Schlafapnoe – Ursachen & Symptome

Morgens nur schwer aus dem Bett zu kommen und müde aufzustehen, stellt für viele Personen den Alltag dar. Sie fühlen sich, als hätte die Nacht kaum eine Erholung gebracht und leiden unter den Folgen des Schlafmangels.

Ursächlich dafür sind verschiedene Arten der Schlafstörungen. Weit verbreitet ist hierbei die Schlafapnoe. Dabei handelt es sich um eine Störung der Atmung, welche zu Atemaussetzern im Schlaf führt.

Erkennbar ist dies meist an einem lauten Schnarchen. Dieses stört nicht nur den Schlaf des Partners, sondern ist auch für Betroffene mit einem Leidensdruck verbunden. Die unregelmäßige Atmung führt zu einer eingeschränkten Regeneration. Teilweise ist die Sauerstoffversorgung nicht ausreichend, sodass die eigentliche Erholung im Schlaf kaum eintritt.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Ein Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren. Der Anteil der Schlafapnoe nimmt stetig zu. Da die Folgen schwerwiegend und eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität mit sich bringen, solltest Du bei Verdacht prüfen, ob eine Schlafapnoe vorliegt und entsprechende Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Unterschiedliche Typen der Schlafapnoe

Das Schlafapnoe Syndrom tritt bei etwa 2 bis 3% der erwachsenen Bevölkerung auf. Männer stellen den überwiegenden Anteil dar und das Risiko nimmt im Alter sowie einem Übergewicht zu[1]. Zu unterscheiden sind unterschiedliche Formen der Schlafapnoe, die sich im Schweregrad voneinander abgrenzen. Grob wird die folgende Einteilung vorgenommen.

Leichtes Schnarchen

Das Schnarchen hat verschiedene Ursachen, welche in der Regel nicht mit einer Gesundheitsgefährdung einhergehen. Bei Betroffenen ist die Nasenatmung erschwert, sodass Sie vermehrt durch den Mund atmen und dabei das Gaumensegel in Bewegung versetzen. Gründe für das leichte Schnarchen sind u.a.:

Schwangerschaft
Erkältung
Übergewicht

Stört das Schnarchen nicht und fühlst Du Dich morgens wach und ausgeruht, ist dies zunächst kein Grund zur Sorge. Häufig geht das Schnarchen zurück, wenn die Atemwege sich von der Infektion erholt haben oder das Idealgewicht erreicht wurde.

Das Schnarchen kann jedoch ein erster Hinweis für eine Schlafapnoe sein. Dies könnte dann der Fall sein, wenn morgens Kopfschmerzen oder eine Tagesmüdigkeit auftreten. Lasse Dich bei diesen Symptomen untersuchen[2], um die Atemaussetzer auszuschließen.

Obstruktives Schnarchen

Anders als das leichte Schnarchen ist beim obstruktiven Schnarchen die Atmung deutlich beeinträchtigt. Es tritt ein höherer Atemwiderstand auf. Einfach ausgedrückt fällt das Atmen im Liegen deutlich schwerer als im Stehen.

Um dennoch genügend Sauerstoff zu erhalten wird der Widerstand durch eine intensivere Atemanstrengung ausgeglichen. Betroffene holen also tiefer Luft und dies äußert sich im lauten Schnarchen.

Beim obstruktiven Schnarchen ist der Schlaf gestört. Der Schlaf geht mit häufigeren Wachepisoden einher und aufgrund der Schlafstörung tritt eine Tagesmüdigkeit auf. Damit verbunden sind die typischen Folgen eines Schlafmangels, wie etwa ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko oder eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit.

Der Übergang vom obstruktiven Schnarchen zur Schlafapnoe erfolgt fließend. Die Symptome sind relativ ähnlich und auch beim Schnarchen ist die Atmung beeinträchtigt. Im Gegensatz zur Schlafapnoe liegt jedoch nur ein Teilverschluss der Atemwege[3](Hypopnoe) vor, anstatt eines vollständigen Verschlusses (Apnoe).

