Schlafregression – Die unruhigen Schlafphasen Deines Babys

Babys verfügen über einen sehr eigenwilligen Schlafrhythmus. Ihre innere Uhr ist noch nicht völlig im Takt, sodass es Ihnen schwerfällt, die Nacht durchzuschlafen[1]. Unterbrochen wird die Nachtruhe zudem von Mahlzeiten und wenn Du die Windel wechseln musst.

Der Schlaf der Babys ist zudem individuell. Während manche tief und fest schlafen, wirken andere unruhiger und wachen häufiger auf. Sie schreien, suchen die Nähe zu den Eltern und schlafen erst ein, nachdem Sie sich geborgen fühlen.

Gemeinsam haben Babys, dass die Schlafentwicklung nicht stetig voranschreitet. Es gibt Phasen, in denen Sie schlechter schlafen, öfter aufwachen und gereizter wirken. Diese Phasen werden als Schlafregression bezeichnet und sind in bestimmten Altersregionen ein gewöhnlicher Bestandteil der Entwicklung.

Wann tritt die Schlafregression auf und wie hilfst Du Deinem Baby wieder zu einem geruhsamen Schlaf?

Was ist die Schlafregression?

Der Schlaf ist eine wichtige Komponente der Entwicklung für Babys. Während der Nachtruhe verarbeiten Sie die gewonnenen Erfahrungen. Das Gehirn[2] ist dabei ständigen Änderungen und Neustrukturierungen unterworfen. Doch auch körperliche Veränderungen können dazu führen, dass der Schlaf leidet. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die ersten Zähne des Babys zum Vorschein kommen. Dies geht mit Schmerzen einher und es ist kein Wunder, dass diese Phase von einem unruhigeren Schlaf geprägt ist.

Anders sieht es hingegen während der typischen 4 bis 5 Phasen der Schlafregression aus. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass Dein Baby neue Meilensteine erreicht hat. Etwa, wenn es sich mehr bewegen kann und anfängt zu sprechen. Es nutzt die neu gewonnenen Fähigkeiten ausführlich und dies geht mit einer gewissen Anstrengung als auch Neustrukturierung des Gehirns einher.

Schläft Dein Baby plötzlich schlechter, könnte dies also an der Schlafregression liegen. Sei beruhigt, denn diese Phase geht wieder schnell vorüber und ist ein Zeichen einer gesunden Entwicklung.

Wann findet die Schlafregression statt?

Die Entwicklung Deines Babys ist individuell. Daher könnte es sein, dass die Schlafregression mal früher oder später auftritt. Dies ist kein großartiger Grund zur Sorge.

Verantwortlich sind meist Veränderungen des Gehirns oder Wachstumsschübe. Im Allgemeinen werden die folgenden Einteilungen vorgenommen, in denen die Schlafregression für gewöhnlich auftritt.

4 Monats Schlafregression

Die ersten Wochen und Monate mit Deinem Baby stellen sicherlich eine schöne, aber auch herausfordernde Zeit dar. Insbesondere der Schlaf der Eltern leidet und ein Schlafentzug tritt häufig auf.

Nachdem die ersten turbulenten Wochen und Monate überstanden sind, hoffst Du nun etwas mehr schlafen zu können. Doch die 4 Monats Schlafregression steht Deinem Schlafbedürfnis entgegen.

Ähnlich wie bei Erwachsenen ist auch bei Babys der Schlaf in verschiedene Phasen unterteilt. Diese gliedern sich in:

Einschlafphase
Leichter Schlaf
Tiefschlaf
REM-Schlaf

Während Erwachsene etwa 2 Stunden im Tiefschlaf verbringen, ist diese Phase bei Babys deutlich ausgeprägter. Um den 4. Lebensmonat herum verändern sich die Schlafphasen beim Baby leicht. Während der zweiten Schlafhälfte befindet sich Dein Baby in einem leichteren Schlaf und neigt dazu häufiger aufzuwachen.

Zudem fällt dieser Zeitraum in die orale Phase[3] sowie weiteren motorischen Veränderungen. All dies ist ziemlich aufregend und Dein Baby bewegt sich im Schlaf mehr. Der Wechsel der einzelnen Schlafphasen sowie der Entwicklungssprung führt im 4. Monat dazu, dass der Schlaf darunter leidet und Dein Baby etwas unausgeglichener wirkt.

9 Monats Schlafregression

Nach der ersten Schlafregression hast Du etwas Ruhe. Dein Baby schläft nun hoffentlich besser und Du kannst das Schlafdefizit nachholen.

