Falls Dein Baby im Familienbett schläft, mag dies zwar für Dich ganz angenehm sein Dein Baby so nah wie möglich zu haben. Doch irgendwann möchtest Du wieder mehr Zweisamkeit mit Deinem Partner genießen. Schläft Dein Baby nur im gemeinsamen Bett fällt es schwer es an die eigene Wiege oder das Kinderbett zu gewöhnen.

Um den Umzug so leicht wie möglich zu gestalten, sollte frühzeitig der Wechsel in das eigene Bett stattfinden. Die Trennung fällt weder Eltern noch Baby leicht. Gerade für Dein Neugeborenes treten Verlustängste auf und es sucht die Geborgenheit der Bezugspersonen.

Wie Du es dennoch schaffst Dein Baby ans eigene Bett zu gewöhnen, erfährst Du in diesem Ratgeber. Verfolge die Tipps und Dein Baby wird sich wohl in der neuen Schlafumgebung fühlen und ebenso einen erholsamen Schlaf erhalten.

Die Schlafsituation des Babys

In den Anfangsmonaten ist es nicht ungewöhnlich, dass das Baby mit den Eltern gemeinsam schläft. Es benötigt viel Aufmerksamkeit und die Nähe vermittelt die dringend notwendige Geborgenheit.

Gemeinsam mit den Eltern sollte es jedoch nicht im Bett schlafen. Die Gefahr ist zu groß, dass der noch fragile Körper im Schlaf verletzt wird. Eine unachtsame Bewegung der Eltern im Schlaf reicht aus, um dem Neugeborenen schwer zu schaden.

Bei den meisten Eltern befindet sich die Kinderwiege direkt neben dem Bett. Dies erleichtert die Arbeit, wenn das Baby während der Nacht gestillt oder die Windel gewechselt werden muss.

Eine erste Form der Gewöhnung an das eigene Bett besteht darin, dass Du Dein Baby nicht bei jedem Schrei direkt auf den Arm nimmst. Manchmal ist schon ausreichend, wenn Du mit beruhigender Stimme einwirkst. Auch ein leichter Körperkontakt sorgt häufig für Ruhe.

Wann sollte Dein Baby sich an das eigene Bett gewöhnen?

Kinderwiege neben Bett
In den ersten Monaten wird die Kinderwiege noch nah am Bett stehen, damit Dein Baby beruhigt schläft

Die Entwicklung des Babys ist höchst individuell. Generell solltest Du immer auf die Bedürfnisse Deines Nachwuchses eingehen und diese berücksichtigen. Eine feste Regel, wann ein Baby im eigenen Bett und Zimmer schlafen sollte gibt es also nicht.

In den ersten Monaten ist der Schlaf noch sehr unruhig. Dein Baby schläft zwar viel, doch die Nacht ist unterbrochen von zahlreichen Störungen. Es fängt unvermittelt an zu schreien. Nicht immer ist offensichtlich, was es eigentlich möchte. Verlangt es nach der Flasche oder wurde es im Schlaf einfach nur aufgeschreckt?

Während der ersten Lebensmonate ist es vorteilhaft, wenn das Baby im elterlichen Schlafzimmer die Nacht verbringt. Du hast es mehr unter Kontrolle und kannst direkt reagieren, wenn etwas nicht stimmen sollte.

Nach den ersten 6 Monaten zeigen sich deutliche Verbesserungen des Schlafes. Dein Baby hat sich einen festeren Rhythmus angewöhnt und schläft die Nacht weitestgehend durch. Ist dies bei Dir der Fall und Du hast das Glück, dass Dein Baby sich eher ruhig verhält, dann kann in diesem Zeitabschnitt der Umzug in das eigene Zimmer stattfinden.

Je länger Dein Baby ganz nah bei Dir schläft, desto schwerer fällt später der Wechsel der Schlafumgebung. Zwar zeigen Studien, dass Kinder keinen Schaden dadurch nehmen, dass Sie auch noch im Kleinkindalter bei den Eltern schlafen, doch für die elterliche Zweisamkeit stellt dies eine höhere Belastung dar.

Daher ist es ratsam das Baby so früh wie möglich an das eigene Bett zu gewöhnen. Dadurch lernt es auch losgelöst von den Eltern die Nacht ruhig zu verbringen und ist nicht auf die ständige Nähe angewiesen.

Weshalb fällt der Schlaf im eigenen Bett schwer?

Als Erwachsener ist das eigene Bett Deine kleine Wohlfühloase. Nach einem anstrengendem Tag kommst Du nach Hause und genießt es im Schlafzimmer zur Ruhe zu kommen. Das Bett wird als positiver Rückzugsort wahrgenommen.

