Warum schwitzen wir im Schlaf? Ursachen und Tipps bei nächtlichem Schwitzen

Ist das Kopfkissen morgens feucht oder wachst Du schweißgebadet auf, liegt die Frage nahe, warum Du überhaupt schwitzt. Denn eigentlich sollte der Schlaf wenig anstrengend sein und zur Erholung dienen.

Doch auch in Ruhe ist es normal, dass der Körper schwitzt. Bis zu einem halben Liter Schweiß sondert der Körper dabei ab. Weshalb tritt der nächtliche Schweiß auf, wie kannst Du ihn reduzieren und ist er gar ein Hinweis auf eine Erkrankung? Erfahre, was es mit dem Schwitzen im Schlaf auf sich hat.

Deshalb schwitzt Du auch im Schlaf

Zunächst sei gesagt, dass das Schwitzen in der Nacht nichts Ungewöhnliches ist. Je nach Person wird mehr oder weniger Schweiß abgesondert. Ein leichter Schweißfilm auf der Haut ist normal und kein Hinweis auf eine Erkrankung.

Problematisch wird es jedoch, wenn Du so stark schwitzt, dass die Kleidung durchnässt ist und es den Schlaf stört. Dringt der Schweiß in das Kopfkissen und die Bettwäsche ein, ist dies auf Dauer nicht gerade angenehm. Du unterliegst einem höheren Risiko an einer Erkältung zu erkranken und der Schlaf wird gestört. Dadurch schwächst Du Dein Immunsystem und bist am nächsten Morgen weniger ausgeruht.

Das nächtliche Schwitzen

Das Schwitzen in der Nacht ist zunächst normal. Selbst während eher kälteren Nächten sonderst Du jede Menge Schweiß ab, um den Körper zu kühlen.

Das Schwitzen im Schlaf ist ein natürlicher Vorgang. Wie am Tag muss auch in der Nacht der Körper seine ideale Temperatur halten. Dies gelingt, indem der Schweiß auf die Haut ausgebracht wird und eine Verdunstung eintritt. Das Verdunsten des Schweißes sorgt für die Kühlung[1].

Dies bemerkst Du besonders stark im Sommer, wenn Du bei warmen Temperaturen Sport treibst. Dann tritt die intensive Schweißbildung auf, um ein Überhitzen zu verhindern. Es ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr notwendig, damit die Kühlung aufrechterhalten bleibt.

Der Schweiß[2] besteht nicht aus reinem Wasser. Er enthält Salze, Mineralstoffe und mitunter auch Giftstoffe. Manche Giftstoffe werden über die Haut ausgeschieden.

Das Schwitzen im Schlaf ist für den Körper notwendig, um eine Kühlung zu erzielen. Auch Giftstoffe werden auf diese Weise ausgebracht. Pro Nacht kannst Du dabei bis zu einem halben Liter an Schweiß absondern.

Erst wenn der Schweiß Deinen Schlaf stört und eine Beeinträchtigung darstellt, wird vom krankhaften Nachtschweiß gesprochen. Folgend erhältst Du einige Ursachen, die für das übermäßige Schwitzen verantwortlich sind.

Ursachen des nächtlichen Schwitzens

Weshalb tritt das nächtliche Schwitze bei Dir auf? Die meisten Ursachen sind vollkommen harmlos und auf eine ungeeignete Schlafumgebung oder einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen. In Ausnahmefällen kann aber auch eine ernste Erkrankung zum übermäßigen Schwitzen führen. Achte auf Deine Gesundheit und suche im Zweifel einen Arzt auf.

Raumklima

Das Schwitzen dient dem Körper als Kühlung. Daher ist es naheliegend, dass das stärkere Schwitzen aufgrund der Umgebungstemperatur auftritt. Im Schlafzimmer sollten etwas niedrigere Temperaturen, als in der restlichen Wohnung vorzufinden sein. Zwischen 16 und 18°C befindet sich für die meisten Personen die Wohlfühltemperatur im Schlafzimmer.

Ist es in Deinem Schlafzimmer wesentlich wärmer? Dann tut die dicke Bettwäsche ihr Übriges und Du fängst stärker an zu schwitzen. Dies magst Du im ersten Moment noch nicht wahrnehmen, da es für Dich einfach eine kuschelige Umgebung darstellt. Doch das warme Bett führt zu einer Anhebung der Körpertemperatur, die durch das Schwitzen ausgeglichen wird.

Neben der Temperatur ist auch die Luftfeuchtigkeit ein wichtiger Faktor. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto geringer der Abkühlungseffekt durch die Verdunstung. Hast Du eine Vielzahl von Pflanzen im Zimmer, trägt dies zu einer hohen Luftfeuchtigkeit bei. Dein Körper muss mehr Schweiß absondern, um die gewünschte Kühlung zu erzielen. Achte daher auf eine kühlere Umgebungstemperatur und behalte die Luftfeuchtigkeit in einem Zielbereich von ca. 50%.

