Warst Du eine Nacht mal länger Feiern oder hat die Arbeit Deinen Tagesablauf durcheinandergebracht, wirst Du am nächsten Morgen unmittelbar spüren, wie der Schlafmangel sich auswirkt. Du bist müder und am Abend heilfroh, wenn Du im Bett das Schlafdefizit aufholst.

Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn Du längerfristig über wenig Schlaf verfügst? Welche Folgen besitzt der Schlafmangel und wie viel Stunden Schlaf pro Nacht benötigt Dein Körper?

Bedeutung des Schlafs für den Körper

Der Schlaf ist bedeutsam für Körper und Geist, um die Anstrengungen des Tages zu verarbeiten. Auf der Arbeit musst Du Dich konzentrieren oder für die nächste Klausur verbringst Du jeden Tag einige Stunden am Schreibtisch, um Dich auf die Prüfung vorzubereiten.

Am Ende eines solch produktiven Tages merkst Du förmlich, dass Dein Geist nicht mehr aufnahmefähig ist. Es scheint, als würde jegliche Information nicht mehr ankommen und egal wie sehr Du Dich zwingst zu lernen, bleibt einfach nichts hängen.

Während des Schlafs finden wichtige Regenerationsprozesse sowohl auf geistiger als auch körperlicher Ebene statt. Hast Du Dich sportlich verausgabt, wirst Du Dich nach dem Schlaf besser fühlen. Im Schlaf werden Stoffwechselprozesse angekurbelt, um den Körper zu stärken und die Anstrengungen besser zu überstehen. Gehst Du einer körperlich anstrengenden Tätigkeit nach, werden im Schlaf die Muskelfasern gekräftigt, sodass diese eine höhere Kraft oder Ausdauer aufbringen.

Auch das Gehirn arbeitet im Schlaf auf Hochtouren. Es verarbeitet die Eindrücke des Tages und ordnet es entsprechend zu. Gelerntes wird zunächst im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert. Wiederholst Du das Gelernte, speichert das Gehirn es im Langzeitgedächtnis ab, sodass die Informationen über einen längeren Zeitraum abrufbar sind.

Baby schläft
Babys schlafen fast den gesamten Tag, da die Erholung wichtig für Ihre Entwicklung ist

Nicht von ungefähr verbringen Babys fast den gesamten Tag mit dem Schlafen. Denn all die neuen Eindrücke und gewonnen Fähigkeiten müssen erst noch richtig verarbeitet werden. Der Schlaf ist hierbei wesentlich, um die benötigte Regeneration zu gewährleisten.

Wie viel Stunden pro Nacht Du schlafen sollst, ist individuell. Generell gilt die Empfehlung, dass die Schlafdauer dann ausreichend ist, wenn Du am Morgen ausgeruht aufwachst. Dies können auch weniger als 5 Stunden sein, wenn Du Dich damit wohlfühlst. Im Allgemeinen gilt eine Empfehlung von 7 bis 8 Stunden für die meisten Menschen als optimal.

Auf der anderen Seite ist nicht nur die Dauer des Schlafs wichtig. Auch die Schlafqualität muss berücksichtigt werden. Denn es kann auch sein, dass Du weitaus länger als 8 Stunden schläfst und trotzdem unter einem Schlafmangel leidest. Zu viel Schlaf gilt als ungesund und ist ebenso als eine Form der Schlafstörung zu bezeichnen.

Ernähre Dich gesund, treibe ausreichend Sport und achte auf einen gleichmäßigen Tagesablauf. Dann wird ein Großteil der Schlafstörungen zurückgehen und Du weniger und den Schlafmangel Folgen leiden.

Folgen des Schlafmangels

Wie macht es sich für Dich bemerkbar, wenn Du für längere Zeit wenig Schlaf erhältst und unter einem Schlafmangel leidest? Ist Deine Gesundheit in Gefahr oder reicht es, mit einfachen Mitteln gegen die Müdigkeit anzukämpfen, um das Schlafdefizit auszugleichen?

Halte Dir die Folgen von Schlafmangel vor Augen, um zu erkennen, wie sehr er Deine Lebensqualität einschränkt.

