Ist es besser bei Nackenschmerzen mit oder ohne Kissen zu schlafen?

Wachst Du morgens mit Schmerzen im Nacken auf, kann dies an einem ungünstigen Kissen liegen. Meist weist es nicht die richtige Höhe für Deine Schlafposition auf, sodass die Halswirbelsäule die Nacht in einer unnatürlichen Lage verbringt. Die Muskulatur muss aktiv daran arbeiten den Kopf zu stabilisieren und erhält nicht die gewünschte Erholung.

Bist Du es leid mit den Nackenschmerzen nach dem Schlafen aufzuwachen, könntest Du auf die Idee kommen, ohne Kissen zu schlafen. Doch ist dies wirklich vorteilhaft und eine sinnvolle Maßnahme für Dich?

Wodurch entstehen die Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen stellen für viele Personen einen ständigen Begleiter im Alltag dar. Meist werden die Beschwerden von einer ungünstigen Arbeitshaltung und einem Bewegungsmangel ausgelöst. Am Schreibtisch wird der Kopf zum Monitor geschoben und eine ungleichmäßige Belastung der Muskulatur tritt auf. Leidest Du durchgängig unter Nackenschmerzen, ist nicht zwingend das Kissen dafür verantwortlich.

Anders sieht es aus, falls die Schmerzen ausschließlich nach dem Schlafen auftreten. Du verbringst viele Stunden im Bett und eigentlich sollte diese Zeit eine Erholung für Dich und Deinen Körper darstellen. Verwendest Du ein Kissen, welches nicht auf Dein Schlafverhalten abgestimmt ist, ist das Auftreten von Nackenschmerzen zu erwarten.

Nackenschmerzen am Morgen

Beschwerden im Nackenbereich haben viele Ursachen. Treten die Schmerzen ausschließlich nach dem Schlafen auf, ist das Kissen wahrscheinlich einer der Hauptauslöser.

Ein häufiger Grund ist, dass das Kissen in der Seitenposition zu niedrig ist. Schläfst Du in der Seitenlage, ist der Abstand des Kopfes zur Matratze relativ groß. Um den Kopf zu unterstützen, ist ein höheres Kissen notwendig. Hierfür gibt es spezielle Seitenschläferkissen, die neben der Höhe auch so geformt sind, dass sie die Schlafposition stabilisieren. Sie besitzen häufig Aussparungen an den Rändern, wo Du die Arme ablegen kannst und diese dadurch nicht unkomfortabel unter dem Körper liegen.

Es ist auch möglich, dass das Kissen aus einem eher unbequemen Material besteht. Ein Daunenkissen mag sich zwar flauschig und komfortabel anfühlen, für Deine Halswirbelsäule stellt es jedoch eine größere Belastung dar. Denn Dein Kopf erhält kaum eine Unterstützung[1], sodass die Muskulatur vermehrt aktiv werden muss, um diesem Umstand entgegenzuwirken.

Das Kissen kann also durchaus für Nackenschmerzen nach dem Schlafen verantwortlich sein. Daher achte auf eine passende Höhe und wähle lieber ein Nackenstützkissen, welches mit einem Gedächtnisschaum ausgestattet ist. Dadurch sollten die Beschwerden deutlich zurückgehen und Du nimmst eine gesündere Schlafposition ein.

Wann es sinnvoll ist bei Nackenschmerzen auf das Kissen zu verzichten

Anstatt ein neues Kissen zu verwenden, könntest Du auch auf die Idee kommen ganz auf das Kissen zu verzichten. In bestimmten Fällen ist dies nicht zu empfehlen. Schläfst Du in der Seitenlage, ist das Verwenden eines Kissens notwendig, um eine ausreichende Unterstützung zu gewährleisten. Ohne Kissen würde der Kopf seitlich abklappen und die Beschwerden verstärken.

Schläfst Du hingegen auf dem Rücken oder dem Bauch, ist es möglich auch ohne Kissen die Nacht zu verbringen. Insbesondere in der Bauchlage wird ohnehin nur ein sehr flaches Kissen empfohlen. In der Rückenlage besteht hingegen die Gefahr, dass nur der Hinterkopf auf der Matratze liegt und der Nacken in der Luft hängt.

Passende Matratze

Nicht nur das Kissen sollte auf Deine Nackenbeschwerden abgestimmt sein. Auch die Matratze beeinflusst die Gesundheit Deiner Halswirbelsäule und sollte zu Deinem Schlafverhalten passen.

Möchtest Du auf dem Rücken ohne das Kissen schlafen, ist hierfür die Verwendung einer orthopädischen Matratze nützlich. Diese verfügt über verschiedene Liegezonen, sodass Du eine natürlichere Haltung einnimmst. Die einzelnen Liegezonen besitzen einen individuellen Härtegrad, sodass etwa der Kopf und die Schulterpartie besser von der Matratze aufgenommen werden.

Wesentlich ist, dass Du auch ohne das Kissen eine möglichst natürliche Haltung der Wirbelsäule bewahrst. Kopf, Schultern und Rücken sollten auf einer Ebene liegen. Von der Seite betrachtet sieht es so aus, als würden alle Körperteile sich auf einer Linie befinden. Ist dies sichergestellt und Du spürst am Morgen weder Nackenbeschwerden oder Kopfschmerzen, könnte es sich durchaus lohnen auf das Kissen zu verzichten.

Ohne Kissen gegen die Nackenschmerzen

Wachst Du morgens mit Nackenschmerzen auf, ist es zunächst eine gute Idee, die Tauglichkeit des Kissens zu überprüfen. Wahrscheinlich weist es nicht die richtige Höhe auf und bietet nicht die Unterstützung, die Deine Halswirbelsäule benötigt. Danach ist die Anschaffung eines Memory Foam Kissens oder ein vergleichbares Modell für Deinen Nacken empfehlenswert.

Schläfst Du auf dem Rücken oder Bauch, kannst Du auch ausprobieren, ob es sich ganz ohne Kissen besser anfühlt. Gehen die Beschwerden zurück, ist dies denkbare Lösung. In den meisten Fällen ist es jedoch gesünder, wenn Du lieber ein Kissen wählst, welches genau zu Deinem Körper und Deinem Schlafverhalten passt. Dann ist eine Entlastung der Halswirbelsäule[2] garantiert und die Muskulatur entspannt sich. Schmerzen gehen zurück und Du stehst morgens mit einem guten Gefühl auf.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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