RatgeberTräume - Welchen Einfluss besitzen die nächtlichen Bilder?

Träume – Welchen Einfluss besitzen die nächtlichen Bilder?

Die Realität verlassen und wilde Abenteuer erleben. In Träumen erlebst Du einen spannenden Film, den Du morgens dennoch häufig vergisst.

Ein Traum ist ein im Schlaf auftretende Vorstellung und das Erscheinen von Bildern. Diese nehmen häufig Bezug auf Deine Erlebnisse und Erfahrungen. Das Unterbewusstsein drückt durch die Träume seine Bedürfnisse, Ängste und weiteren Emotionen aus.

Erfahre im Folgenden alles über Träume auf Basis der neuesten Erkenntnisse der Traumforschung.

Grundlagen des Träumens

Das Träumen ist eine spannende Phase während der Nacht. Es kommt vor, als vergingen Stunden, obwohl die eigentliche Traumphase nur maximal etwa 20 Minuten lang[1] ist. Was genau ist unter dem Träumen zu verstehen und weshalb treten diese auf?

Weshalb treten Träume auf

Die Traumforschung ist ein Gebiet mit langer Tradition. Bereits in der Antike wurden Erklärungen dafür gesucht, warum die Träume auftraten.

Kriegsherren glaubten, dass Sie eine Schlacht nur gewinnen könnten, wenn im Traum eine positive Botschaft dies vorhersagen würde. Verbunden war damit die Vorstellung, dass Götter oder andere spirituelle Wesen im Traum mit Ihnen kommunizieren könnten.

Intensiver wird die Traumforschung seit dem 19. Jahrhundert betrieben. Damit einher ging auch eine Untersuchung des Schlafverhaltens.

Mittlerweile gilt als gesichert, dass das Träumen eine wichtige Funktion für das Gehirn besitzt. Ein längerer Schlafentzug geht mit Halluzinationen und weiteren Symptomen einher, die auf eine „Fehlfunktion“ des Hirns schließen lassen.

Der Schlaf und damit auch die Träume[2] stellen eine Phase der Regeneration für das Gehirn dar. Insbesondere bei Babys und Kindern schreitet die Entwicklung des Gehirns vor allem im Schlaf voran. Verbindungen werden gefestigt und neue Strukturen angelegt.

Träume sind Ausdruck dieser Entwicklung und nehmen häufig auf das Unterbewusstsein bezug. Im Schlaf sind allerdings nicht alle Nervenzellen aktiv. Bestimmte Neuronen benötigen eine Erholung[3]. Dadurch tritt kein kritisches Bewusstsein auf. Somit erlebst Du selbst surreale Träume als real und bist nicht in der Lage einzuschätzen, dass es sich nur um eine Traumvorstellung handelt.

Träume erfüllen damit einen wichtigen Zweck. Sie gehen auf unterbewusste Wünsche ein, verarbeiten das Erlebte und zeigen, dass eine Entwicklung des Gehirns stattfindet. Ein längerer Schlafentzug geht mit ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen einher und endet oftmals tödlich.

In welcher Schlafphase träumst Du

Der Schlaf ist gekennzeichnet von verschiedenen Phasen. Diese zeichnen sich durch eine unterschiedliche Hirnaktivität aus. Zunächst gelangst Du nach dem Einschlafen in die leichte Schlafphase. Dort kommt der Körper zur Ruhe und die Regenerationsprozesse beginnen. Dieser Phase folgt der Tiefschlaf. Dort sinkt die Hirnaktivität auf ein Minimum. Körper und Geist erholen sich von der Anstrengung des Tages. Danach schließt sich die REM-Phase an. REM steht für „rapid eye movement“ und beschreibt, das charakteristische Bewegen der Augen in diesem Zeitraum.

Die Hirnaktivität steigt, während das Bewusstsein aber weiterhin ausgeschaltet ist. Die REM-Phase nimmt rund 20 bis 25 Prozent der Schlafdauer ein. In dieser treten hauptsächlich die Träume auf. Untersuchungen zeigen, dass der REM-Schlaf wesentlich dazu beiträgt, die gewonnenen Informationen des Tages zu verarbeiten. Auch für die Stressbewältigung nimmt er eine wichtige Funktion[4] ein.

Träumst Du jede Nacht?

