Hängt der Haussegen schief, weil Deine Partnerin und Du sich nicht einigen können, ob das Fenster beim Schlafen geöffnet oder geschlossen sein soll? Bei diesem Thema scheiden sich die Geister und während manche Personen die frische Luftzufuhr benötigen, schwören andere hingegen, dass das offene Fenster ein Risiko darstellt.

Doch welche Sichtweise ist belegt und gibt es eine klare Anweisung, ob das Fenster beim Schlafen geöffnet sein sollte?

Einfluss der Temperatur auf den Schlaf

Bei welcher Temperatur fühlst Du Dich wohl und verbringst Du gerne die Nacht? Magst Du es lieber kühl oder sollen in Deinem Schlafzimmer wohlige Temperaturen herrschen?

Das Schlafzimmer sollte ruhig etwas kühler sein als die anderen Räume in der Wohnung. Zwischen 16 und 18 Grad liegt die optimale Schlaftemperatur und bei dieser fühlen sich die meisten Personen wohl.

Durch das offene Fenster können zu den meisten Jahreszeiten diese Temperaturen realisiert werden. Im Winter könnte es aber dazu kommen, dass es wesentlich kälter wird. Ein Grund, der gerne genannt wird, um bei dieser eisigen Kälte zu schlafen, besteht in der Vorstellung, dass dadurch das Immunsystem trainiert wird. Hierzu gibt es aber keine Belege und der Schlaf in einer kalten Umgebung scheint nicht „abhärtend“ zu wirken.

Umgekehrt sollte es aber auf keinen Fall zu warm sein. Ist es so warm, dass Du schwitzt, ist es hilfreich das Fenster zu öffnen, um kältere Luft in das Zimmer zu lassen.

Bei welcher Temperatur Du Dich am meisten während der Nacht erholst, hängt vor allem von Deinen Vorlieben ab. Mit einem offenen Fenster kannst Du die Temperatur beeinflussen und eher eine Raumtemperatur schaffen, die für Dich angenehm ist.

Bessere Luftzirkulation

Über die Atemluft stoßen wir Menschen während des Schlafes CO2 aus. Die Luft wird also förmlich „verbraucht“ und der Sauerstoffgehalt geringer. Die Luftqualität sinkt und damit wird auch Dein Schlaf beeinträchtigt.

Forscher haben in einer Studie nachgewiesen, dass ein niedriger CO2-Gehalt in der Luft zu einem besseren Schlaf führt. Personen schlafen tiefer und haben weniger Unterbrechungen. Insgesamt steigt die Schlafqualität.

Dieser Effekt wird von den Probanden subjektiv bestätigt. Sie fühlen sich viel ausgeruhter und bewerten die Schlafqualität als positiv. Am Morgen starten Sie mit mehr Energie in den Tag und fühlen sich nicht so schlapp.

Insofern stellt das offene Fenster beim Schlafen einen Vorteil dar, indem es den Luftaustausch anregt. Die verbrauchte Luft aus dem Schlafzimmer wird gegen sauerstoffreiche Frischluft ausgetauscht. Dieser Effekt ist umso größer, je mehr Personen im Schlafzimmer die Nacht verbringen und je kleiner der Raum ist. Daher ist es sinnvoll, das Fenster zu öffnen.

Weniger einflussreich ist hingegen das Aufstellen von Pflanzen im Schlafzimmer. Diese sind zwar ebenfalls in der Lage den CO2-Gehalt in der Luft zu reduzieren und Sauerstoff auszustoßen, dieser Effekt ist aber vernachlässigbar. Pflanzen werden zu keinen spürbaren Veränderungen der Atemluft führen.

Straßenlärm & Pollen

Mit offenem Fenster schlafen - Straßenlärm
In der Stadt bietet es sich an, sich mit Ohrenstöpseln oder einem Weiße Rauschen Gerät, sich vor dem Straßenlärm zu schützen.

Das Fenster während der Nacht geöffnet zu lassen kann aber auch mit Nachteilen verbunden sein. Einen wesentlichen Einfluss auf die Schlafqualität hat die Geräuschkulisse. Störgeräusche können den Schlaf beeinträchtigen und dazu führen, dass der Tiefschlaf nicht ausreichend wahrgenommen wird.

Wohnst Du in der Stadt, wirst Du wahrscheinlich zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Straßenlärm in Deiner Umgebung hören. Diesen blendest Du am Tag vielleicht noch aus, beim Schlaf ist dieser aber hinderlich. Hierbei werden Lärmgrenzen überschritten, die als schädlich beschrieben werden.

Insbesondere wenn auch LKWs in der Nähe Deines Schlafzimmers fahren, kann dies zu einer hohen Beeinträchtigung des Schlafes führen. Ein Grenzwert von 40 Dezibel sollte nicht überschritten werden, um einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten.

Leidest Du unter einer Allergie, kann das offene Fenster zu weiteren Problemen führen. Pollen können ungehindert in das Schlafzimmer eindringen und die lästigen Symptome Deiner Allergie auslösen. Daher gilt für Allergiker die Empfehlung, die Fenster geschlossen zu halten. Als Alternative könnten ansonsten noch Pollenschutzgitter helfen.

Solltest Du bei offenem Fenster schlafen?

Gibt es nun eine klare Entscheidung für oder gegen das offene Fenster beim Schlafen?

Dies hängt letztlich von Deinem persönlichen Empfinden ab. Es spricht aber einiges dafür, dass das offene Fenster den Schlaf fördert. Allen voran ist die Frischluft wichtig, damit Dein Körper sich optimal regenerieren kann. Bei einer verbrauchten Luft und zu wenig Sauerstoff werden die körpereigenen Prozesse eingeschränkt und der Schlaf ist weniger erholsam.

Problematisch wird es, wenn Du in der Stadt wohnst. Straßenlärm könnte Deinen Schlaf beeinträchtigen, selbst wenn Du dies gar nicht so wahrnimmst. Möchtest Du auf das offene Fenster nicht verzichten, bietet es sich an Ohrstöpsel oder ein Weiße Rauschen Gerät zu verwenden. Diese überblenden die Störgeräusche und sorgen für eine angenehmere Umgebung.

Ist die Außentemperatur zu kalt oder wärmer als im Schlafzimmer, bietet es sich an vor dem Schlafengehen stoßzulüften. Damit erreichst Du einen Austausch der Luft, ohne die Temperatur zu stark zu beeinflussen.

Demnach solltest Du selber entscheiden, ob das geöffnete Fenster für Deinen Schlaf besser ist. Es gibt aber gute Gründe, die dafür sprechen.