Wie dürfen babys nicht liegen?

Ein erholsamer Schlaf ist für Dein Baby essenziell. Jeden Tag warten neue Eindrücke und Erlebnisse auf das Neugeborene, die während der Nachtruhe verarbeitet werden. Schläft Dein Baby nicht ausreichend, droht eine Verzögerung der Entwicklung[1] und es wirkt gereizter. Dies bedeutet nicht nur schlaflose Nächte für das Baby, sondern auch eine höhere Belastung für die Eltern.

Wichtig für die Gesundheit und die Schlafqualität Deines Babys ist die Schlafposition. Denn Babys verbringen gerne bis zu 18 Stunden mit dem Schlaf und sollten sich dabei sicher und wohlfühlen. Worauf ist bei der Schlafposition zu achten und in welcher Haltung dürfen Babys nicht liegen?

Bauch- oder Seitenlage

Babys sind kaum dazu in der Lage sich selbstständig zu drehen und eine andere Schlafposition als auf dem Rücken einzunehmen. Zur Abwechslung könntest Du versuchen Dein Baby auf den Bauch oder die Seite zu legen.

Ab einem Alter von 6 Wochen kannst Du Dein Baby für einen kurzen Moment in die Bauchlage versetzen. Dies ist förderlich für die Koordination und Dein Baby wird anfangen sich selbstständig abzustützen. Dies ist eine erste Übung, damit es sich später selbstständig von der Bauch- in die Rückenlage drehen kann. Allerdings sollte Dein Baby zu Beginn die Bauchlage nur für wenige Minuten einnehmen. Sie ist anstrengend und erfordert eine höhere Konzentration.

Bauchlage zum Schlafen nicht geeignet

Dein Baby sollte nicht auf dem Bauch schlafen. In dieser Position sind die Atemwege blockiert und die Gefahr des plötzlichen Kindstodes nimmt zu. Zudem erfährt die Wirbelsäule nicht die notwendige Unterstützung.

Zum Schlafen ist die Bauchlage gänzlich ungeeignet. Sie ist für Erwachsene mit einigen gesundheitlichen Risiken verbunden und diese sind beim Baby noch ausgeprägter. Das Gesicht liegt direkt auf der Matratze oder einem Kissen und die Atemwege sind verdeckt. Es droht ein Erstickungstod und das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist erhöht[2].

Ähnliches gilt auch für die Seitenlage. Diese ist nicht stabil und Dein Baby droht in die Bauchlage zu rollen. Die Seitenlage ist nur einzunehmen, falls das Risiko einer Kopfverformung besteht. Ist der Hinterkopf vom langen Liegen auf dem Rücken bereits leicht verformt, kannst Du mit einem Lagerungskissen und einem Seitenschläferkissen für Babys entgegenwirken. Stelle aber sicher, dass Dein Baby nur minimal zur Seite liegt und die Schlafposition stabil ist. Andernfalls ist die Gefahr für den plötzlichen Kindstod erhöht.

Rückenlage

Am gesündesten für Dein Baby ist der Schlaf in der Rückenlage. Die Atemwege sind frei, die Wirbelsäule nimmt eine natürliche Haltung ein und der Schlaf erweist sich als erholsam. Daher gilt die Empfehlung, dass Dein Baby sich in dieser Schlafposition befinden sollte.

Gesund auf dem Rücken schlafen

Für Dein Baby lautet die Empfehlung, dass es auf dem Rücken schlafen sollte. Der Körper liegt stabil, die Wirbelsäule nimmt eine natürliche Position ein und das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist minimal.

Für einen gesunden Schlaf ist neben der Schlafposition auch die Schlafumgebung Deines Babys entscheidend. Im ersten Lebensjahr ist die Verwendung eines Kissens oder einer Bettdecke nicht notwendig. Insbesondere die Decke kann ein Risiko darstellen[3], weshalb von der Nutzung abgeraten wird. Ein Babyschlafsack erweist sich als gemütlich und gewährt einen komfortablen Schlaf.

Achte zudem darauf, dass die Kinderwiege und die Babymatratze nicht mit Kuscheltieren oder Spielzeug zugestellt sind. Eine eher minimalistische Schlafumgebung ist optimal für den Luftaustausch und reduziert das Risiko für den plötzlichen Kindstod.

Lege daher Dein Baby stets auf den Rücken und fördere eine natürliche Schlafhaltung. Eine möglichst einfach gehaltene Schlafumgebung erweist sich als förderlich und erhöht die Sicherheit im Schlaf.

Verformung des Kopfes

Die Rückenlage gilt mit Abstand am gesündesten. Der Schlaf Deines Babys profitiert davon und die Gefahr des plötzlichen Kindstodes ist minimal. Daher sollte der Schlaf auf der Seite oder dem Bauch gemieden werden.

