Dein Baby schnarcht? – Das steckt dahinter

Das Schnarchen tritt nicht nur bei Erwachsenen auf. Auch Babys können im Schlaf die lauten Geräusche von sich geben. Was eigentlich süß erscheint, kann bei anhaltenden Beschwerden jedoch ein Hinweis darauf sein, dass die Atmung erschwert ist. Auch der Schlaf ist bei einem starken Schnarchen des Babys beeinträchtigt. Womöglich wacht es häufiger auf, ist müde und gereizter.

Wie gefährlich ist das Schnarchen Deines Babys und wann solltest Du einen Arzt aufsuchen?

Erfahre, ob es normal ist, wenn Dein Baby schnarcht und was Du dagegen unternehmen kannst. Denn in den meisten Fällen ist es völlig harmlos.

Dein Baby schnarcht – Mögliche Ursachen

Triffst Du Dich häufiger mit anderen Mamas und berichten diese, dass Ihr Baby fast den gesamten Tag schläft? Tritt bei Ihren Neugeborenen kein Schnarchen auf und die Nächte stellen kaum ein Problem dar?

Dann solltest Du Dich davon nicht verunsichern lassen, wenn dies bei Deinem Baby etwas anders ist. Jedes Kind ist individuell und die Entwicklung des Schlafes verläuft unterschiedlich. Da ist es vollkommen normal, wenn Dein Neugeborenes viel schläft, aber mehrmals in der Nacht wach wird.

Schnarcht Dein Baby, solltest Du Dir keinen zu großen Druck auferlegen. Achte auf eine gesunde Schlafumgebung und in den meisten Fällen wird dieses Verhalten wieder von allein verschwinden.

Die folgenden Ursachen können zum Schnarchen bei Deinem Baby führen. Treten die Beschwerden für längere Zeit auf, dann versuche anhand der folgenden Symptome herauszufinden, weshalb dies der Fall ist. Daraufhin ist eine genauere Behandlung möglich, um die Nacht wieder ohne das Schnarchen zu verbringen.

Beeinträchtigte Atemwege

Bei Erwachsenen ist der Grund für das Schnarchen meist in der Anatomie begründet. Das Gaumensegel entspannt sich und liegt beim Rückenschlaf im Rachen. Dadurch ist die Atmung erschwert und die lästigen Geräusche entstehen.

Babys schnarchen ebenfalls häufig aufgrund anatomischer Gegebenheiten. Bei Ihnen ist jedoch nicht das Gaumensegel dafür verantwortlich, sondern eine unterentwickelte Schleimhautfalte im Rachen. Diese ist bei Babys noch weniger ausgeprägt. Erst im Laufe des Wachstums weiten sich die Atemwege. Während der ersten Woche und Monate ist es daher nicht ungewöhnlich, dass Dein Baby schnarcht. Die Atemwege sind eng und durch die Vibrationen gerät das Gewebe in Schwingungen.

Tritt das Schnarchen auf, wenn Dein Baby schon wenige Monate alt ist, kann dies an einem Infekt liegen. Leidet es unter einem Schnupfen, sind die Schleimhäute erweitert und das Atmen fällt schwer. Die verstopfte Nase fördert die Atmung über den Mund und damit das Schnarchen. Achte darauf, dass die Luftfeuchtigkeit für Dein Baby ausreichend hoch ist. Ist es zu trocken, überwinden Viren und Bakterien leichter das Immunsystem. Gerade im Winter solltest Du darauf achten ausreichend zu lüften und ein geeignetes Raumklima schaffen.

Bei diesen Beschwerden legt sich das Schnarchen meist von allein. Die Erkältung ist überwunden und die Atemwege weiten sich im Verlaufe der Zeit. Bist Du Dir unsicher, dann nimm die Geräusche mit Deinem Smartphone auf. Dadurch kann Dein Kinderarzt besser einschätzen, ob das Schnarchen gefährlich ist.

