MatratzenBonellfederkern oder Taschenfederkern - Unterschiede der Matratzentypen

Bonellfederkern oder Taschenfederkern – Unterschiede der Matratzentypen

Wenn es darum geht eine bequeme Matratze oder Boxspringbett zu finden, ist die Beschaffenheit des Inneren von hoher Wichtigkeit. Neben den zahlreichen populären Kaltschaummatratzen, erfreuen sich Federkernmatratzen einer konstant hohen Nachfrage. Diese bestehen im Kern aus einer Vielzahl von Federn, welche das Gewicht aufnehmen.

Bei der Suche nach der passenden Matratze wirst Du sicherlich über die Begriffe des „Bonellfederkerns“ und des „Taschenfederkerns“ gestolpert sein. Worin besteht der Unterschied dieser beiden Federarten und welche Variante ist für Dich besser geeignet?

Der Bonellfederkern erläutert

Die Bonellfederkernmatratze wird häufig als günstigere Variante gesehen. Bei ihr besteht das Innere zwar auch aus einer hohen Anzahl an Federn, doch diese sind über einen Draht miteinander verbunden. Dies führt dazu, dass die Aufnahme des Gewichtes ganz anders ist. Anstatt, dass sich die Oberfläche passgenau Deinem Rücken anschmiegt, wird das Gewicht über die gesamte Fläche verteilt. Da die einzelnen Federn miteinander verbunden[1] sind, kann der Eindruck entstehen, als würde die gesamte Matratze schwingen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie gerne als Hotelmatratze beschrieben[2].

Das Vorurteil, dass Bonellfederkernmatratzen eher günstiger sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund der Drahtverbindung ist es möglich die Federanzahl im Inneren zu reduzieren. Die Bauweise wird dadurch simpler und der Materialaufwand geringer. Daher sind die meisten Bonellfederkernmatratze preiswerter als die Alternativen mit einem Taschenfederkern.

Der Vorteil der Verdrahtung[3] besteht in dem einzigartigem Liegegefühl. Die Bonellfederkermatratze wird als weicher empfunden. Sie federt und das gesamte Bett schwingt etwas mit. Bevorzugst Du solch ein Liegegefühl, wird diese Matratzenart für Dich zu einem besseren Schlaf führen.

Gestaltung des Taschenfederkerns

Grundlegend ist der Taschenfederkern dem Bonellfederkern sehr ähnlich. Es kommen eine große Zahl von Federn zum Einsatz, die sich im Inneren befinden. Diese sind allerdings nicht mit einem Draht verbunden, sondern nehmen das Gewicht individuell auf.

Diese Charakteristik führt dazu, dass die Punktelastizität bei einer Taschenfederkernmatratze besser ist. Legst Du Dich auf diese Matratze, geben die Federn präzise Deinem Gewicht nach. Die Oberfläche stimmt sich genau auf Deinen Körper ab, sodass Dein Rücken besser unterstützt[4] wird. Dadurch kommt diese Variante häufiger bei orthopädischen Matratzen zum Einsatz, da sie die Wirbelsäule entlastet.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die Taschen, die jede einzelne Feder umgeben. Diese bestehen aus einem Stoff, der die Federn nicht nur schützt, sondern die Luftzirkulation verbessert. Diese Matratzenart erweist sich als besonders luftdurchlässig, sodass Du während der Nacht weniger schwitzen wirst. Auch für Allergiker ergibt sich der Vorteil, dass Milben sich weniger im Inneren dieses Typs wohlfühlen.

Eine weitere spezielle Variante ist die Tonnentaschenfederkern Matratze. Bei dieser sind die Federn so gestaltet, dass sie in der Mitte dicker werden. Dadurch erhalten sie eine bessere Stützkraft und sind für schwere Personen besser geeignet.

Die unterschiedlichen Zielgruppen

Der Bonellfederkern ist für Personen geeignet, die ein Gewicht von maximal 100kg aufweisen. Der Kern besteht aus weniger Federn, weshalb die Belastung nicht zu hoch sein darf. Bist Du etwas leichter, überzeugt der Bonellfederkern mit einem weichen Liegegefühl. Der Druck wird über die gesamte Fläche verteilt, was Deinem subjektiven Empfinden zuträglich sein könnte.

Beim Taschenfederkern steht hingegen eine bessere Punktelastizität im Vordergrund. Die Federn passen sich optimal Deiner Körperform an, was Deine Bandscheiben entlastet. Besteht ein Rückenleiden und fällt es Dir schwer eine geeignete Matratze zu finden, solltest Du die Taschenfederkernmatratze ausprobieren. Diese Variante ist auch für Personen geeignet, die mehr Gewicht auf die Waage bringen[5]. Aus gesundheitlicher Sicht erweist sich diese Ausführung für die meisten Personen als vorteilhafter.

Woran erkennst Du eine hochwertige Matratze?

Beide Matratzenarten können durchaus für Dich in Frage kommen. Damit Du eine gute Wahl triffst, solltest Du bei jedem Typ darauf achten, wie viel Federn letztlich im Kern verbaut sind. Dabei ist jedoch nicht immer der Grundsatz „mehr = besser“ korrekt.

Im Regelfall ist eine höhere Anzahl an Federn mit einer besseren Verformbarkeit verbunden. Die Federn geben detaillierter Deiner Person nach und nehmen die Belastung genauer auf. Werden jedoch zu viele Federn verwendet, kann dies zu einer geringeren Qualität führen. Nämlich, wenn die Federn nur aus einem dünnen Draht gefertigt werden, damit die hohe Stückzahl erreicht werden kann.

Bei der Auswahl der Matratze sollte sich die Federzahl in einem Bereich von 500 bis 1000 Stück pro Quadratmeter bewegen. Für Personen mit einem höheren Gewicht sind mehr Federn von Vorteil. Bist Du leichter, reichen auch 500 Federn pro Quadratmeter vollkommen aus.

Welche Variante ist besser?

Zum Schluss wird noch provokativ die Frage gestellt, ob der Bonellfederkern oder der Taschenfederkern besser sei.

Hierzu sei die definitive Aussage getroffen „es kommt darauf an“.

Der Bonellfederkern überzeugt mit einem weicheren Liegegefühl, passt sich aber schlechter dem Körper an. Der Taschenfederkern nimmt das Gewicht besser auf, kann aber als härter empfunden werden.

Letztlich solltest Du beide Typen ausprobieren. Bei den meisten Personen überzeugt der Taschenfederkern eher, da er anschmiegsamer ist. Da Rückenschmerzen für einige Personen zum Alltag dazugehören, bietet der Taschenfederkern eine willkommene Entlastung.

Vielleicht gehörst Du aber auch zu der kleineren Gruppe, die das leicht mitschwingende Gefühl beim Bonellfederkern bevorzugt? Probiere einfach beide Varianten aus und entscheide, welches Dich überzeugt.

Mit diesem Vorwissen wirst Du die Unterschiede des Bonellfederkerns und Taschenfederkerns besser verstehen. So fällt es Dir leichter genau die Matratze zu finden, die Deinen Vorstellungen entspricht.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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