Obstruktive Schlafapnoe

Bei der obstruktiven Schlafapnoe[4] ist die Atmung nicht nur leicht beeinträchtigt, sondern es kommt zu vollständigen Atemaussetzern. Die Aussetzer treten laut Definition etwa 5 Mal innerhalb einer Stunde auf und setzen die Atmung für mehr als 10 Sekunden aus.

Die obstruktive Schlafapnoe äußert sich in einem lauten Schnarchen. Auch hier ist der Atemwiederstand erhöht, sodass dies mit einer intensiveren Atmung versucht wird auszugleichen.

Lautes Schnarchen - Schlafapnoe
Die obstruktive Schlafapnoe geht mit einem lauten Schnarchen einher

Dies gelingt jedoch nicht zufriedenstellend und aufgrund der Atemaussetzer ist der Schlaf gestört. Es tritt eine kurze Weckreaktion auf, die Betroffene aus dem Tiefschlaf holt und somit keine genügende Erholung ermöglicht.

Eine höhere Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Depressionen sowie Angstzustände sind eine Folge der obstruktiven Schlafapnoe. Damit sind die gesundheitlichen Risiken vergleichbar mit einer mittelschweren bis schweren Schlafstörung und stellen eine hohe Beeinträchtigung der Lebensqualität dar.

Zentrale Schlafapnoe

Während bei der obstruktiven Schlafapnoe die Ursache im Mund- und Nasenbereich zu finden ist, tritt die zentrale Schlafapnoe aufgrund einer erschlafften Atemmuskulatur im Brustbereich auf. Auch hier sind mindestens fünf Atemaussetzer für rund 10 Sekunden in der Stunde zu verzeichnen.

Die Gesundheit leidet in gleicher Weise wie bei der obstruktiven Schlafapnoe. In vielen Fällen liegt eine gemischte Schlafapnoe vor, deren Ursache sowohl in den oberen Atemwegen als auch im Brustbereich zu finden ist.

Wie häufig tritt die Schlafapnoe auf

Wie häufig die Schlafapnoe innerhalb der Bevölkerung vertreten ist, lässt sich kaum sicher sagen. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Betroffene bei den vorliegenden Beschwerden nicht zum Arzt gehen. Die Schlafapnoe wird mit einem starken Schnarchen verwechselt und nicht diagnostiziert.

In den USA wird davon ausgegangen, dass etwa 2 bis 9% der erwachsenen Bevölkerung[5] unter der Schlafapnoe leidet. Die Schlafapnoe betrifft häufiger Männer als Frauen und kann in jedem Alter auftreten. Im fortgeschrittenen Alter ist das Risiko der Schlafapnoe jedoch höher.

Damit ist die Prävalenz der obstruktiven Schlafapnoe vergleichbar mit einer Diabeteserkrankung. Im Gegensatz zum Diabetes ist die Schlafapnoe jedoch häufiger diagnostiziert, sodass ein Großteil der Betroffenen die Erkrankung nicht behandelt und unter den Folgen leidet.

Das Schnarchen tritt bei etwa 30 bis 50% der Bevölkerung auf. Aufgrund des großen Vorherrschen des Schnarchens, liegen häufiger Verwechslungen vor, sodass die Schlafapnoe unerkannt bleibt.

Ursachen der Schlafapnoe

Die Ursachen sind abhängig von der Form der Schlafapnoe. Zwar gibt es große Übereinstimmungen, doch gibt es auch spezifische Ursachen, die etwa für eine obstruktive oder zentrale Schlafapnoe verantwortlich sind. Grundsätzlich eng verbunden sind die Atemaussetzer mit dem Schnarchen.

Schnarchen

Das Schnarchen tritt bei einem großen Teil der Bevölkerung[6] auf. Es geht häufig auf eine erschlaffte Muskulatur oder eine anatomische Beeinträchtigung der Atemwege zurück. Beim Ein- und Ausatmen sind die Atemwege verengt, sodass über eine normale Atmung nicht genügend Sauerstoff aufgenommen wird.

