Wie oft solltest Du Dein Kopfkissen waschen?

In Deinem Bett möchtest Du Dich wohlfühlen und erholsame Nächte verbringen. Dazu gehören sowohl eine kuschelige Bettwäsche als auch ein komfortables Kopfkissen dazu.

Da Du jede Nacht in engem Körperkontakt mit Deiner Bettwäsche stehst, musst Du diese regelmäßig reinigen. Nur so wirst Du die Milbenbelastung[1] mindern und in einem frisch gemachten Bett schläft es sich besser.

Doch wie häufig solltest Du das Kopfkissen waschen und von welchen Faktoren ist dies abhängig? Hier erfährst Du, welcher Waschrhythmus sinnvoll ist und wie die Wäsche gelingt.

Welcher Belastung das Kopfkissen ausgesetzt ist

Im ersten Moment könnte Dir gar nicht bewusst sein, auf welche Weise das Kopfkissen belastet wird. Am Bezug lässt sich meist gar nicht ablesen, was das Kissen während der Nacht aushalten muss.

Doch ist Dir klar, dass der Mensch in jeder Nacht einige hundert Milliliter an Schweiß verliert? Selbst wenn Du ein kühlendes Kopfkissen verwendest, sonderst Du über die Haut den Schweiß ab. Dies ist nicht nur im Sommer der Fall, wenn die warmen Temperaturen die Schweißproduktion ankurbeln, sondern auch im Winter. Das Schwitzen[2] ist ein normaler Vorgang und ein Grund, weshalb Du regelmäßig das Kopfkissen waschen solltest.

Belastung des Kopfkissens

Das Kopfkissen ist in der Nacht einigen Einflüssen ausgesetzt. Schweiß, Hautschuppen und Dein Körpergewicht wirken auf das Kissen ein.

Ein weiterer Grund liegt in der Absonderung von Hautschuppen. Gleichermaßen wie der Schweiß verlierst Du jede Menge Hautschuppen, die so klein sind, dass es Dir gar nicht auffällt. Für Milben sind diese menschlichen Überreste ein wahres Festmahl. Sie ernähren sich von diesen Schuppen und vermehren sich rasant.

Für die meisten Personen stellen Milben keine Gefahr dar. Doch in Deutschland leben rund 10 Millionen Menschen, die auf die Milben und deren Ausscheidungen allergisch reagieren. Atemprobleme und Symptome, die an eine Erkältung erinnern, sind die Folge. Daher ist es notwendig das Kopfkissen gründlich zu waschen, damit sich Milben nicht wohlfühlen und ungehindert vermehren.

Befolgst Du die typischen Hygieneregeln nicht und verzichtest Du auf die Wäsche, können sich im Kern Bakterien[3] ansammeln. Diese lieben, ähnlich wie die Milben, die leicht feuchte Umgebung, die aufgrund der Schweißabsonderungen auftritt.

Um Deine Gesundheit zu schützen und das Kissen für lange Jahre nutzen zu können, ist eine gründliche Reinigung notwendig. Doch lassen sich überhaupt alle Kissen waschen?

Das Material ist entscheidend

Nicht jedes Kopfkissen lässt sich im Gesamten in die Waschmaschine geben und dort reinigen. Vor allem bei modernen Kissen aus einem Schaumstoff darf dieser nicht gewaschen werden. Die Folge wäre, dass er seine einzigartigen Eigenschaften verliert und nicht mehr den Komfort gewährt, der eigentlich bevorzugt wird.

Bezug waschen

Bei empfindlichen Kissen aus einem Schaumstoff darf lediglich der Bezug in die Waschmaschine. Den Kern lüftest Du lieber aus und reinigst ihn sorgsam von Hand.

Verzichte also darauf ein Memory-Foam-Kissen, Nackenkissen oder Gelkissen in der Maschine zu waschen. Diese bestehen in der Regel aus einem Schaumstoff, welcher sich nicht mit Wasser verträgt. Lüfte die Kissen lieber häufiger aus. Eine intensivere Reinigung ist nicht notwendig, da sie als atmungsaktiv gelten und Milben sowie Bakterien sich bei pfleglicher Behandlung dort ohnehin weniger wohlfühlen.

Anders sieht es bei Kissen mit einer Füllung aus Daunen oder einer Mikrofaser aus. Diese dürfen komplett in der Maschine gewaschen[4] werden.

Wie oft sollte die Wäsche erfolgen?

