Damit die Nacht angenehm verbracht wird, muss die Matratze gewisse Eigenschaften aufweisen. Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf der Matratze ist der Härtegrad. Denn die Matratze darf weder zu weich noch zu hart sein, um einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen.

Wachst Du morgens mit Rückenschmerzen auf oder fällt es Dir schwer abends einzuschlafen, könnte die Matratze nicht die geeignete Härte für Dich besitzen. Oftmals bestehen bei der Wahl der Härte Vorurteile, die längst überholt sind. Besonders weiche Matratzen sind etwa nicht gesundheitsförderlich oder schonen die Wirbelsäule.

Finde in diesem Ratgeber heraus, was es mit dem Härtegrad einer Matratze auf sich hat und wie Du das ideale Modell für Dich findest.

Matratzen Härtegrade – Ein Überblick

Probierst Du unterschiedliche Matratzen aus, wirst Du als Erstes feststellen, dass diese eine individuelle Härte aufweisen. Manche Matratzen fühlen sich an, als würdest Du auf einem harten Brett liegen, während Du bei anderen Varianten förmlich versinkst.

Der Härtegrad einer Matratze gibt an, wie hart oder weich eine Matratze ist. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Hersteller nur die Härtegrade ihrer eigenen Modellreihe betrachten. Anhand derer kann eine Abstufung vorgenommen werden.

Schwierig wird es hingegen, wenn Du Matratzen unterschiedlicher Matratzen vergleichst. Die Einteilung der Härtegrade ist nicht genormt, sodass jeder Hersteller nach eigenen Kriterien die Bewertung vornimmt. Daher ist bei der Wahl immer eine besondere Vorsicht geboten und Du solltest das Angebot nutzen, mehrere Nächte auf der Matratze zu schlafen, bevor Du Dich für oder gegen den Kauf entscheidest.

Die Abstufungen der Härtegrade werden mit dem Buchstaben „H“ gekennzeichnet. Etabliert hat sich eine Kategorisierung von H1 bis H5, wobei H1 eine sehr weiche Matratze darstellt. Mit H5 wird eine sehr harte Variante ausgezeichnet.

Da keine übergreifende Normung stattfindet, ist ein Vergleich der einzelnen Abstufungen herstellerübergreifend schwierig. Es ist nicht unbedingt gegeben, dass eine Matratze in H2 eines Herstellers A sich wirklich weicher anfühlt, als eine Matratze in H3 des Herstellers B.

Was musst Du bei der Wahl des Härtegrades berücksichtigen?

Der Härtegrad gibt also an, wie weich eine Matratze ist. Doch worauf musst Du nun achten, wenn Du die für Dich beste Variante finden möchtest?

Am besten ist es natürlich sich im Fachgeschäft beraten zu lassen. Unter den fachkundigen Augen des Beraters wirst Du am ehesten ein Modell finden, welches Dir zusagt. Um nicht ganz ohne Vorbereitung in das Auswahlverfahren zu gehen, solltest Du die folgenden Eigenschaften beachten:

  • Körpergewicht
  • Körpergröße
  • Statur
  • Schlafposition
  • Subjektives Empfinden

Das wichtigste Kriterium beim Kauf der Matratze ist das Körpergewicht. Je schwerer die Person ist, desto höher ist die Punktbelastung. Schwere Personen würden auf einer sehr weichen Matratze viel tiefer einsinken als dies leichte Menschen würden. Das zu tiefe Einsinken könnte eine Fehlstellung des Beckens und der Wirbelsäule zur Folge haben. Rückenschmerzen am Morgen sind zu erwarten und die Gesundheit leidet darunter. Daher ist das Körpergewicht eines der wichtigsten Kriterien für das Finden des passenden Härtegrades.