Zum Ausgleich muss die Strömungsgeschwindigkeit erhöht werden. Vergleichbar ist die Atmung mit dem Fließen von Wasser. Damit die gleiche Menge Wasser durch ein engeres Rohr oder eine Flussverjüngung gelangt, muss eine höhere Strömungsgeschwindigkeit vorliegen.

Instinktiv reagiert der menschliche Körper auf eine Verengung der Atemwege mit einer tieferen und intensiveren Atmung. Dies erhöht zwar die Strömungsgeschwindigkeit, doch setzt das umliegende Gewebe in Bewegung. Meist führen die Bewegungen des Gaumensegels und Zäpfchens zu den lauten Geräuschen, wobei auch die Seitenwände sowie die Zunge zur Lautstärke beitragen.

Durch eine Verengung der Atemwege tritt also das Schnarchen auf. Dies kann entweder chronisch sein oder falls die Beeinträchtigung der Atemwege vorübergeht, könnte das Schnarchen aufhören.

Obstruktive Schlafapnoe

Die Ursache der obstruktive Schlafapnoe ist ähnlich dem Schnarchen. Die Auswirkungen sind jedoch viel gravierender.

Zunächst liegt auch hier eine Beeinträchtigung der Atemwege vor. Diese führt nicht nur zu einem verminderten Sauerstoffdurchfluss, sondern einem kompletten Verschluss des Rachens. Die Muskulatur im Gaumen erschlafft und beim Einatmen entsteht ein Unterdruck, welcher zu einem Zusammenfall der Luftröhre führt. Es liegen also ein vollständiger Verschluss der Atemwege[7] und Atempausen vor.

Der Körper nimmt diesen gefährlichen Zustand wahr. Die Atemaussetzer halten für mehrere Sekunden an und es tritt ein weitaus niedrigerer Druck im Brustkorb auf. Ebenso steigt gleichzeitig auch der Kohlendioxidgehalt im Blut an. Denn nicht nur das Einatmen auch das Ausatmen ist gestört, sodass das Kohlendioxid den Körper nicht verlassen kann.

Sowohl der niedrige Druck im Brustkorb als auch der Anstieg des Kohlendioxids stellen starke Warnsignale dar. Der Körper reagiert darauf mit einem Anstieg des Blutdrucks, der Herzfrequenz und des Muskeltonus. Dadurch öffnen sich die Atemwege und die mangelhafte Sauerstoffversorgung wird ausgeglichen.

Die Atemaussetzer können in Extremfällen bis zu 140 Sekunden anhalten und sich hundertfach wiederholen. Die Öffnung des Atemtraktes ist meist mit einem lauten Schnarchen begleitet und könnte zum Aufwachen führen.

Dadurch ist ein normaler Schlafablauf nicht mehr möglich und es liegt eine starke Beeinträchtigung vor. Der Tiefschlaf ist davon am meisten betroffen und aufgrund der Störung ist eine wesentlich geringere Erholung festzustellen.

Zentrale Schlafapnoe

Auch die zentrale Schlafapnoe verhält sich ähnlich. Hier liegt allerdings kein vollständiger Verschluss der Atemwege vor. Ursächlich sind hier vorwiegend die Brust und das Zwerchfell. Die instinktive Atmung ist ausgesetzt und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Erst durch die niedrige Sauerstoffsättigung setzt die Atmung wieder ein. Dies ist ebenfalls von einer Weckreaktion begleitet, welche in Einzelfällen zum Erwachen führt. In jedem Fall stellt dies eine Störung des Schlafs dar und geht mit negativen gesundheitlichen Folgen einher.

Risikofaktoren

Die Schlafapnoe kann grundsätzlich jede Person betreffen. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit zu der Schlafapnoe führen und direkt dafür verantwortlich sind.

Übergewicht

Der wohl größte Risikofaktor der Schlafapnoe ist das Übergewicht. Rund drei Viertel[8] aller Personen mit dem Schlafapnoe Syndrom, sind auch von einem Übergewicht betroffen.