Vergrößerte Mandeln

Nicht nur bei Babys, sondern auch bei Kindern kann das Schnarchen auftreten. Liegt keine Infektion vor und treten die Beschwerden neu auf, kann dies im Zusammenhang mit den Mandeln stehen.

Vergrößern sich die Gaumen- oder Rachenmandeln, beeinträchtigt dies die oberen Atemwege. Ursächlich hierfür sind meist Entzündungen, die zu dem Anschwellen führen.

Die Mandeln besitzen eine hohe Bedeutung für das Immunsystem. Sie sind dafür zuständig Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren. Kinder sind im jungen Alter einigen Bakterien und Viren ausgesetzt, die für das Immunsystem noch unbekannt sind. Gerade im Kontakt mit anderen Kindern im Kindergarten muss das Immunsystem auf Hochtouren arbeiten.

Daher leiden Kinder häufiger unter angeschwollenen Mandeln. Diese stellen während des Tages kaum eine Beeinträchtigung dar. Am Abend, wenn die Schlafenszeit näher rückt, führen die vergrößerten Mandeln jedoch zu Beschwerden. Die Muskulatur entspannt und dadurch blockieren die Mandeln stärker die Atemwege.

Meist legt sich dieses Problem wieder von allein. Das Immunsystem lernt mit den Krankheitserregern umzugehen und die Mandeln bilden sich auf die Normalgröße zurück.

Schlaf-Apnoe beim Baby

Baby Schlaf-Apnoe
Selbst Babys können unter Atemaussetzern in der Nacht leiden

Bei der Schlaf-Apnoe kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern. Diese sind auf eine erschlaffte Rachenmuskulatur zurückzuführen, welche die Atemwege blockieren. Glaubst Du, dass die Schlaf-Apnoe ausschließlich bei Erwachsenen auftritt?

Auch Babys und Kleinkinder können von der Schlaf-Apnoe betroffen sein. Die Atemaussetzer führen dazu, dass tiefer Luft geholt wird, um den Sauerstoffbedarf zu decken. In manchen Fällen kann dies auch zu einem Aufschrecken im Schlaf führen. Mitunter ist Dein Kind am nächsten Morgen weniger ausgeruht und neigt zu einer Unkonzentriertheit.

Die Ursachen der Schlaf-Apnoe sind bei Babys und Kinder vielfältiger als bei Erwachsenen. Es könnten die bereits angesprochenen Mandeln sein, die vergrößert sind. Stellen diese eine zu hohe Beeinträchtigung dar, hilft nur eine operative Entfernung. Wurde dieser Eingriff vor wenigen Jahrzehnten noch relativ häufig vorgenommen, ist dies heutzutage wesentlich restriktiver. Eine Entfernung wird also nur vorgenommen, wenn dies zu deutlichen Schlafstörungen führt.

Eine andere Ursache könnte in der Kieferstellung Deines Kindes liegen. In diesem Fall helfen eine Zahnspange oder Schienen, um die Fehlstellung zu korrigieren und die Atmung zu erleichtern.

Wie wirkt sich das Schnarchen auf den Schlaf aus?

Der Schlaf ist für Dein Baby immens wichtig. Bis zu 18 Stunden am Tag verbringt es in Ruhe und verarbeitet dort die gewonnenen Erfahrungen des Tages. Ist der Schlaf beeinträchtigt, hat dies Folgen für die Entwicklung und das Wohlbefinden Deines Babys.

Ist das Schnarchen so intensiv, dass dadurch der Schlaf gestört wird, geht dies mit den üblichen Folgen eines Schlafmangels einher. Bei Deinem Baby bemerkst Du dies, indem es viel gereizter wirkt. Es schreit häufiger, verliert den Appetit und lässt sich kaum beruhigen.

Dein Baby leidet unter einer höheren Müdigkeit, hat aber Probleme damit für längere Zeit durchzuschlafen. Dies stellt auch für Dich eine höhere Belastung dar, sodass sowohl Eltern als auch Neugeborenes von dem Stress betroffen sind.

