Wenn es um Muskelbeschwerden geht, wurde lange Zeit der Fokus auf die Muskulatur selbst gelegt. Es scheint logisch, dass wenn es zu Verspannungen kommt, der Muskel dafür verantwortlich sein muss.

Doch in den letzten Jahren wurden einige neue Erkenntnisse gesammelt. Die Faszien sind in den Vordergrund gerückt und gelten als maßgebliche Ursache dafür, dass Verspannungen auftreten. Als Faszie wird das Bindegewebe bezeichnet, welche die Muskeln, Organe, Knochen und Gelenke umgeben. Sie bilden eine Art Schutzmantel und sorgen dafür, dass ein reibungsfreier Ablauf im Körper gewährleistet wird.

Verbringst Du viel Zeit im Sitzen, bewegst Dich nicht ausreichend und arbeitest im Bürojob, wirst Du schon bald Verspannungen feststellen. Diese betreffen nicht nur die Nackenmuskulatur, sondern beeinträchtigen den gesamten Körper.

Als Lösungsmöglichkeit wird das Faszientraining angeboten. Mit diesem soll das Bindegewebe gelockert werden, sodass Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Vergangenheit angehören. Was bringt das Faszientraining und wie sieht der Ablauf aus?

Das Faszientraining erläutert

Das Ziel des Faszientrainings ist es, das verklebte Gewebe wieder zu lockern und auf diese Weise die Muskulatur zu fördern. Durch diverse Ursachen kann es dazu kommen, dass die Faszien nicht geschmeidig bleiben, sondern regelrecht ineinander verkleben. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Du Dich nicht ausreichend bewegst oder ständig den gleichen Bewegungsablauf folgst.

Die verklebten Faszien sind teilweise so stark ausgeprägt, dass Du sie selber spürst. Gehst Du über die betroffene Stelle, bemerkst Du nicht nur eine kleine Wölbung, sondern unter Druck auch einen Schmerz. Die Verklebungen sind sehr genau zu lokalisieren und stellen eine große Einschränkung dar.

Die Gefahr dieser Verklebung ist, dass die Einschränkungen mit der Zeit zunehmen. Zu Beginn mag es nur eine kaum wahrnehmbare Verspannung sein. Mit der Zeit breiten sich die Beschwerden aber aus und sind in weiteren Teilen des Körpers zu finden. Rückenschmerzen treten auf und die Gelenke arbeiten nicht mehr so, wie Du es Dir eigentlich vorstellst.

Mit dem Faszientraining sollen die Knoten wieder gelöst werden. Dies geschieht, indem ein Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt wird. Durch die Massage lösen sich die Faszien voneinander und mit langfristigen Maßnahmen bleibst Du gesund. Die Massage wird am besten mit einem dumpfen Gegenstand durchgeführt. Dafür eignet sich eine Massagerolle. Auf dieser rollst Du mit der betroffenen Körperstelle und massierst diese so lange, bis die Faszien wieder in die lockere Grundstellung zurückkehren.

Diese Form der Massage ist allerdings nicht gerade angenehm. Insbesondere zu Beginn wird das Massieren schmerzhaft sein. Doch der positive Effekt sollte zügig eintreten, sodass Du eine deutliche Linderung der Beschwerden verspürst.

Alternativ zur Massagerolle, ist auch eine Massagepistole ein nützliches Gerät, um die Faszien zu trainieren. Diese Geräte verfügen über einen beweglichen Kopf, welcher über Druckstöße auf die Muskulatur einwirkt. Dadurch wird eine sehr intensive Massage durchgeführt, die an eine professionelle Behandlung heranreicht.

Wirkung des Faszientrainings

Wie kann die Massage dabei helfen, dass die Beschwerden zurückgehen und Du eine Linderung verspürst? Die folgenden Wirkweisen sind bekannt und verbessern die Gesundheit Deiner Muskulatur.

Bessere Versorgung mit Nährstoffen

Sind die Faszien verklebt, werden diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Sie neigen häufiger dazu zu verkrampfen, wodurch gerade im sportlichen Bereich Defizite bemerkbar sind.

Durch die Massage werden die Faszien und der Blutfluss aktiviert. Nährstoffe gelangen besser zu diesen Strukturen, sodass die Regeneration gefördert wird.