Bestimmte Lebens- und Genussmittel

Alkohol - fettige Lebensmittel - stärkeres schwitzen
Bier und fettige Lebensmittel können am Abend zum Schwitzen in der Nacht führen

Wie würdest Du Deinen Lebensstil beschreiben? Genehmigst Du Dir abends das ein oder andere Bier, rauchst Du und leidest unter einem Übergewicht? Dann sind dies alles Faktoren, die zum Schwitzen beitragen.

Der Alkoholkonsum führt auch am Tage zum vermehrten Schwitzen. Über den Schweiß wird eine geringe Menge des Alkohols abgesondert und das Schwitzen ist ein Begleitprozess der Entgiftung. Dieser Effekt tritt schon bei geringen Mengen Alkohol auf, sodass selbst ein Bier am Abend zum Schwitzen führt.

Alkohol, Koffein & Nikotin

Für Deine Schlafqualität ist es besser, wenn Du auf Alkohol, Koffein & Nikotin verzichtest. Zudem wirst Du weniger schwitzen und die Belastung für Deinen Kreislauf reduzieren.

Übrigens ist der Alkohol eine hohe Belastung für Deinen Schlaf. Er stört die Regeneration und Du wirst Dich morgens weniger ausgeruht fühlen. Selbst geringste Mengen besitzen einen großen Effekt, sodass Du in jedem Fall auf Alkohol verzichten solltest.

Neben Alkohol sind auch Koffein und Nikotin zu nennen. Koffein regt den Stoffwechsel an und treibt den Körper auch Hochtouren. Nikotin hingegen beeinträchtigt die Schweißregulation[3] und belastet das Herz-Kreislauf-System. Daher tritt auch hier, insbesondere in warmen Nächten, vermehrt der Schweiß auf.

Auch bestimmte Lebensmittel führen zum stärkeren Schwitzen. Dazu gehören scharf gewürztes Essen genauso wie fettige Speisen. Eine schwere Mahlzeit belastet die Verdauung und erfordert einige Anstrengung in der Nacht.

Erkältung

In der Winterzeit gehört es für einige Personen dazu, sich mindestens einmal eine Erkältung einzufangen. Zu unterscheiden ist hierbei eine leichte Erkältung von einer „echten“ Grippe.

Beim leichten Krankheitsverlauf einer Erkältung tritt das nächtliche Schwitzen nicht zwingend stärker in Erscheinung. Das Immunsystem ist zwar stärker belastet und Du fühlst Dich schwach, doch das Schwitzen ist nur minimal intensiver als im üblichen Gesundheitszustand.

Anders sieht es bei einer Grippe aus. Diese wird von Viren ausgelöst und von starken Symptomen begleitet. Dazu zählen der Schnupfen, Husten und eine Heiserkeit. Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um die Viren zu besiegen. Für ältere Personen verläuft die Grippe teilweise tödlich.

Durch die Immunreaktion und um die Viren effektiver zu bekämpfen ist die Temperatur erhöht. Das Schwitzen lässt sich kaum vermeiden. Nach wenigen Nächten sollte das Fieber wieder abklingen und eine Verbesserung der Symptome eintreten.

Stress

Stress - Schwitzen im Schlaf
Stehst Du ständig unter Spannung, führt dies zum vermehrten Schwitzen in der Nacht

Häufig unterschätzt ist die Stressbelastung in der Gesellschaft. Nicht immer gibt es räumliche oder körperliche Ursachen, die zur Schweißproduktion beitragen. Auch die Psyche besitzt einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie stark Du schwitzt. Dies merkst Du zum Beispiel daran, wenn Du nervös bist und der Schweiß Dir von der Stirn rinnt.

Ständige Anspannung

Stress beeinflusst Deinen Körper auf viele Weisen. Er führt auch dazu, dass Du vermehrt schwitzt.

Die Schweißproduktion wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Der Stress nimmt einen deutlichen Einfluss darauf und verstärkt das Schwitzen.

Achte darauf, dass Du nicht dauerhaft einem hohen Stress ausgesetzt bist. In der Folge könnte sich sonst ein Burnout-Syndrom herausbilden und weitere Störungen auftreten. Ist der Schlaf gestört, begünstigt dies wiederum den Stress, sodass ein Teufelskreis entsteht.

Stoffwechselprobleme

Der Körper könnte generell eine erhöhte Temperatur aufweisen. Dies ist zum Beispiel der Fall, falls bei Dir eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Dann ist der Stoffwechsel beschleunigt[4] und auch die Schweißproduktion angeregt. Um Dich vor einer Überhitzung zu schützen wird mehr Schweiß abgesondert.