Verminderte Leistungsfähigkeit

Eine direkte Folge des Schlafmangels ist auf körperlicher Ebene zu beobachten. Schläfst Du nicht genügend, erhält die Muskulatur keine ausreichende Zeit zur Regeneration. Betätigst Du Dich sportlich aktiv und möchtest Deine Leistung kontinuierlich steigern, ist hierfür ein ausreichender Schlaf notwendig. Liegt ein Schlafmangel vor, ist es nicht möglich Deine maximale Leistungsfähigkeit abzurufen.

Nicht nur was die reine muskuläre Arbeit anbelangt, wirst Du eine Einschränkung feststellen. Auch auf motorischer Ebene sind die Fähigkeiten deutlich vermindert.

Verantwortlich ist hierfür das Hormon Adenosin. Dieses wird vom Körper kontinuierlich, während der Wachphase gebildet. Es besitzt einen wesentlichen Einfluss auf Deinen Schlaf-Wach-Rhythmus und lässt Dich im Tagesverlauf müder werden. Bleibst Du zu lange wach, steigt die Müdigkeit auf ein Niveau, bei welchem die Reaktionsfähigkeit nachlässt.

Schlafmangel - Autofahrt
Mit Schlafmangel zu fahren kommt einer Fahrt unter Alkoholeinfluss gleich

Besonders im Straßenverkehr ist dies bedeutsam. Hier gilt die Faustregel, dass nach 17 Stunden ohne Schlaf eine Reaktionsfähigkeit auftritt als würdest Du einen Alkoholpegel von 0,5 Promille besitzen. Nach 22 Stunden ist der Schlafmangel sogar mit einem Alkoholwert von 1,0 Promille vergleichbar. Damit steigt das Risiko eines Unfalls und es sollte vermieden werden, ein Fahrzeug zu führen.

Konzentrationsschwäche

Auf geistiger Ebene zeigt sich ebenso, wenn Du über zu wenig Schlaf verfügst. Dein Gehirn ist nicht in der Lage sich während der Nacht ausreichend zu erholen.

Insbesondere die Tiefschlafphase ist für das Gehirn wichtig, um sich zu sortieren und Informationen optimal zu verarbeiten. Ist die Tiefschlafphase zu kurz, erhält Dein Geist nicht die benötigte Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Informationen werden nicht korrekt abgespeichert.

Dies spürst Du vor allem an der Konzentrations- und Merkfähigkeit. Du kannst Dich nur über einen kürzeren Zeitraum auf eine Tätigkeit fokussieren und es treten häufiger Gedächtnislücken auf.

Berücksichtige dies, wenn Du zugunsten einer weiteren Lernstunde lieber auf den Schlaf verzichtest. Oftmals lohnt es sich nicht die Nächte vor einer Klausur dem Lernen zu opfern. Verfügst Du über einen gesunden Schlafrhythmus, wirst Du insgesamt viel weniger lernen müssen und Deine Gesundheit leidet darunter nicht.

Vermehrte Heißhungerattacken

Hast Du während des Tages für mehrere Stunden nichts gegessen oder getrunken, meldet sich Dein Hungergefühl. Dann wird nach einem kleinen Snack oder einer Mahlzeit verlangt, um den Hunger zu stillen.

Im Schlaf macht sich das Hungergefühl kaum bemerkbar, obwohl Du für mehr als 7 Stunden keine Nahrung zu Dir nimmst. Verantwortlich dafür ist das Hormon Leptin. Während der Nacht hemmt das Leptin das Hungergefühl, sodass Du nicht den Drang verspürst aufzustehen und essen zu müssen.

Schläfst Du zu wenig, wird die Produktion des Leptins gehemmt. Der Schlafmangel führt dazu, dass Du vermehrt unter Heißhungerattacken leidest. In der Folge tritt eine Gewichtszunahme auf und es liegt ein höheres Risiko einer Diabetes vor.

Zudem steht der mangelhafte Schlaf in Verdacht zu höheren Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu führen. Dadurch wird ebenso das Risiko der Erkrankung an Diabetes erhöht.

Geschwächtes Immunsystem

Schlafentzug - Krankheiten
Der Schlafentzug führt zu Erkrankungen und verkürzt die Lebenszeit

Wirst Du im Winter häufiger von Erkältungen geplagt und dauert es länger, bis kleinere Verletzungen verheilen?

