Tageslichtlampe oder Tageslichtwecker – Wo liegen die Unterschiede?

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig ausreichend Tageslicht zu erhalten. Fühlst Du Dich müde und das Aufstehen fällt Dir schwer? Verbringst Du die meiste Zeit des Tages im Büro und hast nicht die Möglichkeit das natürliche Sonnenlicht zu nutzen?

Dann wirst Du den Mangel des Sonnenlichtes deutlich zu spüren bekommen. Denn das natürliche Licht beeinflusst maßgeblich den Hormonhaushalt. So ist es etwa an der Bildung des Schlafhormons Melatonin und Glückshormons Serotonin beteiligt.

Ohne ausreichend Sonnenlicht treten depressive Verstimmungen auf und Dein Immunsystem leidet darunter. Der Vitamin-D-Mangel[1] macht sich bemerkbar und im Winter wirst Du vermehrt unter Infektionskrankheiten leiden.

Möchtest Du Deiner Gesundheit etwas Gutes tun, könntest Du Deinem Körper mit Hilfe künstlicher Quellen das Licht zuführen. Die moderne Technik ist so fortgeschritten, dass Lampen einen ähnlichen Effekt besitzen wie das natürliche Sonnenlicht.

Hast Du bereits von Tageslichtlampen und Tageslichtweckern gehört, weißt aber nicht, worin genau die Unterschiede bestehen? Dann erfahre, worin die besonderen Eigenschaften dieser Leuchten bestehen und wann diese zum Einsatz kommen.

Was ist eine Tageslichtlampe?

Das Ziel der Tageslichtlampe ist es das natürliche Sonnenlicht so realistisch wie möglich nachzubilden. Dazu ist in der DIN EN 12.464[2] die Lichtfarbe geregelt. Die Lichtfarbe einer Tageslichtlampe liegt zwischen 5.000 und 6.500 Kelvin. Damit wird sowohl ein kühleres als auch ein gewöhnliches Tageslicht abgebildet.

Werden im Haushalt häufig noch warmweiße Lampen eingesetzt, sind diese für eine Tageslichtlampe ungeeignet. Diese besitzen eine Lichtfarbe von etwa 3.000 Kelvin, besitzen aber nicht die gewünschte Wirkung, die mit einer Tageslichtlampe erzielt werden soll.

Künstliches Sonnenlicht

Die Tageslichtlampe weist eine hohe Lichtintensität auf und die Lichtcharakteristik kommt dem Sonnenlicht möglichst nahe. Dadurch kurbelt das Licht die Vitamin D Produktion an und lindert Winterdepressionen.

Die Tageslichtlampe besitzt zudem ein Vollspektrumlicht. Dieses ist notwendig, um den vollen Effekt des Sonnenlichtes zu erhalten. Denn nutzt Du die Tageslichtlampe, lässt sich etwa die Bildung des Vitamin D anregen und das Schlafhormon Melatonin geht zurück. Du fühlst Dich wacher und unterstützt Dein Immunsystem.

Daher wird die Tageslichtlampe hauptsächlich zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Denn der moderne Alltag ist häufig geprägt von einem Mangel an natürlichem Licht. Du stehst am Morgen auf, wenn es draußen noch dunkel ist und begibst Dich zur Schule oder dem Arbeitsplatz, wo Du die meiste Zeit im Gebäude verbringst.

Gerade im Winter hat dies zur Folge, dass eine saisonale Depression auftritt und das Wohlbefinden darunter leidet. Du fühlst Dich müder, antriebslos und Dein Immunsystem ist geschwächt.

Mit Hilfe der Tageslichtlampe lässt sich eine Lichttherapie[3] durchführen. Mit dieser gleichst Du ganz einfach das Defizit der Sonne wieder aus. Ob zu Hause oder am Arbeitsplatz, mit einer regelmäßigen Lichtdusche bringst Du Deinen Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht und fühlst Dich besser.

Vorteile der Tageslichtlampe

Strahlt im vollen Lichtspektrum
Hohe Leuchtintensität
Gleicht einen Lichtmangel aus
Für therapeutische Zwecke gegen leichte Depressionen geeignet

Was ist ein Tageslichtwecker?

Wie beginnst Du Deinen Morgen? Nutzt Du einen Wecker, der Dich mit einem lauten Ton aus dem Schlaf reißt und Dich zum Aufstehen zwingt?

Dann ist dies mit Sicherheit keine schöne Erfahrung. Durch den lauten Weckton wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet[4]. Dein Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und glaubt aufgrund der lauten Umgebung sich in Gefahr zu befinden. Du wachst zwar auf, doch angenehm ist dieser Vorgang nicht. Neben dem Stress merkst Du deutlich eine höhere Müdigkeit. Möglicherweise ertönt der Wecker, wenn Du Dich gerade im Tiefschlaf befunden hast. Du benötigst erst etwas Zeit, bis Du Dich fit fühlst und den Tag beginnst.

Als Alternative kannst Du ein Wake-Up Light nutzen. Diese Tageslichtwecker sind mit einer Leuchte ausgestattet, die möglichst realistisch einen Sonnenaufgang simulieren. Du stellst die gewünschte Weckzeit ein und je nach Einstellung beginnt 20 bis 60 Minuten vorher die Simulation. Zunächst leuchtet die Lampe nur schwach und wird im Verlaufe immer heller. Durch den Einfluss des Lichtes wachst Du nach kurzer Zeit wie von allein auf und bist nicht einem lauten Weckton ausgesetzt.

