Nächtlicher Harndrang – Was sind die Ursachen?

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Du bist eingeschlafen und gerade in das Land der Träume abgedriftet als sich plötzlich das natürliche Bedürfnis meldet. Du verspürst den Drang zur Toilette zu gehen und Dein Schlaf wird von dieser Unterbrechung gestört.

Musst Du in der Nacht mehrmals aufstehen und die Toilette heimsuchen, ist dies eine hohe Belastung für Dich. Der Schlaf ist gestört und Du verbleibst kaum in der wichtigen Tiefschlafphase.

Eigentlich sollte der Körper es aushalten 8 Stunden zu schlafen, ohne auf die Toilette zu müssen. Ist dies bei Dir nicht der Fall, solltest Du der Ursache auf den Grund gehen. Weshalb tritt der nächtliche Harndrang auf und ist dieser ein Signal für eine ernste Erkrankung?

Weshalb tritt der nächtliche Harndrang auf?

Zunächst solltest Du erfahren, dass es nicht ungewöhnlich ist zumindest einmal in der Nacht aufzustehen und sich zu erleichtern. Die Bedürfnisse sind individuell unterschiedlich und da kann es vollkommen normal sein, dass Du einmal nächtlich zur Toilette musst.

Ein Leidensdruck entsteht, wenn Du ständig den Harndrang verspürst. Du liegst gerade erst im Bett und hast schon wieder das Gefühl zur Toilette zu müssen. Stehst Du mehrmals in der Nacht auf oder nimmst den Harndrang intensiv wahr, beeinträchtigt dies Deine Lebensqualität.

Dann ist es zu empfehlen sich näher mit dem Thema zu beschäftigen und die Ursachen zu ergründen. Diese können wie folgt sein.

Vergrößerte Prostata

Tritt bei Männern der nächtliche Harndrang auf, könnte eine Ursache in der vergrößerten Prostata zu finden sein. Die Vergrößerung führt zu Problemen beim Wasserlassen. Der Harnstrahl ist schwächer, der Toilettengang dauert länger und am Ende ist die Blase nicht vollständig entleert. Dies hat zur Folge, dass die Blase sich schneller wieder füllt und der Harndrang auftritt.

Weshalb die Prostata sich vergrößert ist bisher weitestgehend ungeklärt. Es wird vermutet, dass es am Hormonhaushalt liegt und ein Zusammenhang mit Testosteron besteht. Auch andere Faktoren, wie etwa ein Übergewicht oder Diabetes stehen im Verdacht die vergrößerte Prostata auszulösen.

Eine Therapie ist entweder medikamentös oder operativ möglich. Je früher die Vergrößerung erkannt wird, desto leichter ist die Behandlung.

Reizblase

Eine weitere Ursache des nächtlichen Harndrangs ist in der Reizblase zu finden. Bei dieser besteht häufiger das Gefühl, dass urplötzlich die Toilette aufgesucht werden muss. Dies ist unabhängig davon, ob eine größere Menge getrunken wurde. Von der Reizblase wird gesprochen, falls über den Tag verteilt mehr als 10 Mal unkontrolliert das Wasser gelassen werden muss.

Das Auftreten der Reizblase ist auf zahlreiche Gründe zurückzuführen. Möglich wäre zum Beispiel eine Harnwegsinfektion, die zum ständigen Harndrang führt. Eine genaue Diagnose kann aber nur mit Hilfe einer ärztlichen Untersuchung erfolgen. Mittels Ultraschalluntersuchung und einer Blasenspiegelung können bestehende Erkrankungen ausgeschlossen werden.

In Abhängigkeit der Diagnose bestehen verschiedene Möglichkeiten, um der Reizblase entgegenzuwirken. Neben einer medikamentösen Behandlung ist auch ein Training des Beckenbodens hilfreich.

Salzkonsum

Salzkonsum-Harndrang
Vor allem in Fertiggerichten ist jede Menge Salz, welches Dich zur Toilette treibt

Musst Du in der Nacht häufiger zur Toilette, könnte dies auch am Salzkonsum liegen. Ernährst Du Dich relativ salzreich, muss Dein Körper viel Flüssigkeit produzieren, um das überschüssige Salz wieder auszuscheiden.

Daher ist es ratsam vor dem Schlafengehen auf salzreiche Lebensmittel zu verzichten. Überprüfe Dein eigenes Essverhalten und schaue ganz genau nach, wie viel Salz sich in den Lebensmitteln befindet. Fertiggerichte sind häufig mit einer hohen Salzmenge regelrecht belastet. Salz gilt als Geschmacksträger und wird in verarbeiteten Produkten zügellos eingesetzt.

Ernähre Dich vor dem Schlafengehen lieber leicht und verzichte auf üppige Mahlzeiten. Somit reduzierst Du gleichzeitig den Salzkonsum und musst nachts seltener zur Toilette.

