RatgeberGeschwollene Beine - Ursachen & Therapie

Geschwollene Beine – Ursachen & Therapie

Stehst Du die meiste Zeit des Tages und stellst am Abend fest, dass Deine Beine deutlich geschwollen sind, ist dies keine angenehme Erfahrung. Die Haut ist gespannt und in Extremfällen kann jeder Schritt mit einem Schmerz verbunden sein.

Hilft selbst die Nachtruhe kaum, um einen Abfluss der Flüssigkeit zu bewirken, solltest Du herausfinden, weshalb diese Beschwerden auftreten. Denn neben harmlosen Gründen können die geschwollenen Beine auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein.

Wann solltest Du zum Arzt gehen und wie gefährlich sind die Schwellungen?

Ursachen

Die Gründe, weshalb die Beine anschwellen, sind vielfältig. Es ist gar nicht so selten, dass Du nach einem langen Tag mal unter den dicken Füßen leidest. Stehst Du viel oder setzt Deinen Körper eine höhere Belastung aus, sammelt sich Wasser in den Beinen[1]. Bei gesunden Personen reicht eine erholsame Nacht meist aus, damit am nächsten Morgen nichts mehr von den Schwellungen zu spüren ist.

Sind beide Beine über einen längeren Zeitraum angeschwollen, solltest Du die Ursache näher ergründen. Vielleicht findest Du Dich bei den folgenden Gründen wider. Dann lohnt sich ein Arztbesuch in jedem Fall, um weitere Risiken abzuklären und mögliche Erkrankungen festzustellen.

Herzschwäche

Nicht nur Flüssigkeit sammelt sich in den Lymphgefäßen und machen sich in Form der Schwellungen bemerkbar. Es könnte auch sein, dass das Blut in den Beinen versackt und es zu einem Stau kommt.

Dies ist dann der Fall, wenn Du für längere Zeit stehst. Dann muss das Herz gegen die Schwerkraft arbeiten, damit das verbrauchte, sauerstoffarme Blut aus den Beinen zum Herzen gelangt.

Ist das Herz nicht in der Lage die geforderte Leistung zu bringen, könnte der Blutkreislauf ins Stocken geraten. Der erhöhte Blutdruck belastet die Beingefäße und Wassereinlagerungen treten in das umliegende Gewebe aus. Somit führt die Herzschwäche nicht nur zu einem Versacken des Blutes[2], sondern auch zu Ödemen im Bein.

Venenschwäche

Analog zur Herzschwäche könnten auch die Venen für die Beschwerden verantwortlich sein. Im Normalfall ist es kaum eine Herausforderung, wenn das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen gepumpt wird. Durch das Zusammenspiel der Muskelpumpe und der Venenklappen ist es möglich das verbrauchte Blut zum Herzen zu befördern.

Sind die Venen geschwächt, kann dies bedeuten, dass die Muskelpumpe nicht ausreichend kräftig[3] ist oder dass die Venenklappen einen Rückstau nicht effektiv verhindern. Dann versackt das Blut im Laufe des Tages im Bein und selbst nach einer langen Erholungsphase ist nur ein leichter Rückgang der Schwellung zu beobachten.

Die Venenleiden können mit einer Thrombose und Krampfadern einhergehen. Daher ist es umso wichtiger auf eine gesunde Beinmuskulatur zu achten und bei anhaltenden Problemen einen Arzt aufzusuchen.

Nierenerkrankung

Wesentlich seltener, aber dennoch ein realistisches Szenario, ist bei verschiedenen Organerkrankungen eine erhöhte Flüssigkeitsansammlung im Körper. Dies ist zum Beispiel bei einer Nierenerkrankung der Fall.

Bei einer Nierenschwäche[4] filtert das Organ die Flüssigkeit nicht mehr in ausreichender Menge. Der Salz- und Flüssigkeitshaushalt ist gestört, es wird zu wenig Urin ausgeschieden und Wasser sammelt sich im Gewebe.

Die Ödeme treten nicht gezielt in den Beinen auf, sondern sind im gesamten Körper vorzufinden. Im Extremfall ist das Lungenödem lebensbedrohlich und es könnte zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Übergewicht

Wesentlich häufiger ist das Übergewicht verantwortlich für die Schwellungen in den Beinen. Der Anteil an Personen, die ein zu hohes Körpergewicht auf die Waage bringen, steigt in Deutschland konstant. Dabei stellt jedes zusätzliche Kilogramm eine hohe Belastung dar.

Die Schwellungen in den Beinen gehen sowohl auf einen Blutstau als auch Wassereinlagerungen zurück. Das Herz-Kreislauf-System ist überlastet, die Venen sind nicht kräftig genug und möglicherweise sind auch die Blutgefäße angegriffen. Das Blut fließt nicht einwandfrei zum Herzen und versackt in den Beinen.

Ebenso ist das Lymphsystem nicht mehr in der Lage die Flüssigkeit optimal zu transportieren. Das Wasser tritt in das umliegende Gewebe aus und zeigt sich in Form der Schwellungen.

