BettenBoxspringbettBoxspringbett oder Wasserbett - Welches System schneidet besser ab?

Boxspringbett oder Wasserbett – Welches System schneidet besser ab?

In den meisten Schlafzimmern in Deutschland ist weiterhin das Bett mit Lattenrost populär. Doch es gibt auch andere Bettentypen, die sich so langsam durchsetzen. Soll es etwas außergewöhnlicher sein, stehen viele Käufer vor der Wahl, ob es ein Boxspringbett oder ein Wasserbett sein soll.

Doch worin liegen die Unterschiede dieser Systeme und welcher Typ ist für Dich besser geeignet?

In diesem Artikel nehme ich einen Vergleich vor und beschreibe die einzelnen Eigenschaften der jeweiligen Betten.

Was zeichnet das Boxspringbett aus?

Zunächst sollst Du erfahren, was eigentlich das Besondere am Boxspringbett[1] ist. In den letzten Jahren hat diese Art des Bettes geradezu einen Hype ausgelöst. Standardmäßig wird dieses Bett in den U.S.A. und Skandinavien verwendet. Der Trend ist jetzt auch in Deutschland angekommen. Doch wobei handelt es sich bei diesem Bett?

Der hohe Schlafkomfort, der vom Boxspringbett versprochen wird, wird vor allem aufgrund seines Aufbaus erreicht. Denn das Boxspringbett kommt ganz ohne Lattenrost aus. Statt des Lattenrosts werden verschiedene Systeme aufeinander abgestimmt und aufgebaut. Mit diesen wird ein einzigartiges Liegegefühl erreicht.

Die Basis dieses Bettes stellt die namensgebende Boxspring dar. Dabei handelt es sich um ein Gestell, welches aus einem Holzrahmen gefertigt wird und einen Federkern beinhaltet. Der Kern wird entweder in der Form der Bonellfedern oder Taschenfedern angefertigt. Die Box steht aber nicht direkt auf dem Boden, sondern auf Füßen. Somit wird eine Luftzirkulation ermöglicht, was besonders für Allergiker von Vorteil ist. Denn der Schweiß sammelt sich nicht in der Matratze, sondern an die Umgebung abgegeben.

Auf der Box liegt die Matratze. Hierbei handelt es sich um eine Matratze, die ebenfalls mit Federn ausgestattet ist. Die Federn nehmen das Gewicht gleichmäßig über die gesamte Fläche auf. Dadurch werden der Rücken oder die Wirbelsäule nicht punktuell belastet.

Der Topper stellt den Abschluss des Systems dar. Durch das Zusammenspiel der Elemente ist das Boxspringbett genau auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten. Das Liegegefühl wird als wesentlich besser, als im Vergleich zum Bett mit Lattenrost wahrgenommen.

Das Wasserbett vorgestellt

Wenn es um die Komplexität geht, ist das Boxspringbett etwas vielschichtiger aufgebaut als das Bett mit Lattenrost. Das Wasserbett hingegen stellt eine völlig neue Dimension der Komplexität auf. Denn hierbei handelt es sich nicht einfach um eine Matratze, welche mit Wasser gefüllt wird. Moderne Wasserbetten besitzen vielfältige Eigenschaften und einen komplizierten Aufbau. Unterschieden werden hierbei die Systeme des Hardside und Softside[2].

Klassischerweise waren vor allem Hardside Wasserbetten verbreitet. Die mit Wasser gefüllte Matratze wird bei dieser Variante von einem Rahmen umgeben. Die Liegefläche reicht deshalb direkt bis zum Bettrahmen. Allerdings sind größere Höhendifferenzen möglich – zum Beispiel beim Ausstieg. Diese Varianten sind zudem sehr schwer und können nur schlecht bewegt werden.

Daher hat sich immer mehr die Alternative der Softside Wasserbetten durchgesetzt. Ein Schaumstoffrahmen umhüllt bei dieser Variante die Matratze und ermöglicht ein besseres Aufstehen aus dem Bett. Die Softside Matratze kann zudem in herkömmlichen Betten nachgerüstet werden, weshalb teilweise kein neuer Rahmen angeschafft werden muss.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Unterschiede, die sich mit der Anzahl an Kernen befassen und der Bewegung des Wassers. So lässt sich bestimmen, wie ruhig das Wasser liegen und wie stark es nachgeben soll.

Vergleich der Charakteristika

In Grundzügen wurden nun beschrieben, wie das Boxspringbett und das Wasserbett aufgebaut sind. Doch welche Unterschiede ergeben sich jetzt konkret beim Vergleich dieser Typen?

Liegekomfort

Boxspringbett oder Wasserbett - Liegekomfort
Das Boxspringbett passt sich der Körperkontur optimal an.

Wenn es um den Kauf eines Bettes geht, ist der Schlafkomfort das wohl wichtigste Kriterium. Schließlich sollst Du bequem liegen und keine Schmerzen am Morgen spüren.

Das amerikanische Boxspringbett bietet den Vorteil, dass das Gewicht über die gesamte Fläche über die Federn verteilt wird. Dadurch werden nicht etwa einzelne Wirbel oder Areale des Körpers einer größeren Belastung ausgesetzt. Zudem kannst Du sehr genau die Liegeeigenschaften beeinflussen. Über die Matratze und den Topper lässt sich präzise der Härtegrad bestimmen und durch moderne Materialien passen diese sich hervorragend der Körperkontur an.