Obwohl Träume anscheinend wichtig sind, treten sie nicht jede Nacht auf. War Dein Tag relativ ereignislos und hast kaum etwas erlebt, treten Träume weniger in Erscheinung.

In stressigen oder hektischen Lebensphasen wird das Träumen als intensiver wahrgenommen. Dies bedeutet aber nicht, dass das Träumen gut oder schlecht für Dich wäre. Es zeigt eher, dass Du gerade eine ereignisreiche Lebensphase durchlebst.

Während der Nacht tritt zudem nicht nur ein einzelner Traum in Erscheinung. Wusstest Du, dass es eher 4 bis 6 Träume sind, die während des Schlafens vor Deinem inneren Auge ablaufen?

Nicht nur der Mensch träumt. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass alle Säugetiere dazu in der Lage sind. Erkennbar ist dies zum Beispiel bei Hunden, wenn diese im Schlaf mit den Beinen zucken. Dann liegt die Vermutung nahe, dass sie sich gerade auf einer Wiese befinden und ausgiebig spielen oder etwas jagen. Wie genau die Träume im Tierreich aussehen, lässt sich aber kaum abschließend erörtern.

Weshalb vergisst Du die Träume am Morgen?

Träume stellen eine Auszeit und nette Abwechslung vom Alltag dar. Während der Geschehnisse nimmst Du diese als real wahr und je nach Ausprägung ist dies mit positiven oder negativen Emotionen verbunden.

Obwohl der Traum real wirkt, fällt es schwer, sich daran zu erinnern. Selbst bei einem Albtraum, wenn Du morgens schweißgebadet aufwachst, ist der Traum nur noch schemenhaft in Deiner Wahrnehmung vorhanden.

Weshalb die Träume kaum im Gedächtnis verbleiben ist nicht vollständig geklärt. Es wird aber angenommen, dass dies mit einer eingeschränkten Funktion des Kurzzeitgedächtnisses am Morgen zusammenhängt. Das Gehirn benötigt etwa 15 Minuten, um leistungsfähig zu sein. Während dieser Phase geht das Traumerlebnis wahrscheinlich verloren, sodass Du Dich nicht mehr daran erinnern kannst.

Möchtest Du Dich an Träume erinnern, gibt es verschiedene Methoden, um das Gedächtnis zu trainieren. Eine Möglichkeit ist das Führen eines Traumtagebuchs[5]. Nach dem Aufwachen ist es hilfreich direkt zu Stift und Notizblock zu greifen, um den Traum aufzuschreiben. Dadurch bringst Du Deine Erinnerungen zu Papier und mit der Zeit fällt es Dir leichter, die Traumerlebnisse wiederzugeben.

Arten von Träumen

Jeder Mensch träumt. Selbst wenn Du keine Erinnerung daran hast und vermutest, dass Du gar nicht träumst, ist dies ein Trugschluss. Denn Forscher gehen davon aus, dass jeder Mensch träumt, da dies ein natürlicher Prozess des Gehirns ist. Lediglich durch Medikamente oder Hirnschädigungen könnte die Traumbildung eingeschränkt sein.

Träume sind Bilder und Emotionen, die sich im Schlaf äußern. Jeder Traum ist individuell und wirkt sich anders auf Dein Bewusstsein aus.

Albträume

Negative Erlebnisse und Ängste äußern sich in Form von Albträumen. Häufig vertreten sind Träume, in denen Du fällst oder andere Schreckensszenarien durchlebst.

Obwohl der Albtraum nicht real ist, vermittelt dieser einen echten Eindruck. Dadurch treten die gleichen Reaktionen auf, als würdest Du dieser Situation wirklich ausgesetzt sein.

Mitunter ist der Albtraum so intensiv, dass Du dadurch aufwachst. Auch ein Nachtschweiß kann auftreten und Kinder könnten aufgeschreckt im Bett sitzen.

Vereinzelte Albträume sind kein Grund zur Sorge. Sie sind ein normaler Ausdruck Deiner Ängste. Wiederholen sich die Albträume und beeinträchtigen den Schlaf, ist es wichtig diese aufzuarbeiten. Hier ist die Arbeit mit einem Therapeuten ratsam.

Klarträume

Träume wirken real und stellen eine ganz eigene Welt dar. Dennoch ist diese Traumwelt absurd und folgt nicht den Regeln der Realität.