Ein geschwächtes Immunsystem ist eine direkte Folge des Schlafmangels. Der Körper ist nicht in der Lage im Schlaf die eingedrungenen Krankheitserreger zu bekämpfen, sodass diese ein leichteres Spiel haben sich zu vermehren.

Als weiterer wichtiger Faktor wird hierbei der Stress aufgeführt. Bei einem Schlafmangel werden Stresshormone nicht ausreichend abgebaut, sodass Du dauerhaft unter der erhöhten Anspannung stehst. Der übermäßige Stress ist für Deine Gesundheit äußerst ungünstig. Denn Stress und Schlafmangel gehen mit diesen Risiken einher:

  • Höheres Herzinfarktrisiko
  • Neigung zum Übergewicht
  • Vermehrte Kalk- und Cholesterinablagerungen in Arterien und Blutgefäße
  • Häufigere Kopfschmerzen und Migräne
  • Gesteigertes Aggressionspotenzial

In jungen Jahren mag es noch keine schwerwiegenden Auswirkungen haben, wenn Du wenig schläfst. Der Körper ist noch hart im Nehmen und kann die negativen Folgen besser wegstecken. Im zunehmenden Alter sind die oben aufgeführten Risiken ernstzunehmen und können durchaus die Lebenszeit verkürzen.

Hormonstörungen

Eine weitere Folge von Schlafmangel ist der gestörte Hormonhaushalt. Sowohl Frauen als auch Männer sind davon betroffen.

Bei Frauen zeigen sich Zyklusstörungen und der Eisprung könnte ausbleiben. Der Schlafmangel führt bei Männern hingegen zu einer geringeren Spermienqualität.

Liegen nur wenige Stunden Schlaf vor, ist der Körper nicht in der Lage ausreichend Testosteron zu produzieren. Damit gehen die Einschränkungen bei Männern und Frauen in Bezug auf die sexuelle Aktivität gleichermaßen einher.

Wie gefährlich ist zu wenig Schlaf?

Wer wenig schläft, schadet seinem Körper. Eine Nacht mal nicht ausreichend zu schlafen wird noch keine spürbaren Langzeitfolgen mit sich bringen. Du fühlst Dich am nächsten Tag lediglich müde und wirst in der Nacht mehr Schlaf benötigen. Eine Zunahme von Krankheiten ist aber nicht zu erwarten.

Anders sieht es aus, wenn Du unter einer Schlafstörung leidest oder gar mehrere Nächte gar nicht schläfst. Dann wird der Schlafmangel zunächst Deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken. Die Konzentration ist nur über einen kurzen Zeitraum aufhaltbar und die Reaktionsfähigkeit entspricht einem leicht alkoholisierten Zustand.

Hält der Schlafentzug über mehrere Wochen an oder tritt dauerhaft eine Schlafstörung auf, ist mit dem Schlafmangel eine deutliche Steigerung von Krankheiten zu erwarten. Insbesondere das Herz-Kreislauf-System wird angegriffen und kann sich nicht ausreichend erholen. Daher ist es erwiesen, dass ein Schlafmangel mit einer kürzeren Lebenserwartung einhergeht. Wer wenig schläft, schadet sich und die Lebensqualität nimmt deutlich ab. Aufgrund der steigenden Ausfälle des kognitiven Systems kann solch ein extremer Schlafentzug tödlich enden. Unfälle sind eine häufige und schnelle Folge, da die Umgebung nicht mehr korrekt wahrgenommen wird.

Dem Schlafmangel begegnen

Die hier aufgeführten Folgen des Schlafmangels sollten Warnzeichen genug sein, damit Du die Schlafstörungen nicht einfach ignorierst. Versuche einen gesünderen Lebensstil zu führen, indem Du Dich ausgewogen ernährst, moderat Sport treibst und einen geregelten Tagesablauf beibehältst. Dann wirst Du die Folgen des Schlafmangels vermeiden und Deine Lebensqualität steigt spürbar an.

Höre auf Deinen Körper und sieh es nicht als Herausforderung an, mit so wenig Schlaf wie möglich die Tage und Nächte zu verbringen. Langfristig wird sich dies in einer kürzeren Lebenszeit ausdrücken und keinesfalls einen Zeitgewinn bringen.