Babys sind sehr empfindliche kleine Wesen. Die Knochenstruktur ist noch sehr weich und lässt sich leicht verformen. Dies ist notwendig, damit die Knochen der Entwicklung standhalten und mitwachsen können.

Diese leichte Verformbarkeit kann jedoch Auswirkungen auf das restliche Leben haben. Gerade am Kopf tritt eine hohe Belastung durch das lange Liegen auf, welche häufig mit einer veränderten Schädelstruktur einhergeht. Dieser Plattkopf könnte ohne geeignete Vorsichts- oder Gegenmaßnahmen für den Rest des Lebens fortbestehen.

Möchtest Du Dein Baby vor diesen Folgen bewahren, kannst Du frühzeitig den Kopf schützen. Wie dies geht und Dein Baby am besten schläft, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Die flexible Schädelstruktur

Kopf -Baby
Der Kopf ist beim Baby noch relativ weich und leicht verformbar

Baby sind noch sehr kleine Lebewesen und erreichen erst im Laufe des Älterwerdens Ihre endgültige Körperhöhe. Im Vergleich zum Rest des Körpers ist der Kopf bereits relativ groß. Dies ist notwendig, damit das Gehirn genügend Platz hat.

Damit das Baby durch den Geburtskanal passt, es daher notwendig, dass die Knochenplatten des Schädels noch beweglich sind. Sie passen sich an ihre Umgebung an und erleichtern auf diese Weise das Durchqueren des Geburtskanals.

Um die Verformbarkeit zu gewährleisten, befinden sich an der Schädelstruktur mehrere Suturen und Fontanellen. Dies sind Lücken, welche im ersten Lebensjahr geschlossen werden. Aufgrund der vorhandenen offenen Struktur ist es möglich die Knochen leichter zu verformen und diese gewinnen an Beweglichkeit.

Da die Kopfstruktur noch sehr weich ist, kann der Kopf bereits nach der Geburt leicht deformiert aussehen. Er muss nicht unbedingt „perfekt“ symmetrisch erscheinen, sondern ist mitunter leicht gewölbt und nicht komplett rund. Diese natürlichen Erscheinungen verwachsen sich in der Regel und nach wenigen Wochen erhält der Kopf seine runde Form wieder.

Das Entstehen des Plattkopfes

Die Knochenstruktur des Kopfes lässt beim Baby eine höhere Beweglichkeit zu. Dies ist für die Geburt hilfreich, benötigt in der Folgezeit jedoch eine größere Aufmerksamkeit.

Babys verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Schlafen. Mehr als 20 Stunden liegen Sie dazu in der Kinderwiege und ruhen sich einfach aus. Nur zum Einnehmen der Mahlzeit wachen Sie auf und erst in den Folgemonaten wird die Umgebung neugierig erkundet.

Für Eltern mag es ganz angenehm sein, wenn das Baby für längere Zeit schläft und eine Verschnaufpause darstellen. Doch für den Körper des Babys stellt dies mitunter eine höhere Belastung dar.

Verbringt das Neugeborene die Zeit meist in der gleichen Schlafposition, tritt die Belastung sehr einseitig auf. Dies führt dazu, dass der Kopf an dieser Stelle abgeflacht aussieht. Babys besitzen meist eine Lieblingsseite oder die Schlafstätte ist so gestaltet, dass der Kopf der immer gleichen Belastung ausgesetzt ist.

Insbesondere wenn das Baby fast ausschließlich auf dem Rücken schläft, ist der Hinterkopf von dieser Belastung betroffen. Dieser liegt flach auf dem Kissen oder der Babymatratze. Knapp die Hälfte aller Neugeborene sind aufgrund dieses Schlafverhaltens von einem leichten Plattkopf betroffen.

Welche Auswirkungen hat der Plattkopf?

Stellst Du bei Deinem Baby einen leicht verformten Kopf fest, musst Du nicht in Panik verfallen. Es mag zwar sehr ungewöhnlich aussehen, doch aus gesundheitlicher Sicht besteht kein Grund zur Sorge. In den allermeisten Fällen wird sich eine leichte Verformung wieder verwachsen und die ursprüngliche Form annehmen.

Kopfschmerzen oder andere Risiken gehen mit dem Plattkopf nicht einher. Das Gehirn ist zudem weiterhin geschützt und es besteht keine zusätzliche Gefahr, dass es zu Folgeschäden kommt.

