Ist Dein Mund trocken, nimmst Du dies als unangenehmes Gefühl wahr. In der Nacht ist es jedoch kaum zu spüren und vor allem am Morgen stört Dich die Trockenheit. Selbst nach einem Glas Wasser verschwindet die Mundtrockenheit nicht.

Was könnte hinter diesem Phänomen stecken und handelt es sich um eine ernste Krankheit?

Der trockene Mund

Speichel - Verdauung
Mit dem Speichel im Mund beginnt der erste Verdauungsschritt

Die Mundtrockenheit ist auch unter den Begriffen der Oligostomie oder Xerstostomie bekannt. Normalerweise bildet sich im Mundraum ausreichend Speichel, sodass die Schleimhäute immer feucht bleiben. Auch beim Essen ist der Speichel notwendig, um im ersten Schritt die Nahrung zu verdauen.

Kommt es zu einem Mangel an Speichel, tritt die Trockenheit auf. Normalerweise produziert jeder Mensch zwischen 0,5 bis 1,5 Liter Speichel pro Tag. Dieser wird über die Speicheldrüsen in der Mundhöhle abgesondert. Dadurch wird verhindert, dass die Schleimhäute austrocknen und Dein Immunsystem geschwächt wird. Denn trockene Schleimhäute bilden einen schlechteren Schutz vor eindringenden Viren.

Der Speichel besitzt noch weitere wichtige Funktionen. In ihm befinden sich Enzyme, Eiweiße und Antikörper. Neben der Schutzfunktion ist er bei der Nahrungsaufnahme unerlässlich. Die Enzyme beginnen bereits im Mund mit der Zersetzung der Nahrungsmittel und die Verdauung setzt ein.

Die Speichelproduktion wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Der Körper übernimmt also selbstständig die Kontrolle über den Speichelfluss. Ähnlich wie bei der Atmung, kannst Du zwar bewusst den Speichelfluss beeinflussen, doch im Wesentlichen geschieht dies im Unterbewusstsein.

Die Menge des Speichels ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Es reicht aus an das Lieblingsessen zu denken und schon läuft Dir das Wasser im Munde zusammen. Ebenso kann es vorkommen, dass Du anfängst im Schlaf zu sabbern. Verantwortlich ist dafür vor allem die Schlafposition, welche dazu führt, dass der Speichel den Mundraum verlässt.

Es kann aber auch das genaue Gegenteil auftreten. Dann wird die Speichelproduktion durch das vegetative Nervensystem gehemmt. Dies tritt vor allem auf, wenn Du unter Stress stehst. Liegt eine wichtige Prüfung vor Dir oder Du musst eine Präsentation halten, löst dies einen hohen Stress aus. In der Folge produziert der Körper weniger Speichel.

Der Grund liegt darin, dass mit dem Stress eine Gefahrensituation verbunden wird. Der Körper beschränkt sich auf die überlebenswichtigen Funktionen und vermindert unter anderem die Verdauung. Darunter fällt auch die Speichelproduktion, welche gedrosselt wird. Die Energie steht dem Körper nun für das Überleben zur Verfügung.

Weitere Gründe, dass der Mund austrocknet

Stress gilt als die Hauptursache dafür, dass Dein Mund trocken ist. Dies ist nicht nur in der Nacht der Fall, sondern den gesamten Tag über. Es gibt jedoch auch weitere Gründe dafür, weshalb die Speichelproduktion eingeschränkt ist.

  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Durch das Mund atmen
  • Trockenes Schlafklima
  • Anbahnende Erkältung
  • Rauchen

Es können sowohl körperliche als auch externe Faktoren dazu führen, dass Dein Mund sich trocken anfühlt. Vor allem im Winter musst Du darauf achten, dass die trockene Heizungsluft Deine Schleimhäute nicht überstrapaziert. Trinke ausreichend und treibe Sport, um Deinen Körper zu stärken. Dann wirst Du mit bester Gesundheit durch den Winter kommen.

Der trockene Mund kann auch die Folge der Einnahme von Medikamenten sein. Behandelst Du Deinen Blutdruck oder Depressionen medikamentös, besitzen diese häufig Nebenwirkungen, welche die Speichelproduktion beeinflussen.