Trinkverhalten

Eine natürliche und naheliegende Lösung für den nächtlichen Harndrang besteht in der Flüssigkeitsaufnahme. Es wird empfohlen vor dem Schlafengehen etwa 1 Glas Wasser zu trinken. Während der Nacht schwitzt Du und der Körper verliert das Wasser. Als Ausgleich ist die Flüssigkeitszufuhr am Abend hilfreich, um morgens erholter aufzuwachen. Trinkst Du relativ viel, ist es vollkommen normal in der Nacht aufstehen zu müssen.

Anders sieht es jedoch mit harntreibenden Getränken aus. Alkohol führt zum Beispiel zu einem erhöhten Harndrang, was Dich während der Nacht mehrmals zur Toilette zwingt. Verzichte für einen gesunden Schlaf lieber komplett auf den Alkohol und führe einen gesunden Lebensstil.

Ist der nächtliche Harndrang ein Warnsignal?

Der nächtliche Harndrang, auch als Nykturie bekannt, ist an sich noch keine eigenständige Krankheit. Musst Du wesentlich häufiger in der Nacht auf die Toilette und lässt sich kein direkter Zusammenhang zum Trinkverhalten feststellen, kann der Harndrang als Warnsignal für andere Erkrankungen in Frage kommen.

Während des Lebens ist es natürlich, dass sich das Schlafverhalten und der Harndrang verändern. Normalerweise scheidet der Körper die Flüssigkeit überwiegend am Tag aus und beschränkt sich in der Nacht auf die Regeneration. Der Körper möchte von sich aus möglichst verhindern, dass der Harndrang zum Aufwachen und einer Unterbrechung des Schlafes führt.

Doch jeder 5. Jugendliche und etwa jede 3. ältere Person leidet unter dem vermehrten nächtlichen Harndrang. Gerade bei älteren Personen ist Vorsicht geboten, denn es können Hinweise zu anderen Erkrankungen bestehen. Neben den bereits beschrieben Ursachen sind auch lebensbedrohliche Krankheiten mitunter für den Harndrang verantwortlich.

Herzinsuffizienz

Als Ursache muss zum Beispiel eine Herzinsuffizienz untersucht werden. Bei einer Herzschwäche kommt es während des Tages zu Wassereinlagerungen, die erst im Liegen vom Körper ausgeschieden werden. Ein Venenkissen ist eine gute Unterstützung für den Körper, um das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.

Diabetes

Bei der Diabetes ist der Körper nur eingeschränkt in der Lage den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Befindet sich zu viel Zucker im Blut, wird dieser über den Urin ausgeschieden. Dies kann sowohl während der Nacht als auch am Tag auftreten.

Erhöhter Blutdruck

Erhöhter Blutdruck - Harndrang
Achte auf eine gesunde Ernährung, um nicht unter einem erhöhten Blutdruck zu leiden

Tritt der erhöhte Blutdruck infolge einer Hormonstörung auf geht dies meist mit einem häufigerem Harndrang einher. Der Körper schwitzt vermehrt und verlangt nach einer größeren Flüssigkeitszufuhr. Durch die gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme tritt der Harndrang häufiger auf.

Ebenso kann der erhöhte Blutdruck zu einer Schädigung der Organe führen und auf diese Weise den Harndrang verstärken.

Gestörte Nierenfunktion

Ein Erkrankung der Nieren zeichnet sich häufig am Harndrang ab. Liegen eine Diabetes oder ein hoher Blutdruck vor, sind dies beides Risikofaktoren, die zu einer Nierenerkrankung beitragen.

In diesem Fall ist nicht nur der Harndrang erhöht, sondern der Urin erscheint farblos und schäumig. Diese Symptome können auf ein Nierenversagen hindeuten und sind dringend mit dem Arzt abzuklären.

Zusammenhang mit Schlafapnoe

Leidest Du unter der Schlafapnoe, ist Deine Lebensqualität davon deutlich gezeichnet. Du bist während des Tages häufiger müde, es fällt Dir schwer Dich zu konzentrieren und auch die Stimmung geht schnell ins Negative.

Wurde die Schlafapnoe noch nicht diagnostiziert, solltest Du darauf achten, ob Du nachts häufiger auf die Toilette musst. Der nächtliche Harndrang gilt als eine der Hauptsymptome der Schlafapnoe.

Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt gehen damit die typischen Folgen der Schlafstörung einher. Deine Gesundheit leidet und neben der Müdigkeit liegt ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. In diesem Sinne ist auch das Risiko eines Herzinfarktes erhöht und die Lebenserwartung sinkt.

Nicht immer lässt sich die Schlafapnoe am Schnarchen erkennen. Teilweise sind die Atemaussetzer nur minimal und selbst vom Partner kaum zu vernehmen. Leidest Du unter einer erhöhten Müdigkeit und spürst den stärkeren Harndrang, dann überprüfe ob eine Schlafapnoe vorliegt.