Die Wirkung des Tageslichtweckers beruht darin, dass durch das Licht die Produktion des Schlafhormons Melatonin gezügelt wird. Dadurch wird, wie in der Natur, der Aufwachprozess eingeleitet. Sanft gleitest Du vom Tiefschlaf in die Wachphase über, ohne einem Stress ausgesetzt zu sein.

Dies ermöglicht es Dir wesentlich ausgeruhter und entspannter den Tag zu beginnen. Du benötigst keine Anlaufphase, sondern befindest Dich gleich auf „voller Höhe“.

Somit ist der Tageslichtwecker ein praktischer Ersatz, falls in Deinem Schlafzimmer kaum natürliches Licht eindringt oder Du früher aufstehen musst. Das Wake-Up Light ermöglicht Dir ein Aufwachen wie in der freien Natur, ohne gegen Deine inneren Uhr anzukämpfen.

Vorteile des Tageslichtweckers

Simulation des Sonnenaufgangs
Natürliche Wecktöne
Entspannter Start in den Tag
Simulation des Sonnenuntergangs hilft beim Einschlafen
Als Nachttischleuchte brauchbar

Die unterschiedlichen Anwendungsgebiete

Die Tageslichtlampe und der Tageslichtwecker mögen auf den ersten Blick recht ähnlich sein. Doch die Anwendungsgebiete unterscheiden sich deutlich, sodass diese Leuchten nicht einfach austauschbar sind. Sie verfolgen einen grundsätzlich anderen Zweck.

Therapeutische Zwecke

Um Symptome einer Depression zu lindern, die aufgrund eines Lichtmangels auftreten, ist die Tageslichtlampe wesentlich besser geeignet. Sie weist eine höhere Helligkeit auf, was mit einer stärkeren Wirkung einhergeht. Der Tageslichtwecker leuchtet weniger intensiv und dadurch wird der Lichtmangel kaum ausgeglichen.

Gesundes Hilfsmittel

Die Tageslichtlampe ist vor allem für die Gesundheit effektiv und im Winter ein gutes Mittel, damit der Körper genügend Licht aufnimmt.

Dennoch ist der Tageslichtwecker auch für das Wohlbefinden sinnvoll. Mit weniger Stress in den Tag zu starten sorgt für eine bessere Laune und beugt einer Erschöpfung vor. Ausgewiesene Depressionen lassen sich auf diese Weise aber kaum lindern.

Fühlst Du Dich antriebslos, erschöpft und bist vom Lichtmangel deutlich gezeichnet? Dann ist eine Tageslichtlampe für Dich besser geeignet, um diesen Symptomen entgegenzuwirken. Sie strahlt intensiver und weist eine Helligkeit von bis zu 10.000 Lux auf. Mit solch einer Lichtdusche wirst Du besser durch einen tristen Winter kommen.

Aufwecken

Zum Aufwecken ist die Tageslichtlampe hingegen nicht geeignet. Die Leuchte strahlt in einem Farbbereich, der eher der Mittagssonne entspricht. Sie ist nicht in der Lage das typische Rot beim Sonnenaufgang abzubilden.

Um morgens besser aufzustehen, ist daher ein Tageslichtwecker notwendig. Dieser simuliert möglichst realistisch einen Sonnenaufgang und hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Der natürliche Aufwachprozess wird eingeleitet, sodass Du sanft aufstehst.

Fühlst Du Dich nach dem Aufstehen noch müde, könnte in Kombination die Anwendung einer Tageslichtlampe sinnvoll sein. Eine kurze Lichtdusche[5] nach dem Aufstehen verleiht Dir Energie und Du fühlst Dich fitter. Als Wecker sind Tageslichtlampen allerdings nicht geeignet.

Tageslichtlampe oder Tageslichtwecker

Du kennst nun die unterschiedlichen Eigenschaften dieser Leuchten. Während die Tageslichtlampe hell in einem weißen Farbton erstrahlt, um die Bildung des Glückshormons Serotonin und Vitamin D zu fördern, dient der Tageslichtwecker als Unterstützung zum Aufstehen. Der Tageslichtwecker leuchtet schwächer und bildet einen anderen Farbbereich ab. Dadurch wird ein sanfter Aufwachprozess eingeleitet, er ist aber nur mäßig in der Lage saisonale Depressionen zu lindern.

Der Tageslichtwecker ist eine sinnvolle Investition, um das ganze Jahr über besser und mit weniger Stress aufzustehen. Der simulierte Sonnenaufgang weckt Dich sanft und verhilft Dir zu einem gesünderen Morgen.

Die Tageslichtlampe ist vor allem im Winter hilfreich, wenn Du unter einem Lichtdefizit leidest. Um die Winterdepression zu lindern, ist solch eine Lichtdusche nützlich und wirkt positiv auf Deine Gesundheit.

Entscheide Dich also je nach gewünschter Wirkung entweder für die Tageslichtlampe oder den Tageslichtwecker. Natürlich kannst Du diese Lampen auch in Kombination verwenden, um sowohl besser aufzustehen als auch am Tage über mehr Energie zu verfügen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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