Bei Frauen sind zudem die Wechseljahre häufig von Schweißausbrüchen begleitet. Die Umstellung der Hormone führt zu einem Stress und der Körper muss sich erst auf diese Veränderung einstellen. Daher ist in dieser Situation das übermäßige Schwitzen normal.

Krebs

Ein frühes Symptom des Lymphdrüsenkrebses oder der Leukämie ist das vermehrte Schwitzen. Der Lymphdrüsenkrebs wird vom Fieber begleitet. Am Tage mag das Schwitzen noch nicht so auffallend sein und einfach auf die Aktivitäten geschoben werden, doch in der Nacht ist das Schwitzen deutlich zu vernehmen.

Vom Lymphdrüsenkrebs sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Es kann in jedem Alter auftreten. Dennoch ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der Nachtschweiß aufgrund einer Krebserkrankung entsteht. Die anderen genannten Gründe sind wesentlich wahrscheinlicher, sodass Du Dir keine großen Sorgen machen solltest unter dem Krebs zu leiden. Suche bei Zweifeln einen Arzt auf und kläre genaustens Deinen Gesundheitszustand ab.

Tipps für eine trockenere Nacht

Was kannst Du nun unternehmen, um in der Nacht nicht mehr schweißgebadet aufzuwachen? Ausgehend von den hier präsentierten Ursachen erhältst Du einige Tipps, die für eine entspanntere Nacht sorgen.

Optimale Raumumgebung

Das Schlafzimmer sollte nicht wärmer als 18°C sein. Lüfte regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und eine angenehme Schlafumgebung zu erschaffen. Auch das Schlafen bei offenem Fenster kann helfen, um den Schweiß zu vermeiden.

Passende Bettwäsche

Eine dicke Gewichtsdecke kann sich angenehm anfühlen und zur Geborgenheit beitragen. Sie erweist sich jedoch als wenig atmungsaktiv und trägt zum Schwitzen bei. Besser ist es, wenn Du zu einer Sommerdecke greifst. Diese ist leichter und die Hitze staut sich nicht unter diesem Stoff.

Kühlendes Kopfkissen

Gerade am Kopf ist es unangenehm, wenn Du übermäßig schwitzt. Ein kühlendes Kopfkissen besteht aus einem speziellen Material, welches der Umgebung die Wärme entzieht. Verantwortlich ist dafür ein Phasenwechsel des Gewebes. Auch ein Gelkissen kann sich angenehmer anfühlen und das Schwitzen reduzieren.

Stress vermeiden

Stress steht auf der Liste der Auslöser für den nächtlichen Schweiß ganz oben. Ob im Beruf oder der Familie, es gibt einige Faktoren, die zur ständigen Anspannung beitragen. Findest Du keine Zeit mehr für Dich, dann stellt der Stress eine ernstzunehmende Belastung dar.

Gönne Dir mehr Zeit für Dich. Lerne im Job auch mal „Nein“ zu sagen und signalisiere, dass die Arbeitsbelastung zu hoch ist. Bist Du sehr ehrgeizig mag Dir dies zwar schwerfallen, doch Deine geistige Gesundheit sollte es wert sein.

Sport - weniger Schweiß
Treibe Sport und lebe gesünder, um Deinen Schlaf zu fördern
Gesünderer Lebensstil

Generell hängt das Schwitzen eng mit Deiner Gesundheit zusammen. Ernährst Du Dich ungesund, bist übergewichtig und bewegst Dich kaum, wirst Du vermehrt schwitzen[5]. Versuche langfristig Dein gesundes Körpergewicht zu erreichen, iss nur noch leichte Mahlzeiten vor dem Schlafengehen und verzichte ganz auf Alkohol & Nikotin. Dann wirst Du eine deutlich positive Veränderung feststellen und Deine Gesundheit dankt es Dir.

Deshalb schwitzt Du im Schlaf

Das Schwitzen ist ein natürlicher Prozess, um den Körper vor dem Überhitzen zu bewahren. Der Schweiß auf der Haut erzeugt eine Verdunstungskälte, sodass der Körper abkühlt. Während der Nacht bis zu einem halben Liter an Schweiß zu verlieren ist relativ normal.

Wachst Du hingegen in einer völlig durchnässten Kleidung auf, deutet dies auf ein ernsteres Problem hin. Es könnte zu warm im Schlafzimmer sein oder Du stehst unter einem dauerhaften Stress. Auch Alkohol, Nikotin oder eine üppige Mahlzeit können zum Schwitzen im Schlaf führen.

Seltener sind Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs die Auslöser. Um dennoch sicherzugehen lohnt sich der Gang zum Arzt.

In den meisten Fällen wird sich das Schwitzen reduzieren, wenn Du einfach auf eine kühlere Schlafumgebung achtest. Treibe zudem etwas Sport, nimm Dir Zeit für Dich und erfahre eine größere Entspannung. Dann wirst Du nachts besser schlafen und auch das Schwitzen geht zurück.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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