Dein Baby erlernt das Krabbeln, dreht sich mitunter auf den Bauch und wieder auf den Rücken. Auch die geistige Entwicklung schreitet voran und es kann einzelne Personen voneinander unterscheiden.

Für gewöhnlich halten Babys zu diesem Zeitpunkt noch einen längeren Mittagsschlaf. Dieser ist wichtig, um den ausführlichen Schlafbedarf zu erfüllen.

Die gewonnenen Erfahrungen und Fähigkeiten können im 9. Lebensmonat dazu führen, dass sich wiederum das Schlafmuster verändert. Für Dein Baby wird es wesentlich interessanter sein sich zu bewegen, als ruhig in der Kinderwiege zu liegen. Daher kommt der Schlaf etwas zu kurz.

12 Monats Schlafregression

Ein wichtiger Meilenstein der Entwicklung ist das Laufen. Ab dem 12. Lebensmonat beginnen Babys häufig die ersten Schritte zu erlernen. Zudem ist das Zahnen in vollem Gange[4].

Baby zahnt
Das Zahnen ist ein Grund, weshalb die Schlafregression auftreten könnte

Diese schmerzhafte Erfahrung stellt eine Belastung für Dein Baby dar. Es sucht Deine Nähe und möchte am liebsten nur auf dem Arm schlafen.

Mit etwas Geduld geht aber auch diese Phase vorüber, sodass die Schlafprobleme der Vergangenheit angehören.

18 Monats Schlafregression

Nicht nur Babys sind von der Schlafregression betroffen. Auch Kleinkinder überkommt weiterhin eine Phase, in der Sie etwas schlechter schlafen. Dies tritt typischerweise im 18. Lebensmonat auf.

In diesem Alter verlangen Kleinkinder deutlich nach mehr Autonomie. Sie können allein laufen, Dinge greifen und möchten Ihren eigenen Willen durchsetzen.

Dies macht sich in allen Lebensbereichen bemerkbar. Das Essen wird zu einer Geduldsprobe und auch beim Schlafengehen weigert sich das Kind. Dies ist völlig normal und es ist wichtig Deinem Kind die Selbstständigkeit zuzugestehen, die für das Alter entsprechend ist.

Wie lange hält der unruhige Schlaf an?

Die einzelnen Phasen der Schlafregressionen können Deine Geduld ganz schön auf die Probe stellen. Dein Baby möchte nicht mehr den Mittagsschlaf ausführen und der Alltag gerät noch mehr durcheinander als dies aufgrund des Babys ohnehin der Fall ist.

Das Schlafverhalten unterliegt einer immensen Veränderung. Es dauert meist etwa 2 bis 6 Wochen, bis die neuen Schlafgewohnheiten greifen und die Nächte wieder ruhiger werden. Nutze die folgenden Tipps, um den Babyschlaf zu fördern und die Schlafprobleme zu lindern.

Tipps, um mit der Schlafregression umzugehen

Zeigt sich Dein Baby unruhig und gereizt, mag sich diese Stimmung auch auf Dich übertragen. Insbesondere im Angesicht des Schlafmangels und dessen Folgen wünschst Du Dir, dass Dein Baby doch endlich ruhiger schläft. Jedes Baby ist anders und dementsprechend ist auch das Schlafverhalten individuell. Mit den folgenden Tipps schaffst Du eine Grundlage, um die Schlafregressionen gut zu überstehen.

Geduld bewahren

Dein Baby reagiert feinfühlig auf die Stimmung und die Verhaltensweisen der Eltern. Der Schlafmangel schlägt sicherlich auch auf Dein Gemüt. Doch umso wichtiger ist es, geduldig mit den Schlafproblemen Deines Kindes umzugehen. Wacht es auf und schreit, dann wirke zunächst mit ruhiger Stimme ein. Dadurch merkt es, dass die Eltern in der Nähe sind und beruhigt sich meistens von allein. Behalte im Hinterkopf, dass die Schlafregressionen wenige Wochen anhalten. Wechsel Dich mit Deinem Partner ab und gönne Dir Auszeiten, um den Stress zu lindern.

Schlafrhythmus beibehalten

Während den Phasen der Schlafregressionen besitzen Babys einen sehr unausgeglichenen Schlafrhythmus. Sie möchten nicht zur gewohnten Zeit ins Bett, sind in der Nacht öfters wach und beginnen den Tag stets zu einem anderen Zeitpunkt.

Umso wichtiger ist es, dass Du versuchst Deinen eigenen Tagesrhythmus möglichst unverändert zu belassen. Diese Regelmäßigkeit ist eine wichtige Orientierung für Dein Kind und hilft dabei bestimmte Ängste zu überwinden.