Obwohl offensichtliche Unterschiede bestehen, gelingt es Dir bei gewöhnlichen Träumen nicht, darauf einen Einfluss zu nehmen. Sie laufen wie ein Film vor Deinem inneren Auge ab.

Anders sieht dies bei Klarträumen aus. Bei diesem ist Dir bewusst, dass es nicht nur ein passiver Film ist, sondern Du bist in der Lage, die Geschichte zu beeinflussen.

Du kannst Dich frei bewegen und Entscheidungen treffen. Dabei ist Dir klar, dass es sich um einen Traum handelt. Möchtest Du solch ein Erlebnis haben, lässt sich das Klarträumen erlernen[6]. So ist es Dir möglich bewusste Traumvisionen zu erschaffen und diese Welt zu Deinem Vorteil zu nutzen.

Wiederkehrende Träume

Lassen sich bewusste Muster erkennen oder treten bestimmte Geschichten häufiger auf?

Dann liegt dies wahrscheinlich an Deinem Unterbewusstsein. Neben dem Fallen, beschreiben viele Menschen auch den Zahnausfall, eine Flucht oder eine Ohnmacht.

Dies sind klare Botschaften, dass das Unterbewusstsein von einer Angst geprägt ist. Meist handelt es sich um Zukunftsängste, die etwa mit der eigenen Gesundheit oder finanziellen Sorgen zusammenhängen.

Treten diese wiederkehrenden Träume auf, dann versuche zu ergründen, was diese Aussagen könnten. Meist hilft es, den Stress im Alltag zu reduzieren und mithilfe einer Meditation den Fokus auf positive Geschehnisse zu lenken. Dann erfährst Du wiederkehrende Träume, die sich besser anfühlen und nicht mit einer schlechten Laune am Morgen einhergehen.

Wie beeinflusst das Träumen Dein Leben?

Das Träumen ist eine wichtige Funktion des Gehirns, um sich vor einer Überlastung zu schützen. Ein ausreichender Schlaf ist wichtig für Deine Gesundheit und das Wohlbefinden.

Einfluss auf Deine Gesundheit

Die jeweiligen Schlafphasen besitzen wichtige Eigenschaften für die Gesundheit. Während im Tiefschlaf eine maximale Erholung im Vordergrund steht, ist der REM-Schlaf für die Aufarbeitung Deiner Erlebnisse zuständig.

Ständige Albträume
Wirst Du regelmäßig nachts von Albträumen aufgesucht, beeinträchtigen diese Deinen Schlaf und wirken sich negativ auf Deine Gesundheit aus

Schläfst Du nicht genügend und leidest unter Schlafstörungen, wirkt sich dies negativ auf Deine Gesundheit aus. Dein Immunsystem ist geschwächt und Erkrankungen treten gehäuft auf. Der Schlafmangel geht mit einer verkürzten Lebenserwartung einher.

Das Träumen beeinflusst ebenso Deine Gesundheit. Sie konfrontieren Dich mit Deinen Ängsten und können den Stress lindern. Auf diese Weise ist das Überwinden negativer Gedanken möglich, sodass diese sich nicht dauerhaft im Unterbewusstsein festsetzen. Versuche daher selbst Albträumen etwas Positives abzugewinnen und diese als Zeichen zu sehen, dass Du etwas in Deinem Leben ändern solltest.

Kreativität

In der „realen“ Welt bist Du ständig Grenzen ausgesetzt. Diese Grenzen zeigen sich auch bei der eigenen Vorstellungskraft.

Bei Kindern sind diese Grenzen weniger gefestigt. Sie verfügen noch nicht über die gleichen Erfahrungen und gelten daher als kreativer.

Möchtest Du selber Deine Kreativität fördern, ist dies mithilfe der Traumerlebnisse möglich. Im Traum sind die natürlichen Barrieren nicht vorhanden, da die entsprechenden Nervenzellen ruhen.

Stehst Du vor einer schwierigen Entscheidung und suchst nach einer Lösung, ist es hilfreich auf Deine Träume zu achten. Möglicherweise lässt sich dort eine Antwort finden, an die Du bisher nicht gedacht hast.

Träume bewusst steuern

Träume beeinflussen, mit welchem Gefühl Du aufstehst und den Tag beginnst. Ein Albtraum könnte hartnäckig den gesamten Tag beeinträchtigen.

Um dies zu vermeiden, bietet es sich an, mit einem positiveren Gefühl einzuschlafen. Nutze Entspannungstechniken und eine Meditation, um Deine Gedanken besser steuern zu können.