Die Belastung ist nicht nur abhängig vom Körpergewicht. Auch die Körpergröße spielt eine wichtige Rolle. Für die Matratze ist es ein deutlicher Unterschied, ob eine 100 Kilogramm schwere Person 1,50m oder 2m groß ist. Bei der größeren Person verteilt sich die Belastung auf eine größere Fläche, weshalb ein geringeres Einsinken stattfindet. Die kleinere Person wird zudem zu einer größeren Belastung des mittleren Teils der Matratze führen. Es ist also nicht nur das Gesamtgewicht bedeutend, sondern auch wie es sich verteilt.

Daher ist auch die Statur ausschlaggebend dafür, wie hart eine Matratze sein sollte, um die Wirbelsäule ausreichend zu stützen. Sportliche Personen mit breiten Schultern werden das Gewicht großflächiger verteilen. Konzentriert sich das Gewicht eher am Bauch, wird dort eine höhere Belastung stattfinden. Menschen mit höherem Körpergewicht und einer weniger sportlichen Statur sollten daher lieber zu einer härteren Variante greifen. Andernfalls bietet die Matratze nicht die notwendige Stabilität, um die Wirbelsäule zu schützen.

Auch die Schlafposition ist für die Belastung bedeutsam. Bei Seitenschläfern konzentriert sich das Gewicht auf eine kleinere Fläche. Zudem ist die Belastung im Schulter- und Beckenbereich besonders hoch. Diese Schlaftypen sollten lieber eine härtere Variante wählen.

Wer jedoch auf dem Rücken schläft, kann ruhig zu einem weicheren Modell greifen. Das Gewicht verteilt sich großflächiger und die Wirbelsäule muss weniger stark gestützt werden.

Schlussendlich spielt auch das subjektive Empfinden eine Rolle. Die Matratze muss nicht nur für die Wirbelsäule geeignet sein, sondern sich auch gut anfühlen. Selbst bei Matratzen in den gleichen Härtegraden gibt es Unterschiede. So sind einige Modelle in Zonen unterteilt, deren Stabilität sich unterscheidet. Damit wird etwa Rechnung getragen, dass der Kopfbereich weniger hart sein muss, als etwa der Beckenbereich. Du musst Dich aber selber davon überzeugen, ob die Härte eine geruhsame Nacht für Dich ermöglicht.

Einteilung der Härtegrade nach Körpergewicht

Bei der Wahl der optimalen Matratze gibt es eine Reihe von Eigenschaften, die Du beachten musst. Das Körpergewicht gilt als das wichtigste Kriterium und anhand der folgenden Einteilung erhältst Du eine erste Orientierung. Diese ist aber unverbindlich und Du musst anhand Deines Schlafverhaltens und den körperlichen Voraussetzungen prüfen, ob der Härtegrad angenehm für Dich ist.

HärtegradKörpergewichtBeschreibung
H1Bis 50 kgsehr weich
H2Bis 70 kgweich
H370 bis 100 kgmittelfest
H4100 bis 130 kghart
H5Mehr als 130 kgsehr hart

Welcher Härtegrad ist für Dich am besten geeignet?

Das Körpergewicht lässt nur eine sehr grobe Einschätzung zu. Doch wie kann das Liegegefühl auf den einzelnen Härtegraden beschrieben werden?

Härtegrad H1: Sehr weiche Matratze geeignet für Personen bis zu einem Gewicht bis zu 50 Kilogramm. Oftmals als Matratze für Kleinkinder gewählt und kommt nur selten bei Erwachsenen zum Einsatz.

Härtegrad H2: Weiche Matratze bis zu einem Körpergewicht von 70 Kilogramm. Gilt als eine der gebräuchlichsten Härtegrade für Frauen.

Härtegrad H3: Mittelfeste Matratze geeignet für ein Körpergewicht von 70 bis 100 Kilogramm. Häufig für Männer die ideale Härte.

Härtegrad H4: Härtere Matratze für ein Körpergewicht von 100 bis 130 Kilogramm. Ideal für größere Personen mit etwas höherem Körpergewicht.