Beim Wasserbett wird das Gewicht ebenfalls gleichmäßig verteilt. Denn das Wasser passt sich der Körperkontur an und so kommt es nicht vor, dass Du nur mit einzelnen Körperteilen die Matratze berührst. Egal ob Du auf der Seite oder dem Rücken schläfst, das Wasser ist flexibel und reagiert auf Deinen Körper. Als nachteilig wird jedoch das Verhalten beschrieben, wenn Du die Schlafposition wechselst. Denn Du sinkst etwas tiefer in das Wasserbett ein, was im ersten Moment etwas ungewohnt sein könnte.

Für unruhige Nächte ist das Boxspringbett also wesentlich besser geeignet. Ansonsten passen sich aber beide Modelle der Körperkontur hervorragend an und verhindern, dass nur einzelne Körperteile belastet werden.

Luftzirkulation

Die Luftzirkulation ist neben dem reinen Liegekomfort der wohl zweitwichtigste Faktor, wenn es um die Betrachtung der Betten geht. Denn von der Luftzirkulation hängt ab, wie gut das Bett für Allergiker geeignet ist und ob Du dazu neigen wirst, stärker zu schwitzen.

Das Wasserbett bietet ein in sich geschlossenes System. Unterhalb der Matratze besteht kein Freiraum mehr und dadurch ist die Atmungsaktivität beeinträchtigt[3]. Für Allergiker positiv ist dennoch, dass das Wasserbett den Milben keinen Lebensraum bietet. Wer allerdings schnell dazu neigt zu schwitzen, wird feststellen, dass die Feuchtigkeit ironischerweise beim Wasserbett nur schwer abtransportiert wird.

Das Boxspringbett ist hier deutlich im Vorteil. Es ist unten offen gestaltet, sodass die Luft sowohl von oben als auch unten an die Matratze gelangt. Dadurch wird die Feuchtigkeit besser abgesondert. Die Matratze speichert die Feuchtigkeit nicht, sondern gibt sie an die Umgebungsluft ab. Von Zeit zu Zeit kann es aber vorteilhaft sein, die Matratze zu wenden. Beim Boxspringbett mit Bettkasten muss Du allerdings beachten, dass hier die Luftzirkulation deutlich eingeschränkt ist. Es kommt also auch hier auf die Ausführung an.

Für Allergiker[4] mag das Wasserbett vorteilhaft sein. Wenn es aber um das allgemeine Klima geht, schlägt sich das Boxspringbett wesentlich besser.

Liegecharakteristik

Jeder der mal auf einem Wasserbett gelegen hat, wird das einzigartige Liegegefühl bestätigen. Das Wasser kann mit seinen sanften Bewegungen einen Entspannungseffekt hervorrufen. Je nach Aufbau des Wasserbettes lassen sich diese Bewegungen verstärken oder hemmen.

Das Boxspringbett grenzt sich vom Bett mit Lattenrost ebenfalls ab. Bei stärkeren Bewegungen wippt das Bett ganz leicht mit, falls es sich um eine Bonellfederkernmatratze handelt. Eine Variante mit Tonnentaschenfederkern nimmt das Gewicht punktuell auf und passt sich flexibel Deinem Rücken an, ohne die Bewegungen über die Fläche zu übertragen. Damit wird auch dem Boxspringbett ein einzigartiges Liegegefühl zugesprochen.

Welche Variante besser abschneidet, ist letztlich Geschmackssache. Manche Personen werden auf die leichten Wellenbewegungen des Wasserbetts nicht mehr verzichten können, während andere Personen dies als große Einschränkung beschreiben würden.

Langlebigkeit

Das Bett wird mit dem Ziel angeschafft, es möglichst lange zu benutzen. Schließlich ist damit nicht nur die finanzielle Investition verbunden, sondern es muss auch der Aufwand für den Aufbau mitbeachtet werden.

Beim Wasserbett wird davon ausgegangen, dass Du es für ca. 10 Jahre nutzen kannst. Bei Problemen kann es jedoch dazu kommen, dass es undicht wird. Damit gehen die positiven Eigenschaften verloren und das Wasserbett kann kaum mehr genutzt werden.

Das Boxspringbett ist etwas langlebiger. Das Untergestell und die Matratze können für bis zu durchschnittlich 20 Jahre[5] eingesetzt werden. Lediglich der Topper ist empfindlicher. Ein Austausch ist aber schnell vollzogen und der Topper relativ kostengünstig. Insbesondere wenn die Gewichtsbelastung nicht zu hoch ist, kannst Du das Boxspringbett für lange Zeit nutzen.

Kosten

Die Anschaffungskosten liegen bei beiden System über einem gewöhnlichen Bett mit Lattenrost. Je nach genauem Modell fangen die gängigen Betten bei ca. 1.000€ an und können bei Premiumausführungen auch bis zu 3.000 kosten. Dies ist zum Beispiel schnell der Fall, wenn ein elektrisches Boxspringbett angeschafft wird, welches über verstellbare Elemente verfügt.

Beim Wasserbett müssen noch die laufenden Kosten für die Heizung mitbedacht werden. Im Groben liegen aber das Boxspringbett und das Wasserbett auf einem Preisniveau.

Boxspringbett oder Wasserbett – Was ist besser für Dich geeignet

Der hier gezeigte Vergleich macht deutlich, dass das Boxspringbett in fast allen Punkten besser abschneidet, als das Wasserbett. Der Liegekomfort ist etwa gleich hoch, wenn nicht sogar besser und die Luftzirkulation stellt einen großen Vorteil dar.

Das Wasserbett ist demnach vor allem für Personen geeignet, die das einzigartige Schlafgefühl nutzen wollen. Wer aber lediglich ein besonders hochwertige Bett möchte, wird beim Boxspringbett besser aufgehoben sein. [6] [7]

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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