Achte am Abend auf eine gesunde Schlafhygiene und führe Rituale ein, die Dich zur Ruhe kommen lassen. Ohne Stress und mit einer positiveren Grundeinstellung wirst Du auch merken, dass die Träume sich besser anfühlen.

Möchtest Du das Klarträumen erlernen, gib es hierfür eigene Trainingsvarianten. Führe dazu Realitäts-Checks durch, in welchem Du Dir vor Augen führst, ob Du gerade träumst oder Dich in der realen Welt befindest. Mit etwas Geduld kannst Du mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Klartraum herbeiführen und bewusst den Traum erleben.

Was bedeuten die Träume?

In der Psychologie wird die Traumdeutung als ein wichtiges Instrument angesehen, um tieferliegende Ängste und Traumata zu interpretieren. Sigmund Freud[7] gilt als einer der Begründer, die sich intensiv mit der Bedeutung der Träume auseinandergesetzt haben. Auffällig ist hierbei, dass viele Menschen ähnliche Träume erleben.

Den Tod im Traum erfahren

Siehst Du, dass eine fremde Person oder gar Du selbst im Traum stirbt, mag dies einen Albtraum für Dich darstellen. Ganz so negativ ist die Bedeutung aber häufig nicht. Meist ist damit verbunden, dass Du lernen solltest loszulassen und dass große Veränderungen anstehen.

Spinnen im Traum

Eine Spinnenphobie gilt als weit verbreitet. Begegnest Du diesen Tieren im Traum, steht dies für eine Angst vor Konflikten. Ein positives Zeichen ist es, wenn sich die Spinne bewegt. Dann steht diese für eine Dynamik und positive Veränderungen.

Im Traum fliegen

Wer möchte nicht gerne wie ein Vogel frei die Welt erkunden? Erlebst Du das Fliegen im Traum häufiger, dringt dabei Dein Drang nach Freiheit durch. Du möchtest unabhängiger und selbstständiger werden.

Warum Träumen wichtig für Dich ist

Das Träumen stellt eine Regeneration des Gehirns dar. Die entstehenden Bilder vor dem inneren Auge sind Ausdruck des Unterbewussten. Achte auf Deine Träume, um selbst mehr über Dich zu erfahren.

Hast Du bisher bewusst Emotionen und Wünsche unterdrückt? Dann wirst Du auf diese Weise kaum zu einer inneren Zufriedenheit finden.

Nimm die Hinweise Deines Traums ernst und achte auf einen ausreichenden Schlaf. Insbesondere für Kinder ist das Träumen ein wichtiger Bestandteil der Gehirnentwicklung.

Versuche vor dem Schlafengehen eine positive Grundstimmung zu erreichen, um dank der Träume morgens mit mehr Energie aufzustehen. Du wirst merken, wie dies Dein Wohlbefinden verbessert und Du Energie aus diesen Träumen gewinnst. [8] [9]

Referenzen

Referenzen
1 https://www.praxisvita.de/wie-lange-dauert-eigentlich-ein-traum-luzides-traeumen-wie-wir-unsere-13368.html
2 Wamsley, E. J., & Stickgold, R. (2010). Dreaming and offline memory processing. Current Biology20(23), R1010-R1013. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982210013606
3 Siegel, J. M. (2003). Why we sleep. Scientific American289(5), 92-97. https://www.jstor.org/stable/26060531
4 Peever, J., & Fuller, P. M. (2017). The biology of REM sleep. Current Biology27(22), R1237-R1248. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982217313295
5 https://www.primal-state.de/traumtagebuch/
6 La Berge, S. P. (1980). Lucid dreaming as a learnable skill: A case study. Perceptual and Motor Skills51(3_suppl2), 1039-1042. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.2466/pms.1980.51.3f.1039
7 https://www.sueddeutsche.de/kultur/freuds-traumdeutung-der-treibende-eisberg-1.422157
8 Freud, S., & Strachey, J. (1996). The interpretation of dreams (p. 217). New York: Gramercy Books. https://mindsplain.com/wp-content/uploads/2020/08/Interpretation_of_dreams.pdf
9 Nir, Y., & Tononi, G. (2010). Dreaming and the brain: from phenomenology to neurophysiology. Trends in cognitive sciences14(2), 88-100. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1364661309002678
Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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