Mitunter können die Auswirkungen so intensiv sein, dass die Entwicklung Deines Babys verzögert ist. Es lernt erst später sich von der Bauchlage auf den Rücken zu drehen und es dauert länger, bis ein gewöhnlicher Schlafrhythmus gefunden wird.

Nimmst Du diese Verhaltensweisen wahr, solltest Du dringend am Schlafverhalten arbeiten und auch das Schnarchen untersuchen.

Was kannst Du gegen das Schnarchen unternehmen?

Führt das Schnarchen zu spürbaren Schlafstörungen, bieten sich die folgenden Maßnahmen an, um die Atmung zu verbessern und den Schlaf zu fördern. Mit etwas Geduld geht auch das Schnarchen Deines Babys zurück, ohne dass die Gesundheit in Gefahr ist.

Schlafposition verändern

Eigentlich wird Babys empfohlen noch ganz ohne Kopfkissen oder Decke zu schlafen. Lediglich ein Lagerungskissen ist sinnvoll, um einem Plattkopf vorzubeugen.

Um die Atmung zu erleichtern und den Abfluss einer verstopften Nase zu verbessern, ist eine leicht erhöhte Kopfposition von Vorteil. Hierfür kannst Du ein flaches Keilkissen verwenden. Geht das Schnarchen zurück, lasse Dein Baby wieder möglichst flach liegen, damit die Wirbelsäule ihre natürliche Haltung behält.

Angenehmeres Schlafklima

Schlafklima - Baby
Achte auf eine angenehme Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um das Schnarchen zu reduzieren

Beuge Erkältungen vor und entlaste die Atemwege, indem Du ein optimales Schlafklima erzeugst. Die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu trocken sein. Gerade im Winter bietet es sich bei der trockenen Heizungsluft an, mit Wasser gefüllt Schälchen aufzustellen. Auch Pflanzen im Schlafzimmer erhöhen die Luftfeuchtigkeit und unterstützen das Immunsystem.

Schlafrituale und Entspannung

Damit Dein Baby nicht mehr unter dem Schlafmangel leidet, sind Einschlafrituale sinnvoll. Das Vorlesen eines Buches oder sanfte Schlaflieder helfen Deinem Baby sich zu beruhigen. Dadurch nimmt es das Schnarchen weniger intensiv wahr und findet leichter in den Schlaf.

Bei diesen Symptomen solltest Du den Arzt aufsuchen

Falls Dein Baby schnarcht, ist dies noch nicht zwingend für einen Besuch des Kinderarztes. Oft liegen nur temporäre Gründe vor, weshalb die nächtlichen Geräusche auftreten.

Schnarcht Dein Baby in Verbindung mit den folgenden Symptomen, ist jedoch der Arztbesuch sinnvoll. Dann ist eine tiefergehende Untersuchung ratsam, um weitere Erkrankungen auszuschließen und den Schlaf zu fördern.

Große Müdigkeit
Starkes Schwitzen in der Nacht
Körperliche Entwicklung ist verzögert
Kopfschmerzen
Atemaussetzer, die länger als eine Sekunde anhalten

Dein Baby schnarcht – Wie gefährlich ist es?

Du hast nun die Gründe erfahren, weshalb Dein Baby in der Nacht schnarcht. Für gewöhnlich ist das Schnarchen unbedenklich. Es tritt meist in Zusammenhang mit einer Erkältung oder den noch engen Atemwegen im Säuglingsalter auf.

Meist legt sich das Schnarchen von selber und stellt keine weitere Beeinträchtigung dar. Erst wenn Dein Baby schnarcht und es deutlich unter einer Müdigkeit und einem schlechten Wohlbefinden leidet, solltest Du den Arzt aufsuchen. Direkt in Panik verfallen musst Du jedoch nicht, wenn Dein Baby schnarcht.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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