Übergewicht - Schlafapnoe
Übergewicht gilt als größter Risikofaktor der Schlafapnoe

Ursächlich sind hierfür Fetteinlagerungen im Gaumen- und Rachenbereich. Diese erschweren das Atmen und führen zunächst zu einem Schnarchen. Sind die Fetteinlagerungen stärker ausgeprägt, führt dies zu einem vollständigen Verschluss und die Schlafapnoe tritt auf.

Problematisch ist der entstehende Teufelskreis aus Schlafstörungen und Übergewicht. Denn ein mangelhafter Schlaf senkt die Produktion des Bluteiweißstoffes Leptin, welches den Appetit unterdrückt. Der Schlafmangel geht mit einem größeren Appetit[9] einher, sodass die Schlafapnoe bei steigendem Körpergewicht noch intensiver in Erscheinung tritt.

Schlafposition

Im Allgemeinen gilt es als gesund auf dem Rücken zu schlafen. In dieser Schlafposition findet eine Entlastung der Wirbelsäule statt und die Muskulatur kann sich erholen.

Für die Schlafapnoe ist der Rückenschlaf jedoch weniger gut geeignet. In dieser Position besteht die Gefahr, dass das Gaumensegel in den Rachen fällt und die Atmung beeinträchtigt.

Daher gilt die Empfehlung eine leicht seitliche Schlafposition einzunehmen. Dies befreit die Atemwege und senkt das Risiko der Atempausen in der Nacht.

Alkohol & Nikotin

Wer unter Schlafstörungen leidet, gewöhnt sich vielleicht an, mit einem Glas Wein den Abend ausklingen zu lassen. Schließlich führt der Alkohol zu einer höheren Müdigkeit und erleichtert das Einschlafen.

Der Alkohol ist aber keinesfalls förderlich für den Schlaf. Das Nervengift muss im Schlaf vom Körper abgebaut werden und stört die sonstigen regenerativen Prozesse.

Zudem führt der Alkohol zu einer Erschlaffung der Muskulatur. Damit ist auch die Gefahr größer, dass das Zäpfchen in den Rachen fällt. Ein vollständiger Verschluss der Luftröhre könnte aufgrund der schlaffen Muskulatur im Gaumen auftreten und der Druck im Brustbereich wird nicht aufrechterhalten.

Das Rauchen wirkt sich ebenso schädlich auf die Schlafapnoe aus. Das Nikotin begünstigt Entzündungen im Rachen und der Atemwege. Das Anschwellen der betroffenen Regionen erschwert die Atmung, sodass die Schlafapnoe gehäuft auftritt.

Schwangerschaft

Die Schwangerschaft stellt eine hohe Belastung für den Körper dar. Im dritten Trimester sind häufiger Atemaussetzer zu beobachten[10]. Dies ist meist auf die Zunahme des Körpergewichtes zurückzuführen. Auch Flüssigkeitseinlagerungen sind gehäuft, sodass die Atmung erschwert ist.

Nach der Geburt gehen die Beschwerden der Schlafapnoe jedoch zügig zurück. Während der Schwangerschaft hilft daher die Anwendung eines Schwangerschaftskissens, welche die seitliche Lagerung begünstigt und den Schlaf erleichtert.

Alter

Die Schlafapnoe kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Auch jüngere Menschen sind von den Atemaussetzern betroffen. Diese können mit dem Schlafmangel allerdings noch besser umgehen, sodass eine Diagnose häufig ausbleibt.

Im Alter nimmt das Risiko der Schlafapnoe zu. Dies ist vor allem auf die vorher genannten Risikofaktoren zurückzuführen. Wer regelmäßig Alkohol konsumiert und an einem Übergewicht leidet, wird im jüngeren Alter die Folgen nicht direkt zu spüren bekommen. Ab einem Alter von 40 Jahren treten die Auswirkungen deutlicher in Erscheinung, sodass auch die Schlafapnoe vermehrt auftritt.