Härtegrad H5: Ab einem Körpergewicht von 130 Kilogramm wird die härteste Variante empfohlen. Diese werden manchmal auch als „XXL“ Matratze angeboten.

Welche dieser Matratzen Härtegrade für Dich am besten ist, kann nur im Praxistest ermittelt werden. Wichtig ist, dass Deine Wirbelsäule ausreichend gestützt wird und keine unnatürliche Krümmung einnimmt.

Daher solltest Du beim Liegen darauf achten, dass Schultern und Becken nur so tief einsinken, bis die Wirbelsäule ihre natürliche Form beibehält. Sinkst Du zu tief ein, wird der Körper zu niedrig und der Kopf zu hoch liegen. Die Halswirbelsäule liegt ungünstig und Verspannungen im Nacken können sich einstellen.

Ist die Matratze zu hart, passt sich das Material nicht ausreichend Deiner Körperform an. Es könnte zu einem Hohlkreuz und Rückenschmerzen am Morgen kommen.

Folgen einer ungünstigen Härte

Ist die Härte der Matratze nicht optimal auf Deinen Körper abgestimmt, kann dies mit unterschiedlichen negativen gesundheitlichen Folgen einhergehen. Diese solltest Du unbedingt vermeiden und auf eine passende Matratze achten.

Nach den ersten Nächten werden die Folgen noch weitestgehend unbemerkt bleiben. Mit der Zeit stellen sich jedoch eine Vielzahl von Beschwerden ein, die Deine Lebensqualität beeinträchtigen.

Rückenschmerzen - Matratze zu hart
Eine zu harte oder weiche Matratze kann schnell zu Rückenschmerzen führen

Durch die falsche Lage im Schlaf können Rückenschmerzen auftreten. Diese zeichnen sich vor allem im Lendenwirbelbereich ab, da eine zu harte Matratze dort keine Stützkraft entfaltet. Das Becken liegt ungünstig und es kann zu Verspannungen und Schmerzen der Muskulatur kommen.

Auch Schmerzen im Schulterbereich können auf eine zu harte Matratze zurückzuführen sein. Insbesondere falls Du auf der Seite schläfst, ist dieser Bereich einer höheren Belastung ausgesetzt.

Eine falsche Matratze kann schädlich für den gesamten Körper sein und sich ausgehend von den sehr „direkten“ Einflüssen als ungünstig zeigen. Kopfschmerzen können ebenso eine Folge der falschen Härte sein, wie eine höhere Müdigkeit und weniger Energie während des Tages. Zudem steigt das Risiko eines Bandscheibenvorfalls.

Gehe daher keine Kompromisse ein und wähle eine Matratze, dessen Härte Deinen Bedürfnissen entspricht. Ist der Gewichtsunterschied zu Deinem Partner besonders groß, dann wähle für jede Seite Matratzen in unterschiedlicher Härte. So ist garantiert, dass die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird. Mit dem passenden Topper fällt auch gar nicht auf, dass es sich um zwei einzelne Matratzen handelt.

Fallen Härtegrade unterschiedlich aus?

Wie bereits eingangs erwähnt wurde, ist die Einordnung der unterschiedlichen Härtegrade jedem Hersteller selber überlassen. Es besteht keine einheitliche Normung, sodass Unterschiede vorkommen können.

Innerhalb eines Herstellers sollten die Härtegrade gut vergleichbar sein. Die Abstufung wird nachvollziehbar sein und die Wahl leichter fallen.

Herstellerübergreifend wird es jedoch wesentlich schwieriger die Härtegrade miteinander zu vergleichen. Daher gelten die hier vorgestellten Zusammenhänge zum Körpergewicht nur als grobe Orientierungshilfe. Ob der Hersteller diese Angaben befolgt oder eine andere Einteilung bevorzugt lässt sich allgemeingültig nicht beantworten.

Ist Deine Matratze zu hart?