Lässt sich das Kissen waschen, wird eine Reinigung in der Maschine in einem Turnus von etwa 1 bis 2-mal im Jahr empfohlen. Es ist also nicht notwendig das Kissen ähnlich oft wie den Bezug zu waschen. Eine seltenere Reinigung ist ausreichend und wird für optimale Schlafbedingungen sorgen.

Schwitzt Du stärker oder leidest Du unter einer Allergie, ist ein häufigeres Waschen anzuraten. Auch beim Lagerungskissen für Dein Baby solltest Du auf eine intensivere Pflege achten. Dies muss nicht bedeuten, dass es häufiger gewaschen werden muss. Ein Auslüften und Ausschütteln können bereits ausreichend sein, damit Dein Baby entspannt die Nacht verbringt.

Wie die Wäsche gelingt

Wie Du das Kopfkissen korrekt wäschst, entnimmst Du am besten der Pflegeanleitung des Herstellers. Am Etikett lässt sich genau ablesen, bei welchen Temperaturen die Wäsche möglich ist. Im Folgenden findest Du allgemeine Ratschläge, die Du immer hinterfragen solltest, ob sie auch auf Dein Kopfkissen anwendbar sind.

Als Waschmittel für Mikrofaserkissen und Daunenkissen ist ein Feinwaschmittel geeignet. Ungeeignet sind hingegen Weichspüler. Diese können dazu führen, dass die Füllung verklumpt und nicht mehr geschmeidig eine Unterstützung für Deinen Kopf bietet.

Hohe Temperaturen für Allergiker

Leidest Du unter einer Hausstauballergie, muss das Kissen oder der Bezug bei mindestens 60°C gewaschen werden. Andernfalls überleben die Milben den Waschvorgang und stellen weiterhin eine Belastung dar.

Die Temperatur beim Waschvorgang ist abhängig von der Widerstandsfähigkeit des Materials. Sie liegt meist von 40 bis 60°C. Eine höhere Waschtemperatur ist gerade für Allergiker sinnvoll, da nur bei diesen die Milben zuverlässig aus dem Kissen gewaschen werden. Eine Wäsche von 40°C überleben die meisten Milben, sodass sich kaum Verbesserungen für Allergiker einstellen. Erst ab 60°C[5] werden die kleinen Tierchen abgetötet und stellen zunächst keine Beeinträchtigung mehr dar.

Bist Du Allergiker und verwendest ein Kopfkissen aus Schaumstoff, kannst Du dieses bei einer professionellen Reinigung abgeben. Diese ist zwar kostspieliger, lohnt sich bei einem hochwertigen Kissen aber und verbessert Deinen Schlaf definitiv.

Wenn Du Dir beim Waschprogramm unsicher bist, kannst Du ein Schonprogramm verwenden. Auch Feinwaschgänge sind für Kissen geeignet, damit diese nicht beschädigt werden.

Daunenkissen waschen
Das Daunenkissen solltest Du etwa 1 bis 2-mal im Jahr komplett waschen

Ein Geheimtipp für das Daunenkissen ist die Beigabe eines Tennisballs. Diesen legst Du mit in die Maschine und durch die Bewegung beim Schleudern sorgt der Tennisball dafür, dass die Daunen nicht verklumpen.

Nach der Wäsche ist mitunter eine Behandlung im Trockner möglich. Ob Dein Kopfkissen dafür geeignet ist, entnimmst Du dem Etikett. Bei geringer Temperatur hilft das Trocknen Dir, dass Du das Kissen noch in der selben Nacht wieder verwenden kannst. Ist eine Anwendung im Trockner nicht möglich, dann belasse das Kissen an der frischen Luft. Setze es allerdings keiner direkten Sonneneinstrahlung aus.

Mit dem sauberen Kopfkissen besser schlafen

Für eine hygienische Schlafumgebung ist die Reinigung der Bettwäsche und des Kopfkissens wichtig. Das Waschen des Kopfkissens ist aber nicht so häufig notwendig. Es reicht aus, es etwa 1 bis 2-mal im Jahr zu waschen. Dies ist abhängig davon wie stark Du schwitzt und ob Du Allergiker bist.

Deutlich häufiger sollte der Bezug gewaschen werden. Dieser ist wesentlich stärker Deinem Hautkontakt und Schweiß ausgesetzt. Achte zudem darauf das Kissen regelmäßig aufzuschütteln und auszulüften.

Mit diesen Maßnahmen stellst Du sicher, dass sich Milben und Bakterien kaum wohlfühlen. Du erhältst eine saubere Schlafumgebung, welche Deine Gesundheit nicht beeinträchtigt und erholsame Nächte bietet.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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