Bewegungsmangel

Damit die Venen optimal arbeiten können, muss die Muskelpumpe ausreichend kräftig sein. Sind die Muskeln zu schwach oder tritt eine vorübergehende Bewegungseinschränkung auf, mindert dies die Leistungsfähigkeit der Muskelpumpe.

Davon betroffen sind häufig Personen, die den gesamten Tag am Schreibtisch arbeiten. Diese Personengruppen sollten besonders darauf achten einen sportlichen Ausgleich zu finden, um die Beinmuskulatur zu kräftigen.

Aber auch auf Reisen oder nach einer Verletzung mit Ruhestellung des Beines kann es vorkommen, dass die Schwellung auftritt. Dann sammeln sich die Flüssigkeiten zunächst im Knöchel und weiten sich auf die Beine aus.

Um dies zu verhindern, wird bei einer eingeschränkten Mobilität, etwa wenn ein Gips getragen wird, meist ein Gerinnungsmittel verschrieben, um das Thromboserisiko zu mindern[5]. Auch das Tragen von Thrombose Strümpfen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Venen, sodass geschwollene Beine seltener auftreten.

Symptome

Die Beschwerden sind von der Ursache abhängig. Je nach Grund für die Schwellung, treten andere Symptome und Begleiterscheinungen auf.

Spannungsgefühl & Schmerzen

Gemein ist, dass bei geschwollenen Beinen ein Spannungsgefühl der Haut auftritt. Diese wird über das übliche Maß hinaus gedehnt und damit gehen Schmerzen einher. Dies kann soweit gehen, dass jeder Schritt mit einem unangenehmen Gefühl verbunden ist.

Wadenkrämpfe

Die Muskulatur ist in ihrer Funktion eingeschränkt. Möglicherweise tritt ein Kaliummangel auf, der neben den Schwellungen auch mit vermehrten Wadenkrämpfen in der Nacht einhergeht. Diese stören den Schlaf und lassen eine erholsame Nachtruhe kaum zu.

Atemnot

Gefährlich wird es, wenn sich die Flüssigkeit nicht nur in den Beinen sammelt. Hat sich eine Thrombose oder ein Lungenödem gebildet, fällt das Atmen schwerer. Eine Atemnot entsteht, die gerade beim Einschlafen aufgrund des Liegens stärker zum Vorschein kommt.

Krampfadern

Bleiben die Schwellungen unbehandelt, zeigt sich dies anhand der Veränderung der Blutgefäße. Zunächst sind feine Besenreiser zu erkennen, die sich zu gefährlichen Krampfadern[6] entwickeln können. Diese sind ein klares Zeichen dafür, dass die Blutgefäße einer zu hohen Belastung ausgesetzt sind und ein gesundheitliches Risiko besteht.

Welche Gefahr ist mit den geschwollenen Beinen verbunden?

Unter den geschwollenen Beinen leidet die Lebensqualität. Es gelingt kaum sich unbeschwert zu bewegen und Schmerzen sind ein ständiger Begleiter im Alltag. Dies mag zwar unangenehm sein, doch ist in vielen Fällen noch verkraftbar.

Dicke Beine stellen unbehandelt eine große Gefahr dar und es treten häufig Begleiterkrankungen auf. Diese sind mitunter lebensgefährlich, sodass eine ärztliche Behandlung frühzeitig erfolgen sollte, falls die Schwellungen nicht zurückgehen.

Thrombose

Ist der Blutfluss in den Beinen gestört, macht sich dies zunächst in der Schwellung bemerkbar. Problematisch wird es, wenn dies über einen längeren Zeitraum anhält. Dann könnte sich ein Blutgerinnsel bilden[7]. Die Thrombose äußert sich in Symptomen, die einem Muskelkater ähneln. Es treten ein leichtes Ziehen und ein deutlicher Schmerz auf. Wandert das Blutgerinnsel bis in die Lunge, besteht Lebensgefahr. Es droht eine Lungenembolie, die nicht selten tödlich endet.

Herzinfarkt

Die Schwellungen können auch Ausdruck von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sein. Ist das Herz geschwächt, sind die Blutgefäße angegriffen und der Blutkreislauf gestört, ist auch das Risiko eines Herzinfarktes deutlich höher. Somit solltest Du die Schwellungen im Bein ernst nehmen und die Belastung für das Herz-Kreislauf-System verringern.

Organerkrankungen

Seltener ist es auch möglich, dass das Wasser in den Beinen aufgrund von Erkrankungen der inneren Organe entsteht. Etwa, weil Niere oder Leber geschwächt sind. Besteht der Verdacht, dass die Organe geschädigt sind, solltest Du die Schwellungen als Warnhinweis sehen. Der Arzt kann abklären, ob etwa eine Niereninsuffizienz[8] oder eine Leberzirrhose vorliegen.

