Beim Kauf einer Matratze ist der Härtegrad einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren, um das passende Modell zu finden. Die Matratze sollte genau zu Deinem Körper passen und weder zu weich noch zu hart sein. Das Material passt sich ideal Deinem Rücken an und gewährt eine Stabilität, ohne unangenehm zu sein.

Den passenden Härtegrad zu finden ist gar nicht so einfach. Denn einen einheitlichen Standard unter allen Herstellern gibt es nicht. Zwar gibt es eine Einteilung von sehr weichen Ausführungen in H1 bis zu den härtesten Modellen in H5, doch eine objektive Bewertung findet nicht statt. Daher können gerade bei den beliebten Härtegraden in H2 & H3 feine Unterschiede bestehen, die im Nachhinein dazu führen, dass die Matratze als zu hart empfunden wird.

Fällt Dir dies zunächst nicht auf und Du glaubst Dich erst noch an die neue Matratze gewöhnen zu müssen? Dann könnte es tatsächlich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase dazu kommen, dass die Matratze weicher wird und sich besser anfühlt. Doch was kannst Du unternehmen, wenn die Matratze zu hart ist und welche Anzeichen sprechen für dieses Problem?

Harte Matratze = gesunder Rücken?

Hast Du Dich beim Kauf der Matratze fachmännisch beraten lassen, könnte es sein, dass Du einem alten Mythos aufgesessen bist. Denn eine harte Matratze galt lange Zeit als hilfreich gegen Rückenschmerzen.

Da Rückenschmerzen in der heutigen Gesellschaft ein immer häufigeres Problem darstellen, besteht auch ein höherer Bedarf an rückenfreundlichen Matratzen. Anstatt orthopädische Matratzen zu bevorzugen, wurden jedoch gewöhnliche Modelle in einer härteren Ausführung verkauft. Damit solle eine größere Stabilität und in der Folge eine Entlastung des Rückens gewährleistet werden.

Mittlerweile gilt der Grundsatz, eine besonders harte Matratze bei Rückenschmerzen zu verwenden als überholt. Richtig ist, dass eine weiche Matratze bei Rückenschmerzen nicht förderlich ist. Eine zu harte Variante ist aber ebenso wenig zu empfehlen.

Der Härtegrad der Matratze sollte sich genau im Mittelmaß befinden. Sie ist also weder zu hart noch zu weich, sondern genau auf Deinen Körper abgestimmt. Damit erhält der Rücken die optimale Unterstützung und die Regeneration wird während der Nacht gefördert.

Vertraue Deinem eigenen Gefühl und nicht blind einem Berater, wenn dieser Dir unbedingt eine harte Matratze verkaufen möchte. Schließlich musst Du auf der Matratze die Nacht verbringen und der Schlaf sollte so angenehm wie möglich sein.

Woran erkennst Du eine zu harte Matratze?

Ob die Matratze zu Dir passt, lässt sich am besten anhand Deiner Schlafposition überprüfen. Liegst Du lieber auf dem Rücken, der Seite oder dem Bauch? Für jede Position sind andere Ausführungen der Matratze anzuraten, sodass Du dies beim Kauf unbedingt berücksichtigen musst.

Generell gilt der Grundsatz, dass die Matratze die natürliche Haltung Deiner Wirbelsäule fördern soll. Wird Dein Rücken unnatürlich geknickt oder gekrümmt, führt dies langfristig zu Beschwerden und Schmerzen. Besonders betroffen sind davon der Lendenwirbelsäulenbereich, die Schulterpartie sowie die Halswirbelsäule. Anhand der ungünstigen Schlafhaltung können Schmerzen im unteren Rücken, Verspannungen im Schulterbereich oder die typischen Kopfschmerzen auftreten. Doch wie kontrollierst Du Deine gesunde Schlafhaltung?

Am besten ist es, wenn Du Deine Schlafhaltung durch eine weitere Person überprüfen lässt. Selber hast Du Dich so an Deine Position gewöhnt, dass Dir womöglich gar nicht auffällt, wie krumm und schief Du liegst.

In der Seitenposition ist es wichtig, dass die Wirbelsäule möglichst gerade verläuft und nicht nach oben oder unten verschoben wird. Bei einer zu harten Matratze besteht das Problem, dass die Schulterpartie sowie der Lendenwirbelsäulenbereich kaum einsinken und dadurch höher liegen. Die Körpermitte hängt praktisch durch, sodass sich dort Verformungen bilden. Häufig befindet sich der Kopf in einer zu tiefen Position, weil kein geeignetes Seitenschläferkissen verwendet wird. In der seitlichen Position sollten der Kopf, die Schultermitte sowie das Gesäß sich auf einer Linie befinden. Auch ein Kniekissen kann hilfreich sein, um eine höhere Stabilität zu vermitteln.

Für Rückenschläfer gilt im Grunde das Gleiche. Auch bei Ihnen sollte die Wirbelsäule möglichst die natürliche Form beibehalten und nicht verkrümmt sein. Ist die Matratze zu hart, macht sich dies an einem Hohlraum im Lendenwirbelsäulenbereich bemerkbar. Der untere Rücken liegt nicht auf der Matratze, sodass dort kein Schutz besteht. Auch die Halswirbelsäule könnte von der Härte betroffen und überstreckt sein. Besser ist es, wenn Du ein spezielles Kissen für den Nacken verwendest.

