Beim Kauf der Matratze solltest Du auf einige Qualitätsmerkmale achten. Anhand der Eigenschaften lässt sich selbst ohne Probeliegen sagen, ob die Matratze für Dich geeignet ist oder zu Rückenproblemen führt.

Eine hohe Punktelastizität gilt zum Beispiel als ein Gradmesser dafür, wie gut sich die Matratze an Deinen Rücken anpasst. So liegst Du nicht nur komfortabler, sondern Rückenschmerzen gehen mit der Zeit zurück und Deine Muskulatur kann sich entspannen.

Bei der Recherche für eine neue Matratze wirst Du wahrscheinlich auch auf den Begriff des Raumgewichtes gestoßen sein. Dieses wird meist mit dem Wert „RG XX“ angegeben. Doch was bedeutet diese Zahl eigentlich und welchen Einfluss besitzt das Raumgewicht auf die Qualität?

Was ist unter dem Raumgewicht zu verstehen?

Wenn es um die Auswahl der Matratze geht, spielt die Beschaffenheit des Kerns eine große Rolle. Der Kern kann entweder aus Federn oder einem Schaumstoff bestehen. Bei Federkernmatratze wird für gewöhnlich die Anzahl der Federn angegeben. Je mehr Federn vorhanden sind, desto punktelastischer ist die Matratze und desto besser fühlt sich die Druckentlastung an.

Bei Schaumstoffmatratzen gibt es hingegen keine Angabe darüber, wie viele Federn vorhanden sind. Der Schaumstoff füllt die gesamte Fläche aus und daher sollte es dort keine Unterschiede geben?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn der Schaumstoff wird aus einer gewissen Rohmasse gewonnen. Aus der Rohmasse wird während des Schäumverfahrens der letztendliche Schaumstoff produziert, welcher im Kern zum Einsatz kommt.

Während des Aufschäumens wird der Rohmasse Luft beigefügt. Im fertigen Schaumstoff ist dies durch die zahlreichen Lufteinschlüsse gekennzeichnet, welche sich im Material befinden.

Durch die Lufteinschlüsse ist das Material weicher und die Atmungsaktivität steigt. Grundsätzlich ist die Luft also notwendig, um einen komfortablen Schaumstoff zu erhalten.

Eine Matratze mit weniger Lufteinschlüssen wird als formstabiler wahrgenommen. Sie besitzt einen größeren Anteil an Rohmasse, weshalb sie besser die Belastung verkraftet. Nachdem Du Dich auf die Matratze gelegt hast, wird der Schaumstoff zuverlässig in seinen Ausgangszustand zurückgehen und es bilden sich keine Liegekuhlen aus. Matratzen mit wenigen Lufteinschlüssen versprechen eine lange Lebensdauer und sind gut für Deinen Rücken.

Maßgeblich für die Einschätzung der Lufteinschlüsse ist das Raumgewicht. Es beschreibt das Verhältnis aus eingesetztem Material zum Volumen. Konkret ergibt sich für das Raumgewicht die folgende Formel:

Raumgewicht

RG = Gewicht / (Länge x Breite x Höhe)

Das Raumgewicht wird dementsprechend mit den Einheiten kg/m³ beschrieben. Je höher das Raumgewicht, desto mehr Ausgangsmaterial wurde eingesetzt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass ein hohes Raumgewicht für eine größere Dichte und weniger Luft steht.

Liegt ein niedriges Raumgewicht vor, hat der Hersteller der Rohmasse mehr Luft beigefügt. Dadurch spart dieser an Ausgangsmaterial und die Matratze ist in der Regel günstiger. Allerdings können auch die Liegeeigenschaften unter dem niedrigen Raumgewicht leiden.

Bei der Bestimmung des Raumgewichtes geht es übrigens nur um den Matratzenkern. Möchtest Du selber diesen Wert bestimmen, musst Du zunächst den Bezug entfernen und nur den Kern wiegen und ausmessen.

Welche Bedeutung besitzt das Raumgewicht?

Raumgewicht - Matratzenqualität
Je höher das Raumgewicht der Matratze, desto stabiler ist diese und verkraftet die Belastung besser

Anhand des Raumgewichtes lassen sich verschiedene Eigenschaften der Matratze ableiten. Je dichter das Material, desto hochwertiger ist die Matratze. Die folgenden Eigenschaften profitieren von einem hohen Raumgewicht.

