphasen nur mit dem Spielen oder Herumtoben verbringen. Sie merken gar nicht, dass Sie völlig übermüdet sind. Um zu signalisieren, dass es nun an der Zeit wäre wieder zu schlafen, solltest Du es mit dem Spielen nicht übertreiben. Verhalte Dich ruhiger, wenn Du die Welpen zum Schlafen bringen möchtest. Es könnte notwendig sein, dass Du Dich selber auf den Schlafplatz legst, damit die Welpen merken, dass nun die Schlafenszeit gekommen ist.

Geregelter Tagesablauf

Erwachsene Hunde orientieren sich, ebenso wie der Mensch, an einen festen Tagesablauf[5] und Rhythmus. Es ist wichtig, dass Du ungefähr einen gleichbleibenden Tag-Nacht-Rhythmus beibehältst. Stehe zu den gleichen Zeiten auf, stelle das Futter bereit und spiele mit Deinem Hund. Wird dieser Ablauf gestört und findet zu ständig wechselnden Zeiten statt, könnte dies Deinen Hund verunsichern.

Bequemer Schlafplatz

Damit Dein Hund einen ausreichenden und erholsamen Schlaf erhält, ist natürlich auch der Schlafplatz von hoher Bedeutung. Da Hunde vom Körperbau und den eigenen Vorlieben höchst unterschiedlich sind, ist es kaum möglich den einen perfekten Schlafplatz zu beschreiben.

Wichtig ist, dass an seinem Schlafplatz Ruhe herrscht. Lärm und laute Geräusche versetzen Deinen Hund direkt in eine Alarmbereitschaft. Dies erkennst Du deutlich an den sich bewegenden Ohren, die den Lärm verfolgen. Gleichzeitig sollte der Schlafplatz sich aber in Deiner Nähe befinden. Hunde suchen die Nähe zum menschlichen Begleiter und fühlen sich nur in der direkten Umgebung wohl. Zudem sollte der Platz selber eine gewisse Geborgenheit vermitteln und einen guten Ausblick bieten.

Dies sind ganz schön viele Anforderungen, die an den Hundeschlafplatz gestellt werden. In den meisten Fällen ist ein Platz in der Ecke des Wohnzimmers gut geeignet, damit sich Dein Hund dort ausruhen kann. Vermeide jedoch eine zu große Nähe zu Heizungen und einen Platz in der direkten Sonneneinstrahlung. Lege am Schlafplatz ein ausreichend großes orthopädisches Hundebett oder eine Hundematratze hin, damit Dein Hund sich dort wohlfühlt und zur Ruhe kommt. Auch im Schlafzimmer kannst Du einen entsprechenden Platz einrichten, damit Dein Hund dort die Nacht in Deiner Nähe verbringt.

Der Schlafbedarf von Hunden

Verbringt Dein Hund die meiste Zeit des Tages mit dem Schlafen oder Dösen, sollte dies keine Überraschung sein. Sie können bis zu 20 Stunden am Tag sich ausruhen und faulenzen. Diese Zeit solltest Du Ihnen einräumen, um einen Schlafmangel zu vermeiden.

Benötigt Dein Hund jedoch noch mehr Schlaf und erscheint aggressiv, könnte eine Erkrankung dafür verantwortlich sein. Prüfe mit dem Tierarzt[6] ab, ob Dein Hund unter einer Krankheit leidet.

Stelle einen ausreichenden Schlaf sicher und Dein Hund wird glücklich die restlichen Stunden aktiv verbringen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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