Problemfaktor Schlafstörungen: Wo sie herkommen und was dagegen hilft

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Wer abends im Bett lange nicht einschlafen kann, nachts immer wieder aufwacht und sich morgens gerädert fühlt, leidet vermutlich unter Schlafstörungen. Das gilt vor allem, wenn sich die Probleme über einen längeren Zeitraum zeigen und kaum verbessern. Weil Schlafmangel der Gesundheit schaden kann, ist Gegensteuern wichtig. Sowohl die Forschung nach Ursachen als auch SOS-Tipps helfen dabei.

Frau liegt auf Bett
Schlafstörungen: Viele Betroffene freuen sich nicht mehr auf ihr Bett

Ursachenforschung: Woher kommen Schlafstörungen?

Bei Schlafstörungen handelt es sich meist nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr um ein Symptom. Ganz ähnlich wie beispielsweise Fieber bei einem Infekt reagiert der Körper durch Schlafstörungen auf widrige Umstände. Folglich ist es wichtig, hier einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und nicht nur symptomatisch zu behandeln. Vom Arzt verordnete Schlafmittel können zwar helfen, beseitigen jedoch nicht das Problem an der Wurzel. Langfristig führt daher kein Weg vorüber am Blick auf die Details.

Als mögliche Ursache von Schlafstörungen kommen

  • eine wenig schlaffördernde Umgebung
  • Sorgen und Probleme
  • psychische Erkrankungen
  • organische Erkrankungen
  • Schimmel im Schlafzimmer
  • und plötzlich veränderte Lebensumstände

in Betracht.

Auch Stress kann hier eine bedeutende Rolle spielen, wie ein Artikel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Bezug auf Kinder und Jugendliche erläutert: „Die Beschwerden resultieren aus der anhaltenden Aktivierung des Organismus. Die ständigen Belastungen versetzen das Nerven- und Hormonsystem in Daueralarm. Adrenalin und andere Stresshormone schießen ins Blut. Mit der Zeit bringt das den gesamten Körper aus dem Gleichgewicht – Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen sind einige der Folgen.“ (Quelle )

Die Suche nach Ursachen der eigenen Schlafstörungen kann lange dauern und durchaus mühsam sein. Wer sich dieser Aufgabe nicht im Alleingang widmen möchte, kann Freunde oder den Beziehungspartner um Unterstützung bitten. In aller Regel ist es auch in deren Interesse, dass die betroffene Person wieder gut schlafen kann.

Schlafstörungen somatisch abklären lassen: Eine gute Idee!

Viele Menschen scheuen bei Schlafproblemen den Gang zum Arzt. „Ach, so schlimm ist das schon nicht!“, heißt es dann oft. Die wertvolle Zeit der Mediziner sinnlos in Anspruch zu nehmen, ist dabei eine häufige Sorge, die von der Konsultation abhält.

In Wirklichkeit aber ist es richtig und wichtig, Schlafstörungen ärztlich abklären zu lassen. Schließlich gibt es durchaus körperliche Ursachen und psychische Erkrankungen, die einer Behandlung bedürfen. Zu möglichen Diagnosen, die in Verbindung mit Schlafstörungen stehen, gehören beispielsweise:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Schmerzerkrankungen
  • Schlaf-Apnoe
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • und neurologische Störungen.

Stellt sich heraus, dass es eine behandelbare Ursache für die eigenen Schlafstörungen gibt, ist das oft sehr entlastend. Nicht selten nämlich geben sich Menschen selbst die Schuld an ihrem Leid und sehen die Probleme als Resultat ihrer eigenen Unzulänglichkeit.

Wertvolle SOS-Tipps gegen Schlafstörungen

Hat sich im Zuge der Suche nach Schlafstörungen keine körperliche oder psychische Ursache finden lassen und gibt es weder in der Schlafumgebung noch in Bezug auf die Lebensgestaltung Störfaktoren, können vorübergehende Probleme mit dem nächtlichen Schlaf durchaus harmlos sein.

Die folgenden drei Tipps können dabei helfen, wieder ruhigere Nächte zu genießen.

1. Natürliche Mittel zur Unterstützung

Es ist nachvollziehbar, dass Betroffene bei Schlafstörungen nicht sofort zu Medikamenten greifen wollen. Vielen erscheint diese Maßnahme überzogen und sie scheuen mögliche Nebenwirkungen. Ganz ohne Unterstützung muss dennoch niemand auskommen. Pflanzliche Hilfsmittel wie CBD-Öl, Kräutertees mit beruhigender Wirkung und entspannend wirkende ätherische Duftöle sind einen Versuch wert.

Wer sich unsicher hinsichtlich eventueller Kontraindikationen oder Vorsichtsmaßnahmen ist, befragt vor der Einnahme dennoch am besten den behandelnden Arzt.

2. Meditation und andere Entspannungs-Techniken

Meditation gilt oft als spirituell und esoterisch. Forscher haben das Gebiet inzwischen jedoch recht ausführlich betrachtet und herausgefunden, dass regelmäßiges Meditieren tatsächlich auch positive Effekte auf den Körper und das Gehirn haben kann. Wer sich am besten täglich etwas Zeit nimmt, um bewusst zu atmen und in sich zu kehren, schafft damit einen Ausgleich zum lauten und oft reizüberfluteten Alltag. Das kann in manchen Fällen auch Schlafstörungen abmildern.

Meditieren
Meditation kann Tiefenentspannung und die Fähigkeit zur Selbstberuhigung fördern

Gleiches gilt für weitere Entspannungstechniken wie Yoga, Chi-Gong, Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Es lohnt sich, einmal bei der eigenen Krankenkasse nach der Übernahme von Kosten zu fragen. Einige Kassen leisten mindestens Zuschüsse zu Gesundheitskursen.

3. Atemübung: 4-7-11

Diese Atemübung ist ein echter SOS-Tipp, denn sie kann direkt beim Auftreten von Schlafproblemen angewandt werden. Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Übung läuft nach dem 4 – 7- 11-Schema ab, welches sich auf den Atemrhythmus bezieht. Konkret bedeutet dies:

  • 4 Sekunden lang tief einatmen
  • 7 Sekunden lang den Atem anhalten
  • 11 Sekunden lang langsam ausatmen

Die langsame Ausatmung stimuliert den Parasympathikus, der für die Entspannung zuständig ist. Infolgedessen kann sich der Herzschlag verlangsamen und es kommt allgemein zu einem gelösteren Gefühl. Die Atemübung kann mehrfach hintereinander durchgeführt werden und gilt als Geheimrezept an unruhigen Abenden.

Menschen mit Vorerkrankungen wie Lungenkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen fragen am besten ihren behandelnden Arzt, ob etwas gegen Atemübungen mit langen Pausen spricht.

Sebastian
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