Rückstellkraft

Legst Du Dich auf die Matratze, verformt sich die Oberfläche. Dies ist besonders ausgeprägt bei Memory Schaum Matratzen oder Kaltschaummatratzen. Durch die Flexibilität passen sie sich genau der Wirbelsäule an und wirken perfekt abgestimmt auf Deinen Körper.

Nach der Belastung sollte das Material in seine Ausgangslage zurückgehen. Je höher das Raumgewicht, desto besser ist die Rückstellkraft. Dies bedeutet, dass der Schaumstoff ohne Probleme seine ursprüngliche Form beibehält.

Formstabilität

Ähnlich der Rückstellkraft ist auch die Formstabilität eine wichtige Eigenschaft. Diese beschreibt nicht, dass der Schaumstoff unmittelbar nach der Belastung in seine Ausgangsform zurückgeht, sondern bezieht sich auf einen längeren Zeitraum.

Eine hohe Formstabilität stellt sicher, dass keine Liegekuhlen entstehen. Somit wirst Du die Matratze für einige Jahre nutzen können, ohne dass diese abgenutzt erscheint.

Lebensdauer

Je höher das Raumgewicht, desto besser verkraftet die Matratze die Belastung. Die Rückstellkraft und die Formstabilität geben bereits Hinweise darauf, dass die Matratze für lange Zeit genutzt werden kann. Das Material erweist sich generell als robuster und wird über einen längeren Zeitraum einen höheren Komfort bieten.

Ist ein hohes Raumgewicht automatisch besser?

Anhand der vorhergehenden Beschreibung des Raumgewichtes sollte klar sein, dass ein höherer Wert in der Regel zu bevorzugen ist. Doch ist ein hohes Raumgewicht in jeder Situation ein Vorteil?

Kindermatratzen

Beim Kauf einer Kindermatratze ist es nicht notwendig, dass diese besonders fest ist. Kinder stellen eine geringere Belastung dar. Daher ist es ausreichend, wenn die Kinderbettmatratze ein Raumgewicht zwischen 20 und 30 aufweist. Im Kindesalter wird die Matratze ohnehin nach wenigen Jahren für eine größere Version ausgetauscht. Nur falls Du im jungen Alter eine Ausführung kaufst, die Dein Kind praktisch bis ins Teenager Alter begleiten soll, ist ein höheres Raumgewicht empfehlenswert.

Gästematratze

Ebenso unterliegt die Gästematratze einer geringeren Belastung. Sie wird nicht dauerhaft genutzt, sodass die Langlebigkeit weniger von Relevanz ist. Ein geringeres Raumgewicht bedeutet, dass Du die Gästematratze flexibler einsetzen kannst. Sie ist leichter und lässt sich besser handhaben. Daher sind auch hier Werte von 20 bis 30 ausreichend.

Allgemeine Empfehlung

Für die meisten anderen Anwendungen ist es von Vorteil, wenn die Matratze ein höheres Raumgewicht aufweist. Wird die Matratze dauerhaft von Erwachsenen genutzt, ist ein Raumgewicht von 40 bis 60 zu empfehlen. Darüber hinaus gibt es auch Varianten mit noch höherem Raumgewicht. Hierbei stellen die Mehrkosten aber kaum eine spürbare Verbesserung dar, sodass ein Bereich von 40 bis 60 für Dich ausreichend ist.

Bringst Du ein höheres Körpergewicht auf die Waage, ist bei der Matratze für Übergewichtige das Raumgewicht unbedingt zu beachten. Hierbei sollte ein Wert von RG 50 nicht unterschritten werden.

Das Raumgewicht verstehen

Wenn Du das nächste Mal beim Matratzenkauf auf das Raumgewicht hingewiesen wirst, weißt Du nun etwas mit dem Begriff anzufangen. Es beschreibt die Dichte des Schaumstoffs und gibt das Gewicht pro Kubikmeter an. Je höher das Raumgewicht, desto mehr Ausgangsmaterial wird eingesetzt und desto weniger Luft wird im Herstellungsverfahren zugesetzt.

Ein höheres Raumgewicht spricht für eine höherwertige Matratze. Sie ist belastungsfähiger und für eine lange Lebensdauer nutzbar. Daher sollte die Matratze mindestens ein Raumgewicht von 40 aufweisen, wenn Du sie für lange Zeit verwenden möchtest.

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