Folgen der zu harten Matratze

Harte Matratze - Rückenschmerzen
Eine zu harte Matratze führt zu Rücken- und Kopfschmerzen

Am besten ist es, wenn Du gleich beim Matratzenkauf die Schlafposition überprüfst und auf diese Weise sicherstellst, dass der Härtegrad auf Deine Person abgestimmt ist. Hast Du jedoch einige Zeit auf der ungünstigen Matratze verbracht, äußert sich dies an einigen Stellen. Dein Körper reagiert wie folgt:

  • Rückenschmerzen

Eine der offensichtlichsten Folgen einer zu harten Matratze sind Rückenschmerzen. Dies ist trügerisch, denn häufig werden die festen Modelle gewählt, um eine Entlastung zu gewährleisten. Doch durch die falsche Wahl verschlimmern sich die Rückenschmerzen.

Dies liegt daran, dass die Wirbelsäule nicht in ihrer angenehmen Position verbleibt, sondern einen unnatürlichen Verlauf einnimmt. Die Muskulatur kommt nicht zur Ruhe, sondern muss ständig korrigierend einwirken. Zunächst äußert sich diese Arbeit in Verspannungen, welche nach einiger Zeit in kräftige Schmerzen übergehen.

  • Schonhaltung

Dein Körper bemerkt intuitiv, dass die Matratze nicht für Deinen Rücken geschaffen ist. Dadurch nimmst Du unterbewusst eine Schonhaltung ein, welche sich auch durch den Alltag zieht. Deine Sitzposition könnte sich verändern und in der Folge zu weiteren Schmerzen führen.

  • Höhere Müdigkeit

Ist die Matratze nicht optimal auf Deinen Rücken abgestimmt, bedeutet dies zusätzliche Arbeit für Deinen Körper. Die Muskulatur kommt kaum zur Ruhe, Du wachst häufiger auf und die Nacht ist insgesamt wenig erholsam. Fühlst Du Dich am Morgen kaum ausgeruht und treten gleichzeitig Verspannungen oder Schmerzen auf, sind meist die Matratze oder das Kopfkissen dafür verantwortlich. Überprüfe dringend Deine Schlafhaltung und nimm diese Symptome nicht auf die leichte Schulter.

Der Topper für eine zu harte Matratze

Topper bei zu harter Matratze
Mit dem Topper wird eine zu harte Matratze wieder angenehm

Hast Du festgestellt, dass Deine Matratze zu hart ist, dann muss nicht unbedingt der Kauf eines neuen Modells notwendig sein. Da Matratzen schnell mehrere hundert Euro kosten können, möchtest Du nicht nochmals so viel Geld ausgeben. Zum Glück gibt es eine einfache Möglichkeit, um den Komfort zu erhöhen.

Die Lösung besteht in einer speziellen Matratzenauflage. Diese wird als „Topper“ bezeichnet und ist bei Boxspringbetten bereits im Standardaufbau integriert. Nutzt Du bisher keinen Topper, kannst Du diesen ganz einfach zusätzlich erwerben.

Beim Topper stehen Dir verschiedene Varianten zur Verfügung. Da Deine Matratze sich zu hart anfühlt, bietet es sich an einen Visco-Topper zu verwenden. Diese bestehen aus einem Gedächtnisschaum, wie dies auch bei einer Memory-Schaumstoffmatratze der Fall ist. Unter der Einwirkung Deiner Körperwärme wird der Schaumstoff weich und lässt sich einfach verformen. Legst Du Dich auf den Topper, passt sich dieser ideal an Deinen Rücken an, sodass Du ein Gefühl erhältst, als würde dieser maßgeschneidert sein.

Der Topper stellt zudem einen höheren Schutz Deiner Matratze sicher. Als weitere Auflage verhindert er das Eindringen von Schweiß oder anderen Verunreinigungen in die Matratze, sodass die Reinigung leichter fällt. Empfindest Du Deine Matratze als optimal hart und möchtest den Komfort noch weiter verbessern, ist ein Latex-Topper eine gute Wahl. Diese sind etwas härter, sodass die Matratze nicht weicher wird.

Die optimale Härte der Matratze

Überprüfe vor dem Matratzenkauf sehr genau, ob das Wunschmodell die Anforderungen an Deinen Rücken erfüllt. Ist die Matratze zu hart, ist dies für Deinen Rücken nicht förderlich, sondern führt langfristig zu Beschwerden. Die Wirbelsäule liegt nicht optimal, sodass während der Nacht keine ausreichende Erholung gewährleistet wird. Die Muskulatur muss stabilisierend arbeiten, sodass eine Regeneration kaum möglich ist.

Wachst Du morgens mit Rückenschmerzen auf und bist deutlich übermüdet, dann prüfe, ob Deine Matratze die richtige Härte aufweist. Ist sie zu hart und Dein Körper sinkt nicht tief genug in die Matratze ein, kann ein Topper Abhilfe schaffen. Dieser ist eine perfekte Ergänzung für eine harte Kaltschaummatratze und wird den Komfort erhöhen.