Du hast Dich für eine Matratze entschieden und nun bemerkt, das diese zu hart ist? Oder fühlt sich Deine verwendete Matratze ganz anders an, Du möchtest aber noch keine neue kaufen?

Dann besteht die Möglichkeit die zu harte Matratze etwas weicher zu machen. Hierzu benötigst Du eine Gelauflage, welche als „Topper“ bezeichnet wird. Diese ist bei Boxspringbetten standardmäßig im Aufbau enthalten und kann auch bei gewöhnlichen Betten und Matratzen verwendet werden.

Der Topper wird auf die reguläre Matratze gelegt. Er ist relativ dünn und besteht meist aus einem weichen Schaum. Der Schaum passt sich unter Einwirkung der Körperwärme der Wirbelsäule an und verschafft einen weicheren Eindruck. Der Druck wird besser verteilt und der Härtegrad korrigiert. Damit wird sich eine zu harte Matratze etwas weicher anfühlen.

Umgekehrt ist es allerdings nicht möglich eine zu weiche Matratze mit einem Topper härter zu gestalten. Diese bestehen aus einem weichen Material und bieten nicht die notwendige Stabilität, um die Matratze härter werden zu lassen.

Welcher Matratzen Härtegrad ist für Kinder optimal?

Kindermatratze - Härte
Kinder sollten vor dem Kauf der Matratze unbedingt Probeliegen, um die optimale Härte zu bestimmen

Noch komplizierter wird die Wahl der passenden Härte für Kinder. Diese befinden sich noch im Wachstum und Körpergewicht sowie Größe unterliegen einer größeren Veränderung. Bei Kindermatratzen wird häufig nur eine Einteilung in weich oder hart vorgenommen.

Wichtiger als die Einteilung des Härtegrades ist die Praxis. Kleinkinder sollten nicht mehr als 4 Zentimeter tief in die Matratze einsinken. Bei Babys ist vor allem der Kopf wichtig und die Matratze darf nicht mehr als 2 bis 3 Zentimeter nachgeben. Mit einem Lagerungskissen sorgst Du für eine sichere Position des Babys.

Teste die Kindermatratze unbedingt vor Ort und betrachte die Schlafposition von der Seite. Keinesfalls sollte die Matratze zu weich sein. Wähle lieber eine etwas härtere Variante, da diese auch für das Wachstum besser ausgelegt ist und die nächsten Jahre geeignet sein wird.

Das Probeschlafen nutzen

Der Kauf einer Matratze sollte nicht leichtfertig geschehen. Du verbringst schließlich einen großen Teil Deines Lebens auf ihr. Eine Matratze wird durchschnittlich 10 Jahre im Einsatz sein, bevor Du Dich für ein neues Modell entscheidest.

Daher solltest Du sehr gründlich überlegen, welches Modell für Dich am besten geeignet ist. Andernfalls wirst Du nicht nur eine finanziell teure Fehlinvestition tätigen, sondern auch Deiner Gesundheit schaden.

Besonders moderne Matratzen, wie die Casper Matratze, werden als „One fits All“ Modelle angepriesen. Diese bestehen aus einem so anpassungsfähigen Material, das für alle Schlaftypen gut geeignet ist. Bist Du Dir beim Kauf unsicher, nutze die 100 Probenächte vieler Anbieter und wähle lieber eine „One fits All“ Variante.

Fazit

Der Härtegrad einer Matratze ist eines der wichtigsten Kaufkriterien. Die Härte ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie komfortabel und schonend eine Matratze ist. Mit der optimalen Matratze wirst Du Deine Wirbelsäule entlasten und ein völlig neues Schlafgefühl erzeugen.

Nutze daher die Möglichkeit die Matratze zu testen und zu prüfen, wie tief Du einsinkst. Die Wirbelsäule sollte ihre natürliche Form beibehalten. Dann wirst Du für die nächsten 10 Jahre gewappnet sein und einen erholsamen Schlaf erleben.