Geschlecht

Männer sind deutlich häufiger von der Schlafapnoe betroffen. Ursächlich sind hierfür die unterschiedliche Anatomie im Halsbereich sowie die weiteren geschilderten Risikofaktoren. Männer rauchen häufiger und konsumieren mehr Alkohol, sodass diese Risikofaktoren zu einem höheren Auftreten der Schlafapnoe beitragen.

Symptome

Wie sich die Schlafapnoe äußert, wurde in weiten Teilen bereits ausgeführt. Hauptsächlich sind Atemaussetzer und das Schnarchen kennzeichnend für das Schlafapnoe Syndrom.

Schnarchen

Das Schnarchen tritt meist während der gesamten Nacht auf. Charakteristisch ist jedoch das besonders laute Schnarchen nach einer Atempause. Damit wird die mangelhafte Sauerstoffversorgung ausgeglichen und der tiefe Luftzug ist laut wahrnehmbar.

Atemaussetzer

Der vollständige Verschluss der Atemwege oder das Aussetzen der Atmung führen zu Atemaussetzern. Diese können bis zu 90, in Extremfällen selbst 140 Sekunden[11] anhalten. Im Verlaufe der Nacht treten die Aussetzer hunderte Mal auf und führen zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut.

Aufwachen in der Nacht

Die Atempausen werden von einer Wachreaktion begleitet. Der Körper reagiert instinktiv, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Meist nehmen Betroffene die Wachreaktion nicht bewusst wahr. Sie werden aus dem Tiefschlaf in eine leichtere Schlafphase versetzt, schlafen aber weiterhin. Dennoch sind mit der Schlafapnoe auch Durchschlafstörungen verbunden. Betroffene wachen vereinzelt auf und können kaum eine Nacht durchschlafen.

Müdigkeit

Unmittelbar wahrnehmbar ist eine höhere Müdigkeit am nächsten Morgen. Der Körper ist in der Nacht einem höheren Stress ausgesetzt und kann sich nicht in Ruhe regenerieren. Vor allem der Tiefschlaf leidet unter der Schlafapnoe.

Schlafapnoe - Müdigkeit
Die Schlafapnoe trägt zu einer höheren Müdigkeit bei

Die Müdigkeit setzt sich über den gesamten Tag fort und geht mit Konzentrationsschwierigkeiten einher. Betroffene sind weniger leistungsfähig und fühlen sich müde, wobei selbst ein längerer Schlaf nicht die gewünschte Verbesserung mit sich bringt.

Gesundheitliche Risiken

Die Müdigkeit und die verminderte Leistungsfähigkeit wirken sich bedeutsam auf den Alltag aus. Doch die Schlafapnoe geht nicht nur mit einer verminderten Lebensqualität einher.

Unbehandelt führt die Schlafapnoe zu einem etwa vier Mal höheren Sterberisiko. Zudem ist die Lebenserwartung um rund 10 Jahre reduziert. Dies ist zwar nicht exklusiv der Schlafapnoe zuzuschreiben und häufig auch mit den Risikofaktoren verbunden, doch tragen die Atemaussetzer einen großen Anteil dazu bei.

Die gesundheitlichen Folgen sind ähnlich den bekannten Risiken von Schlafstörungen dazu zählen:

Bluthochdruck
Herzinfarkt
Herzschwäche
Schlaganfall
Sodbrennen
Höhere Unfallgefahr

Aufgrund dieser ernsthaften Risiken ist es ratsam bei einem starken Schnarchen und einer ständigen Müdigkeit den Arzt aufzusuchen. Keinesfalls solltest Du dies einfach so hinnehmen.

Die Schlafapnoe wirkt sich schädlich auf das Herz-Kreislauf-System aus, weshalb Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck zu erwarten sind. Im weiteren Verlauf steigt das Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls.

Diagnose

Hast Du den Verdacht, dass bei Dir nicht nur ein leichtes Schnarchen auftritt, sondern das Schlafapnoe Syndrom Dir den Schlaf raubt, ist der Besuch beim Arzt angebracht. Dieser führt zunächst eine ausführliche Anamnese durch. Damit klärt er Deinen Gesundheitszustand ab und erörtert, wie wahrscheinlich die Schlafapnoe für Dich ist.