Höhere Beweglichkeit

Liegen Verklebungen vor, bedeutet dies für Deinen gesamten Körper eine höhere Belastung. Du kannst Dich nicht mehr frei bewegen und nimmst teilweise eine Schonhaltung ein. Auf lange Sicht können dadurch Verklebungen in anderen Körperbereichen auftreten, die die Beschwerden verstärken.

Durch das Lösen der Knoten bewegst Du Dich freier und vermeidest, dass die Verspannungen auf andere Muskelpartien übergreifen.

Für Sportler vorteilhaft

Faszientraining - Sportler
Das Faszientraining beschleunigt die Regeneration und reduziert die Verletzungsgefahr für Sportler

Indem Du das Faszientraining ausführst und die betroffenen Stellen behandelst, verbesserst Du die Nährstoffaufnahme. Dies besitzt einen positiven Effekt auf die Regeneration. Deine Muskulatur erholt sich schneller und Du wirst Deine Leistungsfähigkeit steigern.

Knoten können nicht nur entstehen, wenn Du ein Bewegungsmuffel bist. Auch intensiver Sport kann dazu führen, dass die Faszien einer Bewegungseinschränkung unterliegen.

Ebenso bedeutet das gesunde Bindegewebe, dass Du einer geringeren Verletzungsgefahr ausgesetzt bist. Sind die Faszien wenig geschmeidig, stellt dies ein Risiko dar und kann beim Sport gefährlich sein. Dank der Massage bleiben Muskulatur und Faszien locker, was zu einer höheren Beweglichkeit und einer geringeren Verletzungsgefahr führt.

Durchführung

Damit Du mit dem Faszientraining die genannten Wirkungen erreichst, ist eine korrekte Ausführung notwendig. Andernfalls könnte der hohe Druck sogar schädlich sein.

Der wichtigste Grundsatz ist, dass Du nur die Muskulatur bearbeitest. Rolle auf keinen Fall auf den Gelenken, falls dort Schmerzen sein sollten. Hast Du Beschwerden im Kniegelenk, werden diese nicht nur das direkte Training auf dem Gelenk reduziert. Konzentriere Dich lieber auf die umliegende Muskulatur und suche bei anhaltenden Beschwerden Deinen Arzt auf.

Das Faszientraining lässt sich mit einer entsprechenden Rolle ganz einfach selber durchführen. Lege Dich auf einen festen Untergrund und platziere die Rolle auf den Boden. Nun bewegst Du die entsprechende Muskelpartie langsam auf der Rolle.

Während der Bewegungen wirst Du Stellen bemerken, die etwas schmerzhaft sind. Dabei könnte es sich um die Verknotungen handeln. Verbleibe für einige Sekunden an diesem Punkt und erhöhe den Druck.

Diese Behandlung wird etwas schmerzhaft sein. Du solltest jedoch nicht über Deine Schmerztoleranz trainieren. Quäle Dich nicht, sondern wiederhole lieber des Öfteren die Anwendung, um der Muskulatur zu helfen. Mit zunehmender Wiederholung werden die Faszien lockerer, sodass die Schmerzen zurückgehen.

Am hilfreichsten ist es, wenn Du das Faszientrainings an trainingsfreien Tagen durchführst. Dort fördern sie die Regeneration und verbessern die Struktur. Bedenke aber, dass das Training nicht zu intensiv sein darf, um die Regeneration nicht zu verzögern.

Der Nutzen des Faszientrainings

Es zeigt sich in der Praxis, dass das Faszientraining mit einigen Vorteilen verknüpft ist. Hast Du Dir bisher noch keine Gedanken über das Bindegewebe gemacht und die Ursachen direkt in der Muskulatur gesucht?

Dann solltest Du unbedingt ausprobieren, mit dem Faszientraining Deine Beschwerden zu lindern. Die verklebten Faszien lösen sich, Verspannungen gehen zurück und die Regeneration wird gefördert.

Damit sollte klar beantwortet sein, was das Faszientraining bringt und ob es sich für Dich lohnt. Integriere es in Deinen Alltag und schaffe einen Ausgleich zum Bürojob oder dem intensiven Sport.

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