RatgeberSchlaf und Hormone: Wie wirkt Melatonin?

Schlaf und Hormone: Wie wirkt Melatonin?



Guter Schlaf ist von so vielen unterschiedlichen inneren und äußeren Faktoren abhängig, dass es schwierig ist, allgemeingültige Tipps für schnelles Ein- und dauerhaftes Durchschlafen zu geben. Externe Einflüsse wie Matratzen, Klima und Beleuchtung sind den meisten Menschen wohlbekannt. Doch was passiert in uns drin? Aus diesem Grund werfen wir hier einen Blick darauf, welche biochemischen Bedingungen zum Schlaf beitragen und wie man diese optimieren kann.

Welche Hormone steuern den Schlaf?



Drei Substanzen in unserem Körper sind im Wesentlichen dafür verantwortlich[1], wie gut wir schlafen. Ihre Konzentration und Wirksamkeit ist von vielen Bedingungen abhängig. Am einfachsten sieht man dies beim Stresshormon Cortisol: Stehen wir unter andauernder hoher Belastung, steigt dessen Konzentration an. Einerseits ist es für erhöhte Leistungsfähigkeit unter Druck zuständig, andererseits ist eine dauerhaft hohe Konzentration ungünstig für die psychische Verfassung, das Immunsystem und auch unseren Schlaf. Senken wir abends unseren Stresslevel, schlafen wir besser.
Der Einfluss von Serotonin ist ebenfalls gut bekannt: Das Hormon ist für Zufriedenheit und psychische Stabilität verantwortlich und wird zum Beispiel durch den Einfluss von Sonnenlicht gebildet. Sinkt die Konzentration, drohen Depressionen und Schlafstörungen.
Am bedeutsamsten dürfte jedoch Melatonin sein, das rundheraus als “das Schlafhormon” bekannt ist. Seine Bildung hängt stark mit unserer inneren biologischen Uhr und dem Lichtregime der Umgebung zusammen. Bei starkem Blaulichtanteil der Beleuchtung[2] (zum Beispiel bei Arbeit an Computerbildschirmen) verzögert sich die Produktion des Stoffes, der uns müde und schlafbereit macht.

Melatoninpräparate für besseren Schlaf



Es gibt diverse Möglichkeiten, die Melatonin-Regulation des Körpers zu unterstützen wieder zu normalisieren. Viele der Tipps für schnelleres Einschlafen[3] basieren darauf, unseren Stoffwechsel wieder so einzustellen, dass die Melatoninproduktion zum Abend hin ansteigt und uns eine angenehme Ruhe beschert. So kann man bereits durch bewusste Ernährung dafür sorgen, dass die Substanz in ausreichendem Maße vorhanden ist. Doch nicht immer greifen diese sanften Methoden und liefern überzeugende Ergebnisse.
Sollte man in diesem Fall zu Medikamenten greifen? Auf keinen Fall! Die meisten verschreibungspflichtigen Schlaftabletten können zwar dafür sorgen, dass man schläft, stellen jedoch nicht die eigentliche Ursache ab und haben neben diversen Nebenwirkungen noch das Problem der Suchtgefahr. Doch zum Glück sind mittlerweile natürlichere Lösungen vorhanden, die helfen, dem Körper das eigene Hormon direkt zur Verfügung zu stellen. Melatoninpräparate überzeugen in wissenschaftlichen Studien und sorgen dafür, dass unser Stoffwechsel wieder lernt, mit den Hormonen zu gutem Schlaf zu kommen, die von vornherein dafür vorgesehen sind.

Keine Angst vor Therapie



Wie oben erwähnt, haben die Schlafhormone eine starke Verbindung zu unserer Psyche und ein Mangel oder Überschuss kann schwere Auswirkungen haben. Doch auch anders herum sind psychische Belastungen eine der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen. Bei hartnäckigen Problemen, die sich auch mit den hier vorgestellten Methoden nicht beheben lassen, ist das erste Mittel der Wahl die Psychotherapie[4]. Mit ihrer Hilfe deckt man Ursachen und ungünstige Verhaltensweisen auf, die unseren Schlaf beeinflussen. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich dabei als probate Methode erwiesen, den Patienten Werkzeug in die Hand zu geben, um diese Probleme eigenverantwortlich anzugehen. So können Schlaftagebuch, Entspannungsverfahren und Verhaltensänderungen zur besseren Schlafhygiene große Erfolge verbuchen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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