Folgen

Nächtlicher Harndrang - Folgen
Der nächtliche Harndrang führt zu einer höheren Müdigkeit und belastet das Herz-Kreislauf-System

Musst Du während der Nacht häufiger aufstehen, wird der Schlaf unterbrochen. Damit gehen grundsätzlich die gleichen gesundheitlichen Folgen, wie bei einer gewöhnlichen Schlafstörung einher. Erleichterst Du Dich während der Nacht nur einmal wird dies wahrscheinlich ohne spürbare Auswirkung sein. Suchst Du die Toilette jedoch öfter auf, wird dies mit einer deutlich verminderten Schlafqualität einhergehen.

Naheliegend ist zunächst, dass Du weniger ausgeruht bist. Der Körper wird aus dem wohlverdienten Schlaf gerissen und gerade in der Tiefschlafphase ist dies ungünstig. Morgens gelingt es nur mit der Tasse Kaffee in den Tag zu starten und die Konzentration lässt zu Wünschen übrig. Insgesamt nimmt die Leistungsfähigkeit ab und die Ergebnisse in der Schule oder im Beruf sind weniger zufriedenstellend.

Mit dem Gang zur Toilette sind an sich Risiken verbunden. Noch halb im Schlaf kann der Weg eine Gefahr darstellen. Es wird ein Gegenstand auf dem Boden übersehen oder sich an einer Tischkante gestoßen. Gerade für ältere Personen und Kinder besteht die Gefahr eines Sturzes. Knochenbrüche oder andere Verletzungen können auftreten.

Um den nächtlichen Gang zur Toilette sicherer zu gestalten, bietet es sich an ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder zu verwenden. Diese können im Flur und Zimmer verteilt werden, sodass sie sich beim Aufstehen selbstständig einschalten. Das schwache Licht erhellt die Nacht, ohne störend zu wirken. So ist der Weg wesentlich sicherer und die Sturzgefahr etwas gemindert.

Wie beugst Du dem Harndrang vor?

Zunächst gilt es die Ursachen des Harndrangs zu untersuchen. Liegt eine Erkrankung vor, muss diese therapiert werde. Anschließend wird sich eine deutliche Verbesserung einstellen und es fällt Dir leichter die Nacht durchzuschlafen.

Konnte der Arzt keine Erkrankung feststellen, ist dies zunächst eine gute Nachricht. An Deinem Problem ändert sich jedoch zunächst nichts. Du kannst aber die folgenden Tipps ausprobieren, um nicht mehr in der Nacht aus dem Bett zu müssen.

Beckenbodentraining

Der Beckenboden unterstützt die Schließmuskulatur. Ist die Muskulatur in diesem Bereich geschwächt tritt der Harndrang häufiger auf. Es fällt Dir schwer den Stuhlgang zurückzuhalten und Du musst häufiger das Wasser lassen.

Zur Stärkung des Beckenbodens kannst Du ganz einfach selber Übungen zu Hause durchführen. Das Ziel besteht darin die Spannung im Beckenboden für eine kurze Dauer zu halten und danach eine Entspannung herbeizuführen. Während des Trainings musst Du gezielt auf die Atmung achten, um das Training zu Intensiveren.

Harntreibende Lebensmittel meiden

Als zweite wichtige Maßnahme neben dem Beckenbodentraining ist das Ernährungsverhalten wichtig. Alkohol gilt als harntreibend und sollte am besten ganz vermieden werden.

Neben dem Alkohol gibt es noch eine Reihe von weiteren Lebensmitteln, die harntreibend wirken. Dazu zählen:

  • Spargel
  • Ingwer
  • Grüner & Schwarzer Tee
  • Tomaten
  • Zwiebel
  • Banane
  • Reis
  • Kaffee
  • Chili

Diese Lebensmittel sollten wenige Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr zugeführt werden. Achte zudem auf Deinen Wasserkonsum und reduziere diesen etwas. Du solltest aber keinesfalls durstig zu Bett gehen.

Der nächtliche Harndrang

Stehst Du mehrmals in der Nacht auf, um dem Harndrang nachzugeben, ist dies nicht nur störend, sondern oftmals ein Hinweise auf eine vorliegende Erkrankung. Fühlst Du Dich eigentlich gesund, dann solltest Du diesen Hinweis ernst nehmen und überprüfen, ob Du unter einer unerkannten Krankheit leidest. Die Diabetes oder eine gestörte Nierenfunktion können lange Zeit weitestgehend symptomfrei bleiben, aber zu ernsten gesundheitlichen Einschränkungen führen.

Auf der anderen Seite ist es nichts Ungewöhnliches während der Nacht ein oder zwei Mal auf die Toilette zu gehen, falls Du etwa viel trinkst. Höre auf Deinen Körper und falls Du morgens ausgeruht aufwachst und ansonsten Dich fit fühlst, muss der nächtliche Toilettengang Dich nicht beunruhigen.

Sebastian
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