Falls Dein Baby nicht zur gewohnten Zeit schlafen möchte, versuche zumindest Ruhezeiten einzuhalten. Dann gibst Du Deinem Baby einen Halt und es gewöhnt sich leichter an die Umstellung.

Einschlafrituale integrieren

Fällt das Einschlafen schwer, sind Rituale sowohl für Erwachsene als auch Kinder ein gutes Hilfsmittel. Diese stellen ein Zeichen dar, dass nun die Nachtruhe anbricht und gewähren einen netten Ausklang vom Tag.

Als Schlafritual bietet es sich etwa an, Deinem Baby vorzulesen[5] oder ein Schlaflied vorzutragen. Vermeide jedoch zu „aufregende“ Spieleinheiten und stelle die Ruhe in den Vordergrund.

Förderliche Schlafumgebung schaffen

Die Schlafumgebung bietet ebenso eine gesunde Grundlage dafür, dass Dein Baby leichter in den Schlaf findet. Dunkle das Zimmer ab, versuche laute Störgeräusche zu vermeiden und halte die Wiege frei von Kuscheltieren, um die Gefahr des plötzlichen Kindstodes zu minimieren.

Hilfreich sind auch verschiedene Hilfsmittel. Ein Nachtlicht für die Steckdose spendet etwas Licht und ein Weißes Rauschen Gerät, hilft dabei den Lärm auszublenden. Dies ist nützlich, falls das Schlafzimmer neben einer lauten Straße liegt oder Baulärm auftritt.

Geborgenheit schenken

Der Schlafmangel schlägt auch auf das Gemüt Deines Babys. Die Veränderungen können Ängste auslösen und mitunter ist der Wachstumsschub auch mit Schmerzen verbunden.

Spende Deinem Baby mehr Zuneigung während des Tages und versuche die Ängste zu nehmen. Indem es sich bei Dir sicher aufgehoben fühlt, wird es besser mit den Entwicklungsschüben umgehen und wieder zu einem gleichmäßigen Schlafrhythmus finden.

Unruhige Schlafphasen Deines Babys

Die Entwicklung Deines Kindes verläuft nicht immer gleichförmig wie an der Schnur gezogen. Es ist völlig normal, dass verschiedene Entwicklungsschübe auftreten, die auch das Schlafverhalten betreffen. So kann es passieren, dass eigentlich ruhige Babys während gewisser Zeitpunkte vorübergehend unter Schlafstörungen leiden.

Verantwortlich sind dafür Entwicklungssprünge[6], die zu Veränderungen im Gehirn führen. Zudem möchte Dein Baby lieber die Neugier ausleben und die neu erlernten Fähigkeiten ausprobieren.

Zeige Dich geduldig und lasse Dich nicht aus dem Rhythmus bringen. Nach wenigen Wochen geht die Regression vorüber und Dein Baby wird wieder besser schlafen. Bei anhaltenden Problemen ist auch ein Schlafcoaching oder der Besuch beim Kinderarzt angebracht.

Nimm die Schlafregression als positives Zeichen auf. Denn sie zeigt, dass Baby sich prächtig entwickelt und den nächsten Meilenstein erreicht hat. [7] [8]

Referenzen

Referenzen
1 Pennestri, M.-H., Laganière, C., Bouvette-Turcot, A.-A., Pokhvisneva, I., Steiner, M., Meaney, M. J., & Gaudreau, H. (2018). Uninterrupted infant sleep, development, and maternal mood. Pediatrics, 142(6). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30420470/
2 Hartanti, A. T., Salimo, H., & Widyaningsih, V. (2019). Effectiveness of infant massage on strengthening bonding and improving sleep quality. Indonesian Journal of Medicine, 4(2), 165–175. http://theijmed.com/index.php?journal=theijmed&page=article&op=view&path[]=188
3 https://www.swissmom.ch/de/baby/spielen-und-lernen/die-orale-phase-14480
4 https://www.pampers.de/baby/zahnen/artikel/babys-erste-zaehne-reihenfolge
5 Choosing Great Books for Babies: Helping Children Develop a Life-Long Love of Reading https://eric.ed.gov/?id=EJ754262
6 https://www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/entwicklungskalender/
7 Elias, M. F., Nicolson, N. A., Bora, C., & Johnston, J. (1986). Sleep/wake patterns of breast-fed infants in the first 2 years of life. Pediatrics77(3), 322–329. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3951913/
8 Sadeh, A., & Anders, T. F. (1993). Infant sleep problems: Origins, assessment, interventions. Infant Mental Health Journal14(1), 17-34. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/1097-0355(199321)14:1%3C17::AID-IMHJ2280140103%3E3.0.CO;2-Q
Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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