Lediglich aus kosmetischen Gründen erscheint der Plattkopf etwas außergewöhnlich. Durch das Wachsen der Haare wird die Deformierung aber ohnehin kaschiert, sodass der Plattkopf kaum mehr auffällt.

Zumindest bei leichten Verformungen besteht also kein Grund zur Sorge. Ist der Plattkopf jedoch besonders prägnant, ist der Arzt zu konsultieren. Dieser kann eine Einschätzung abgeben, ob eine Krankheit als Ursache infrage kommt und ob weitere Maßnahmen notwendig sind.

Was kannst Du gegen den Plattkopf unternehmen?

Damit der Plattkopf erst gar nicht auftritt, sind die folgenden Maßnahmen sinnvoll. Mit diesen schützt Du die schwache Knochenstruktur des Kopfes und verhinderst das Auftreten des Plattkopfes beim Baby.

Einseitiges Liegen vermeiden

Schläft Dein Baby am liebsten auf dem Rücken und könnte in dieser Position den ganzen Tag verbringen? Dann solltest Du selbstständig darauf achten, dass die Liegeposition gewechselt wird. Die Rückenposition gilt zwar am sichersten, doch Du solltest das Neugeborene zur Abwechslung auch auf den Bauch legen. Wenige Minuten unter Aufsicht sind ausreichend, um die Belastung kurzzeitig zu verringern.

Mit zunehmenden Alter kannst Du die Dauer erhöhen, die Dein Baby auf dem Bauch liegt. Die Nacken- und Rückenmuskulatur gelten hierbei als Unterstützung, sodass die Bauchposition angenehmer wird.

Den Kopf öfter drehen

Nicht immer muss direkt die komplette Schlafposition verändert werden. Es ist schon ausreichend, wenn der Kopf leicht gedreht wird.

In der Rückenlage fällt der Kopf entweder zur linken oder rechten Seite. Um diese einseitige Belastung auszugleichen, kannst Du das Spielzeug mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite legen. Dadurch dreht Dein Baby öfter den Kopf und entwickelt sich auf beiden Seiten gleichmäßig.

Auch eine veränderte Position des Schaukelbettes kann hilfreich sein, um Dein Baby zu animieren. Es wird dann selbstständig den Kopf drehen und beide Seiten der Umgebung erkunden.

Lagerungskissen

Für Babys ist nicht zwingend die Nutzung eines Kopfkissens notwendig. Ein Babynest kann weich genug sein und einen ausreichenden Komfort bieten. Ein ungeeignetes Kopfkissen stellt hierbei eher eine Beeinträchtigung als Hilfe dar.

Möchtest Du dem Plattkopf vorbeugen, gibt es hierfür spezielle Lagerungskissen für Babys. Diese verfügen über einen leicht erhöhten Außenring und in der Mitte befindet sich die Aussparung für den Kopf. Dadurch wird die Belastung gleichmäßig auf das Polster verteilt und von der Schädeldecke genommen.

Der Plattkopf beim Baby

Dass der Kopf beim Baby sich leicht verformt ist nichts Ungewöhnliches. Die Knochenstruktur ist noch weich und die Lücken ermöglichen eine höhere Bewegungsfreiheit.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. In den meisten Fällen verwächst die Verformung in den kommenden Jahren von alleine und ist optisch nicht mehr wahrnehmbar.

Um eine zu starke Verformung zu verhindern, solltest Du die Schlafposition des Babys leicht verändern und mit einem Lagerungskissen die Belastung besser verteilen. Dann tritt erst gar keine Veränderung der Schädelstruktur auf.

In schweren Fällen ist der Rat des Arztes gefragt. Als Maßnahme bietet sich gegen die Verformung eine Anfertigung einer Helmorthese an. Dieser wird genau auf den Kopf des Babys angepasst und stellt einen Schutz dar. Dadurch erhält der Schädel genügend Raum, um natürlich zu wachsen und die Verformung geht zurück.

Möchtest Du Deinem Baby das Tragen des Helmes ersparen, dann achte frühzeitig auf eine gesunde Schlafhaltung. Auf diese Weise treten erst gar keine Sorgen auf, dass es Deinem Baby nicht gut gehen könnte.