Oftmals können Betroffene selber kaum einschätzen, wie stark das Schnarchen und die Atempausen sind. Daher ist es sinnvoll, wenn der Partner den Besuch beim Arzt begleitet. Über die Charakteristik des Schnarchens lässt sich leichter die Schlafapnoe feststellen.

Nach der Befragung steht eine Untersuchung der Atemwege an. Werden Auffälligkeiten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich festgestellt, ist eine gezielte Therapie möglich. Bei schweren Fällen sind weitere diagnostische Untersuchungen und bildgebende Verfahren notwendig. Mit diesen werden etwa die Luftröhre und der Kiefer auf Unregelmäßigkeiten untersucht.

Anschließend ist eine genauere Beobachtung in einem Schlaflabor sinnvoll. Dort werden verschiedene Messungen durchgeführt, um die Atmung sowie die Schlafphasen zu kontrollieren. Nach Auswertung der Daten lässt sich gut einschätzen, ob eine Schlafapnoe vorliegt und die Therapie anschließen.

Behandlung

Die Behandlung der Schlafapnoe erfolgt auf mehreren Ebenen. Zunächst sollten Betroffene versuchen mögliche Risikofaktoren zu reduzieren. Dazu gehört etwa die Reduktion des Körpergewichtes sowie das Abgewöhnen des Rauchens. Je gesünder der Lebenswandel, desto geringer sind meist die Beeinträchtigungen durch die Schlafapnoe. Dadurch lässt sich bereits eine Linderung erzielen, wobei eine vollständige Heilung unwahrscheinlich ist.

Schlafhygiene

Ebenso ist auf ein gesünderes Schlafverhalten zu achten. Hierzu vermitteln die Regeln der Schlafhygiene eine gute Grundlage, um einen erholsamen Schlaf zu erhalten. Dazu gehört:

Regelmäßige Schlafenszeiten
Kein Alkohol am Abend
Lüften vor dem Schlafengehen
Stress am Abend vermeiden
Smartphone und Computernutzung am Abend einschränken

Diese Regeln helfen Dir dabei die Schlafqualität zu erhöhen. Dadurch lassen sich vor allem Einschlafstörungen reduzieren, weshalb am nächsten Morgen das Aufstehen leichter fällt. Auch hier ist zunächst nur eine Linderung der Symptome, aber keine Heilung zu erwarten.

CPAP-Gerät

Betroffene, die stark unter der Schlafapnoe leiden, werden eine Verbesserung der Beschwerden meist erst mit der Durchführung einer Atemwegsüberdrucktherapie erfahren. Dabei wird über eine Atemmaske ein ständiger Überdruck erzeugt, welche die oberen Atemwege öffnet und die Atmung erleichert. Die Atemmaske muss die gesamte Nacht über getragen werden.

Zunächst bedeutet dies eine große Umstellung und das Tragen der Atemmaske ist mit einer Gewöhnungszeit verbunden. Zudem erzeugen die CPAP-Geräte[12] eine gewisse Lautstärke, wobei hier kontinuierlich Verbesserungen zu verzeichnen sind. Der Einsatz eines solchen Gerätes führt bei einer Mehrheit der Behandelten zu einem deutlichen Anstieg der Lebensqualität. Sie berichten darüber, dass die Müdigkeit abnimmt und ein „normaler“ Tagesablauf wieder möglich ist.

Allerdings muss bei der Anwendung auch die Einschränkung des Tragens der Maske beachtet werden. Das Gerät muss auch auf Reisen mitgeführt werden und die Maske fühlt sich nicht immer komfortabel an.

Operation

Liegen anatomische Gründe für die Schlafapnoe vor, kann eine Operation[13] sinnvoll sein. Mit dieser ist etwa eine Korrektur der Nasenscheidewand oder das Herausnahmen der Mandeln möglich. Auch Fehlstellungen des Kiefers oder ein weicher Gaumen sind auf diesem Wege korrigierbar.