Diagnose

Sind die Beine für mehrere Tage geschwollen, kannst Du dies zwar selber feststellen, doch die Ursache lässt sich kaum präzise ermitteln. Hierfür sind eine ärztliche Untersuchung und ein ausführliches Arztgespräch notwendig. Da die Ursachen vielfältig sind, muss auch die Untersuchung ein breites Spektrum abdecken.

Zunächst versucht der Arzt durch Ertasten herauszufinden, aus welchen Bestandteilen die Schwellung besteht. Handelt es sich hauptsächlich um Wasser in den Beinen, bleibt nach der Berührung ein leichter Abdruck sichtbar.

Im weiteren Verlauf sollte der Arzt eine Herzschwäche und andere Organerkrankungen ausschließen. Hierfür könnte eine Blutuntersuchung notwendig sein, genauso wie der Einsatz des Ultraschalls. Dadurch lassen sich ernsthafte Erkrankungen ausschließen und unmittelbare Gefahren besser abschätzen.

Therapie

Gegen geschwollene Beine gibt es einige Möglichkeiten, die zu einer Linderung der Symptome beitragen. Langfristig solltest Du die Ursache ergründen und einen gesünderen Lebensstil pflegen. Kurzfristig kannst Du selbstständig die Schwellungen lindern und auf diese Weise die Thrombosegefahr minimieren.

Beine hochlegen

Um den Rückfluss der Flüssigkeit zu begünstigen, bietet sich das Hochlegen der Beine an. Damit liegt das Herz auf einem niedrigeren Niveau und die Schwerkraft befördert das Wasser oder das Blut leichter zur Körpermitte.

In der Nacht ist hierfür ein Venenkissen hilfreich. Dieses besteht aus einem weichen Memory Schaum, weist einen hohen Komfort auf und ist vor allem für Rückenschläfer gut geeignet. Auch in der Schwangerschaft ist dies ein praktisches Hilfsmittel, um die Schwellungen zu lindern und einen erholsamen Schlaf zu erhalten.

Thrombosestrümpfe

Für eine bessere Durchblutung ist die Kompression eine sinnvolle Maßnahme. Diese wird etwa vorübergehend durch einen Masseur erreicht und dauerhaft mit Hilfe von Kompressionsstrümpfen[9] aufrechterhalten.

Die Strümpfe liegen so eng an, dass sie einen Druck von außen auf die Blutgefäße ausüben. Die Venen pressen sich zusammen und die Venenklappen arbeiten zuverlässiger. Der Blutfluss gelingt leichter und ein Rückstau tritt nicht mehr auf.

Gesündere Ernährung

Gegen die geschwollenen Beine bietet es sich auch an die Ernährung zu überdenken. Insbesondere bei einem bestehen Übergewicht ist es sinnvoll die Kalorienanzahl zu verringern und vermehrt auf leichte Kost umzusteigen.

Zusätzlich sollten Lebensmittel vermieden werden, die viel Wasser ziehen. Dazu zählen sowohl Alkohol als auch koffeinhaltige Getränke.

Mehr Bewegung

Für die Stärkung der Muskulatur und einer besseren Funktion der Muskelpumpe, ist ausreichend Bewegung im Alltag notwendig. Sitzt Du viel im Beruf und sind die Beine kaum gefordert, solltest Du einen Ausgleich finden.

Oftmals reicht es schon, einfach vermehrt Spaziergänge zu unternehmen und lieber die Treppen zu Fuß zu gehen, als den Lift zu nehmen. Ob Sport für Dich in Frage kommt, musst Du zuvor mit Deinem Arzt abklären. Bei einer Herzschwäche ist eine intensive sportliche Betätigung kontraproduktiv und stellt eine Gefahr dar. Lasse es daher zunächst lieber etwas ruhiger angehen und wirke mit sanften Bewegungen den Schwellungen entgegen.

Medikamente

Als weitere Maßnahme könnte Dein Arzt gerinnungshemmende oder andere Venenmittel verschreiben, mit denen weitere Risiken reduziert werden. Die Medikamente sollten jedoch keine Dauerlösung darstellen und besser ist es, wenn Du selbstständig auf einen gesunden Lebensstil wert legst, um die Venen und das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.

Geschwollene Beine therapieren und lindern

Stellst Du unregelmäßig Schwellungen in den Beinen fest, muss dies noch kein Grund zur Sorge sein. Meist sind ungefährliche Ursachen dafür verantwortlich, wie etwa ein langes Stehen oder eine ungewohnte Belastung.

Treten die Schwellungen jedoch häufiger auf und besteht kein offensichtlicher Grund dafür, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Nur dort lässt sich abklären, wie gefährlich Dein Leiden ist und ob die Ödeme ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Sind Beine und Füße geschwollen, hilft vor allem das Hochlegen der Gliedmaße in der Nacht. Die Lymphödeme gehen zurück und am nächsten Morgen wirst Du ohne die Beschwerden aufwachen. Bei anhaltenden Schwellungen ist der Arzt aber der richtige Ansprechpartner.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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