Viele Eltern kennen das Problem. Kaum ist das Wunschkind auf der Welt, wird alles auf den Kopf gestellt. Was ist Schlaf? Statt sieben bis acht Stunden Nachtschlaf müssen zahlreiche Eltern Windeln wechseln, Fläschchen zubereiten oder stillen. Tagsüber bleibt kaum Zeit, sich auszuruhen und so gehen Mama und Papa müde durch den Alltag. Um diesem Trend entgegenzuwirken, gibt es einige Strategien. Wer die Gründe für Babys Schlafprobleme kennt, kann sie beheben.

Die Gründe können vielfältig sein

Natürlich gibt es zahlreiche Gründe dafür, warum ein Baby schlecht oder wenig schläft. Da haben Mama und Papa schnell das Gefühl, das eigene Kind sei quasi rund um die Uhr wach. Natürlich gibt es auch das andere Extrem, dass das Baby praktisch ausschließlich schläft. Im Zweifel ist es ratsam, ein ungewöhnliches Schlafverhalten bei der Vorsorgeuntersuchung mit dem Kinderarzt zu besprechen.

Wenn das Kind häufig wach wird, schlecht durchschläft oder sonst zu wenig schläft, kann das zahlreiche Gründe haben. Manche sind organischer Natur, andere nur eine Phase. Die häufigsten Gründe für schlechten Babyschlaf sind in diesem Artikel gut zusammengefasst. In jedem Fall ist es für Eltern unabdingbar, sich mit den Gründen für den Schlafmangel auseinanderzusetzen. Nur so können sie Maßnahmen ergreifen, um den Schlaf des Kindes zu verbessern und selbst auch wieder mehr und besser zu schlafen.

Vor allem in den ersten Lebensmonaten haben Kinder ein großes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Eltern können dieses Bedürfnis mit viel Hautkontakt befriedigen.

Nähe und Geborgenheit versus Freiheitsdrang und Autonomie

Vor allem kleine Kinder haben einen großen Wunsch nach Nähe. Babys gehören evolutionstechnisch zu den sogenannten Traglingen. Sie müssen nach der Geburt von einer Bezugsperson herumgetragen werden, weil sie sich noch nicht selbst fortbewegen können. Sie sind also auf andere Menschen angewiesen. Das zeigt sich immer wieder darin, dass Neugeborene am besten in Mamas oder Papas Armen einschlafen. Viele Babys möchten dann auch nicht abgelegt werden. Sobald die vertraute Nähe schwindet, wachen sie auf. Ein Autonomiebedürfnis entsteht bei Kindern erst sehr viel später, etwa um den zweiten Geburtstag herum.

Eltern sollten ihren Kindern also möglichst viel Nähe und Geborgenheit geben. Nachgewiesenermaßen schlafen Kinder in der Nähe ihrer Bezugsperson länger, tiefer und erholsamer. Sie können die elterliche Atmung hören, spüren die Wärme und nehmen zusätzlich den Geruch der Eltern wahr. Außerdem ist es, nicht nur für Säuglinge, normal, nachts regelmäßig aufzuwachen. Das ist ein Schutzmechanismus des Menschen. Wenn der Säugling dann merkt, dass er allein ist, weint und schreit er, um auf sich aufmerksam zu machen.

Um dem Kind die nötige Nähe zu geben, gehen immer mehr Eltern zum sogenannten Co-Sleeping über. Das Familienbett ist groß genug für Eltern und Kind oder Kinder, sodass alle gemeinsam schlafen. Verschiedene Studien zeigen, dass das Co-Sleeping für einen besseren Schlaf sorgt. Mütter und Babys, die sich ein Bett teilen, passen ihre Wach- und Schlafphasen aneinander an und schlafen so insgesamt besser. Vor allem Eltern möchten irgendwann wieder allein schlafen. Dieser Wunsch ist nur zu verständlich. Der Übergang vom Familienbett zum Kinderbett sollte sanft und ohne Druck erfolgen. Das Kind muss jederzeit das Gefühl haben, in die schützenden Arme der Eltern zurückkehren zu können.

Feste Rituale in den Alltag einbinden

Vor allem für Babys sind Rituale ein wichtiger Bestandteil im Familienalltag. Sie kommen in eine fremde, laute, grelle Welt voller Fremder und müssen erst langsam lernen, sich zurechtzufinden. Wenn Mama und Papa dann ein paar klare Rituale schaffen, die immer wieder gleich ablaufen, sorgt das für ein Gerüst in der verrückten Welt. Ein Einschlafritual gehört hier eindeutig dazu. Dieses kann individuell gestaltet werden. Mögliche Bestandteile eines Einschlafrituals:

  • ein angenehmes, warmes Bad zu Entspannung
  • eine Einschlafgeschichte oder ein paar Lieblingslieder
  • Stillen oder eine Flasche Pre-Milch
  • Kuschelstunde im abgedunkelten Schlafzimmer
  • Mama singt und summt
  • eine frische Windel anziehen
  • einen kuschligen Schlafanzug und einen Schlafsack anziehen

Das Einschlafritual sollte inhaltlich immer gleich ablaufen. Dann ist es übrigens weniger wichtig, dass es immer zum exakt gleichen Zeitpunkt stattfindet. Das Baby lernt früh, dass der Schlafanzug und dunkleres Licht bedeuten, dass es bald ins Bett geht. Es kommt zur Ruhe und schläft tendenziell besser ein.

Tipp: Es kann bis zu zwei Wochen dauern, ehe sich ein neues Ritual etabliert hat. Eltern sollten nicht zu früh den Mut verlieren. Wenn etwas gar nicht funktioniert, ist es ratsam, andere Dinge auszuprobieren.

Ein gut ausgestattetes Kinderzimmer macht noch keinen ruhigen Schlaf. Eine gute Schlafumgebung ist von vielen Faktoren abhängig.

Die perfekte Schlafumgebung – gibt’s das überhaupt?

Eine gute Schlafumgebung gehört zu den wichtigsten Faktoren für guten Schlaf. Auch Erwachsene kennen das Problem: Ist es zu heiß im Schlafzimmer, können sie nicht mehr gut schlafen. Für Babys ist eine sichere Umgebung umso wichtiger, da sie dabei hilft, dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen. Die ideale Schlaftemperatur liegt bei rund 16 bis 18 Grad Celsius. Je wärmer es ist, desto dünner sollte das Baby angezogen sein. Zudem sollte das Schlafzimmer stets gut gelüftet sein. Zigarettenrauch ist selbstverständlich ein absolutes Tabu im Schlafzimmer des Kindes.

Neben diesen klaren, harten Fakten sollte die Schlafumgebung natürlich an alle Familienmitglieder angepasst sein, die gemeinsam in einem Raum schlafen. Das betrifft die Größe des Bettes (Stichwort Familienbett), die Ordnung im Zimmer und etwaige Nachtlichter. Hier müssen Familien ausprobieren, was zu ihnen passt und ihnen Ruhe verschafft.

Die Bedürfnisse des Kindes wahrnehmen und befriedigen

Um für einen guten Schlaf bei allen Beteiligten zu sorgen, sollten Eltern auf die Bedürfnisse ihres Kindes achten. Diese zeigen oft an, ob alles in Ordnung ist oder ob es aktuell irgendwelche Probleme gibt, die den Schlaf des Kindes beeinträchtigen. Sorgen Eltern dafür, dass ihr Kind satt, sauber und ohne Schmerzen schlafen kann, schlafen Kinder einfach besser. Und ruhiger Babyschlaf ist fast ein Garant für guten Elternschlaf.

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