Die Therapie muss demnach auf die Ursache zugeschnitten sein. Eine medikamentöse Behandlung ist derzeit nicht möglich, da keine wirksamen Medikamente bekannt sind. Nach erfolgreicher Diagnose, einer Anpassung des Lebensstils und der begleitenden Therapie ist eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität zu erwarten. Somit steigt auch die Lebenserwartung und das Sterberisiko sinkt.

Erholt schlafen trotz Schlafapnoe

Die Schlafapnoe ist eine weitverbreitete Atemwegserkrankung. Im Mittelpunkt stehen das Schnarchen und das Auftreten von Atemaussetzern. Diese Beschwerden führen zu einem Schlafmangel und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Betroffene fühlen sich müde, weniger leistungsfähig und sind einer geringeren Lebenserwartung ausgesetzt.

Da die Therapie vielversprechend ist, sollten Betroffene nicht zögern und beim Verdacht einer Schlafapnoe den Arzt aufsuchen. Im Schlaflabor ist feststellbar, ob die Atempausen auftreten und im Anschluss eine gezielte Behandlung möglich.

Die Schlafapnoe ist zwar in den meisten Fällen nicht heilbar, aber unter kontrollierter Therapie gut in den Griff zu bekommen. So erhalten Betroffene einen Großteil der verlorenen Lebensqualität zurück und fördern Ihre Gesundheit.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
Leidest Du auch unter Schlafproblemen? Lerne, wie Du Dein Schlafverhalten verbesserst und eine ganz neue Lebensqualität erfährst. Egal ob Du Allergiker bist oder Deinen Schlaf optimieren möchtest. Auf Schlafenguru.de präsentiere ich Dir alles, was Du zum Thema Schlaf wissen musst. Ob Schlafverhalten oder das Finden der passenden Matratze. Gehe mit neuer Energie durch den Tag.
Neueste Beiträge

Eine Kopverformung beim Baby vermeiden

Babys verbringen die meiste Zeit des Tages in der Wiege. Die rasante Entwicklung während der ersten Lebensmonate kostet viel...

Schlafapnoe – Ursachen & Symptome

Morgens nur schwer aus dem Bett zu kommen und müde aufzustehen, stellt für viele Personen den Alltag dar. Sie...

Welcher Sport hilft bei Nackenverspannungen?

Nackenverspannungen treten meist aufgrund einer ungesunden Haltung und zu wenig Bewegung auf. Der Alltag vieler Personen ist von einem...

Nackenschmerzen und wie man die Ursachen beseitigt

Speziell bei der Arbeit vor dem Monitor, beim aufs Smartphone schauen und telefonieren sind Kopf, Arme und Schultern nur...

Ist Wärme gut für den Nacken

Bei Nackenschmerzen gilt Wärme als das Mittel zur Wahl, um die Schmerzen zu lindern. Durch die Wärme wird eine...

Baby schläft auf der Seite – Wie gefährlich ist es und was kannst Du dagegen unternehmen?

Erwachsene haben die Wahl, ob Sie lieber auf dem Rücken, der Seite oder dem Bauch schlafen. Dies ist abhängig...
Verbessere Deinen Schlaf

Klimaanlage im Schlafzimmer – Lohnt sich die Investition?

Im Sommer durchbrechen die Temperaturen selbst in Deutschland häufig...

Fußmassagegerät bei Plantarfasziitis – Wie hilfreich ist diese Massage?

Leidest Du unter Beschwerden beim Laufen, stehst Du die...

Welche Encasing Größen gibt es?

Leidest Du unter den Symptome einer Hausstauballergie, stellen Encasings...

Milben im Bett – Diese Mittel helfen effektiv

Läuft die Nase, sind Deine Augen gerötet und Du...

Knieschmerzen nachts – Ursachen & Therapiemöglichkeiten

Für viele Personen ist das Aufstehen kein schöner Moment....

Das könnte Dir auch gefallenEmpfehlung