Ebenso können ernste Erkrankungen zum verminderten Speichelfluss führen. Dazu zählen zum Beispiel die Diabetes und Schlafapnoe. Prüfe also, ob neben dem trockenen Mund noch weitere Symptome auftreten, die zu diesen Krankheitsbildern passen könnten. In den meisten Fällen ist der trockene Mund jedoch harmlos und kein Grund zur Sorge.

Folgen des trockenen Mundes

Trockener Mund - Zähne
Der trockene Mund lässt die Zähne anfälliger werden

Ist der Mund besonders trocken, hinterlässt dies ein unangenehmes Gefühl. Es fällt Dir schwer zu essen und die Verdauung wird beeinträchtigt.

Auf lange Sicht solltest Du die mangelnde Speichelproduktion nicht ignorieren. Für die Zähne ist der Speichel wichtig. Er reinigt die Zahnzwischenräume und bildet einen Schutz. Ist der Mund trocken, werden die Zähne leichter angegriffen.

Der trockene Mund ist zudem eine perfekte Grundlage für Bakterien. Diese vermehren sich leichter und gehen mit einer Reihe von Komplikationen einher. Es treten Entzündungen auf und ein Mundgeruch tritt deutlich in Erscheinung.

Die Zähne sind den Bakterien schutzlos ausgeliefert, sodass diese geschädigt werden. Dies sollte Grund genug sein, dass Du versuchst etwas gegen den trockenen Mund zu unternehmen.

Was hilft gegen den trockenen Mund?

Stellst Du des Öfteren den trockenen Mund bei Dir fest, solltest Du Dir einen gesünderen Lebenswandel angewöhnen. Dazu gehört, dass Du besser mit dem Stress umgehst oder diesen reduzierst. Nutze Entspannungstechniken oder ein Fußmassagegerät, um abends besser abzuschalten. Neben dem Stress gibt es noch weitere pragmatische Dinge, die Du befolgen solltest, um nicht mehr unter dem trockenen Mund zu leiden.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Eine offensichtliche Handlungsweise besteht darin, dass Du ausreichend trinkst. Am Tag solltest Du etwa 2 Liter an Flüssigkeit zu Dir nehmen. Besonders an warmen Tagen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf. Trinke überwiegend Wasser oder Tee, um diesen Bedarf zu stillen.

Kaugummi kauen

Das Kauen eines Kaugummis kann den Speichelfluss anregen. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn es sich um einen leicht säuerlichen Kaugummi handelt. Vermeide jedoch das zu lange Kauen, da der künstliche Süßstoff abführend wirkt.

Alkohol meiden

Alkohol ist ein Nervengift, welches in jeder Dosis schlecht für den Körper ist. Es beeinträchtigt den Schlaf und sollte bereits aus diesem Grund nicht zu Dir genommen werden. Auch in Bezug auf die Speichelproduktion gilt der Alkohol als schädlich. Hast Du am Abend zu tief ins Glas geschaut, kann dies der Grund für den trockenen Mund sein. Meide daher Alkohol und setze lieber auf Wasser, um Deinen Flüssigkeitsbedarf zu stillen.

Mit dem trockenen Mund umgehen

Verfolgst Du einen gesünderen Lebenswandel und trinkst ausreichend, wird sich das Problem des trockenen Mundes meist von selber lösen. Nur falls dieses Phänomen über einen längeren Zeitraum anhält, ist der Arzt aufzusuchen. Dieser kann überprüfen, ob andere Gründe für die mangelnde Speichelproduktion verantwortlich sind. So kann er etwa eine Schlafapnoe überprüfen und weitere Maßnahmen einleiten.

Nimm den trockenen Mund nicht auf die leichte Schulter, lasse Dich aber auch nicht verunsichern. In den meisten Fällen ist der Stress als Ursache anzusehen. Lasse es etwas ruhiger angehen und nimm Dir Zeit für Dich, um dem Stress zu entgehen. Dann wird nachts der Mund nicht mehr trocken und eine ausreichende Speichelproduktion vorhanden sein.

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