Baby dreht Kopf
Dreht Dein Baby den Kopf stets zur gleichen Seite, droht eine Verformung der weichen Schädelstruktur

Dennoch ist das ständige Liegen auf dem Rücken auch mit Nachteilen verbunden. Hauptsächlich ist hierbei die noch weiche Schädelstruktur zu berücksichtigen. Die Knochenstruktur des Kopfes ist so gestaltet, dass noch Raum für das Wachstum besteht. Die Fontanellen[4] sind noch nicht verschlossen und erst im Laufe der nächsten Monate und Jahre festigt sich die Schädelstruktur.

Liegt Dein Baby immer in der exakt gleichen Schlafposition, könnte der Druck zu einer Verformung des Schädels führen. Dies ist vor allem eine optische Beeinträchtigung und ohne Gegenmaßnahmen droht die Veränderung dauerhaft bestehen zu bleiben.

Druck gleichmäßig verteilen

Liegt Dein Baby immer in der gleichen Position, ist der Druck auf den Kopf am Auflagepunkt besonders hoch. Verändere daher leicht die Schlafposition, um einer Verformung der weichen Schädelstruktur vorzubeugen.

Um dieser Verformung vorzubeugen, sollten Eltern darauf achten, zu welcher Seite Dein Baby bevorzugt den Kopf dreht. Meist hat es eine Lieblingsposition, welche es bereits aus dem Mutterleib kennt. Dreht Dein Baby den Kopf stets zur rechten Körperseite, dann animiere es dazu auch mal die Kopfposition zu wechseln. Dies gelingt zum Beispiel durch das Aufhängen eines Mobiles auf der anderen Seite der Wiege oder dem Wechsel des Standortes.

Indem Du darauf achtest, dass Dein Baby nicht immer exakt die gleiche Kopfhaltung einnimmt, kannst Du einer Verformung des Schädels vorbeugen. Ist bereits eine kleine Veränderung erkennbar, sind andere Maßnahmen angebracht. Diese sprichst Du am besten mit dem Kinderarzt ab. Meist reicht jedoch ein Lagerungskissen, welches über eine kleine Aussparung in der Mitte verfügt und dadurch den Druck besser verteilt. In schwereren Fällen ist das Tragen eines Helmes notwendig, damit die gewöhnliche Schädelstruktur wiederhergestellt wird.

Ist es gefährlich, wenn sich Dein Baby auf den Bauch dreht?

Eltern sollten das eigene Baby nicht dazu zwingen, auf dem Bauch zu liegen. Doch innerhalb der ersten Lebensmonate wird das Baby dazu fähig sein, sich selber auf den Bauch zu drehen[5]. Ist dies gefährlich und solltest Du dies unterbinden?

Ist Dein Baby in der Lage selbstständig die Schlafposition zu wechseln und bewegt es sich im Bett, musst Du diesem nicht entgegenwirken. Dreht es sich von allein auf den Bauch und ist auch dazu fähig, sich wieder in die Rückenlage zu drehen, kannst Du es ruhig in der Position belassen. Würdest Du Dein Baby erneut in die Rückenposition legen, würde es sich wahrscheinlich wieder auf den Bauch drehen.

Nach den ersten drei, vier Lebensmonaten ist die gefährliche Phase des plötzlichen Kindstodes weitestgehend überstanden. Ist Dein Kind in der Lage selbstständig die Schlafposition zu wechseln, kannst Du diesem kaum mehr entgegenwirken. Somit ist es förderlich für den Babyschlaf, wenn Du es so liegen lässt, wie es selbst am komfortabelsten ist.

Die sichere Liegeposition Deines Babys

Für Dein Baby ist es während der ersten Lebensmonate am besten, wenn es auf dem Rücken schläft. Zahlreiche Studien[6] bestätigen, dass der Schlaf auf dem Bauch oder der Seite mit einer erhöhten Gefahr des plötzlichen Kindstodes einhergehen. Dein Kind könnte nicht frei atmen und ein Erstickungstod droht, falls es für längere Zeit auf dem Bauch liegt.

Sind die ersten Monate überstanden, ist Dein Kind meist selber dazu fähig die Schlafposition zu verändern. Dann solltest Du dieser Freiheit nicht entgegenstehen, sondern eine Schlafumgebung schaffen, die in jeder Lage gesundheitsförderlich ist.

Dazu gehört, dass die Wiege für das Alter Deines Babys geeignet ist, keine Spielsachen oder Kuscheltiere sich auf der Matratze befinden und nicht die Gefahr besteht, dass Dein Baby aus dem Bett klettert. Auch eine Decke und ein Kissen sind zu Beginn nicht notwendig.

Beachtest Du diese einfachen Grundregeln und lässt Dein Baby auf dem Rücken schlafen, stellst Du eine gesunde Schlafposition sicher und musst Dir keine Sorgen darüber machen, dass Dein Kind falsch liegt.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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