Für Babys besteht dieses positive Gefühl nicht. Der Umzug ist häufig mit einigem Widerstand verbunden. Es wird die Nähe zu den Eltern gesucht und die Trennung während der Nacht fällt schwer. Weshalb treten diese Schwierigkeiten auf?

Der Hauptgrund liegt in der Suche nach Geborgenheit. Babys sind noch klein und verwundbar. In der Natur ist die Nähe zu den Eltern überlebenswichtig. Würden Sie sich fernab der Erwachsenen befinden, sind Sie den Angreifern schutzlos ausgeliefert.

Diese natürlichen Instinkte bestehen selbst heute in der modernen Gesellschaft. Obwohl es objektiv keine Gefahr für das Baby im eigenen Zimmer gibt, ist es sich dessen nicht bewusst. Es muss erst lernen, dass die neue Schlafumgebung sicher ist und einen entspannten Schlaf gewährleistet.

Gewöhnst Du Dein Baby an das eigene Bett erfordert dies viel Verständnis und Geduld. Schließlich hat es einen Grund, weshalb die Nähe zu den Eltern gesucht wird.

Wege, um die Gewöhnung zu erleichtern

Die Schlafenszeit ist eine sehr sensible Phase. Einschlafrituale helfen Deinem Baby sich auf den Schlaf vorzubereiten. Geeignet sind dafür das Vorlesen eines ruhigen Buches oder das Lauschen eines Hörspiels.

An diese Schlafrituale sollte Dein Baby bereits in seiner ursprünglichen Schlafumgebung herangeführt werden. Dies fördert den Schlaf und das Durchschlafen gelingt insgesamt leichter. Wichtig ist, dass Du diese Gewohnheiten jede Nacht durchführst. Dadurch erhält Dein Baby die benötigte Regelmäßigkeit und findet leichter in den Schlaf.

Nun steht der eigentliche Umzug in das eigene Bett an. Dies sollte nicht von jetzt auf gleich erfolgen, sondern Etappenweise. Hast Du das Kinderzimmer eingerichtet und das Bett steht bereit, dann lasse Dein Baby dort zunächst während des Tages schlafen. Die Nacht wird noch zu verängstigend sein, sodass es kaum erfolgversprechend ist, wenn Du Dein Baby die Nacht durchschlafen lassen möchtest.

Wohlfühlatmosphäre schaffen

Baby - wohlfühlen
Dein Baby sollte sich im eigenen Bett wohlfühlen

Damit Dein Baby das neue Bett annimmt, muss es sich darin wohlfühlen. Entscheidend dafür ist die gesamte Atmosphäre im Kinderzimmer. Es sollte kindgerecht eingerichtet sein und zur Entspannung einladen. Kuscheltiere und die Lieblingshelden an der Wand können dazu beitragen. Lege jedoch nicht zu viele Kuscheltiere in das erste Bett, da diese die Gefahr des plötzlichen Kindstodes erhöhen. Sicherer ist es, wenn das Bett möglichst minimalistisch und einfacher gehalten ist.

Während der Gewöhnungsphase sollte Dein Baby für einen immer längeren Zeitraum im neuen Bett verbleiben. Wird der Mittagsschlaf problemlos dort verlebt und ist dafür nicht mehr die Nähe der Eltern nötig, können auch Versuche für die Nacht unternommen werden.

Sicherheit vermitteln

Die Nacht kann für Babys und Kinder bedrohlich wirken. Sie verfügen über eine sprießende Fantasie und in der Dunkelheit wirkt das Kinderzimmer gleich viel bedrohlicher. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen und die Angst zu nehmen ist ein Nachtlicht für Kinder wunderbar geeignet. Dieses leuchtet schwach und gewährt eine höhere Sicherheit, falls Dein Kind selbstständig das Bett verlässt. Fällt das Einschlafen noch schwer, ist auch ein Nachtlicht mit Sternenhimmel eine nette Alternative.

Gewöhnst Du Dein Baby bereits an das eigene Bett, besteht die Gefahr, dass es aus diesem fallen könnte. Babys bewegen sich im Schlaf noch sehr intensiv und verfügen nicht über den natürlichen Schutzinstinkt, der Sie vor dem Herausfallen bewahrt. Daher sollten die eigenen Nächte, je nach Alter, in einem Gitterbett oder einem Kinderbett mit Rausfallschutz stattfinden. Jugendbetten sind für Babys und Kleinkinder nicht geeignet. Für Sicherheit und gleichzeitig Beruhigung sorgt das Schaukelbett. Mit sanften Bewegungen vermittelt dieses Bett ein Gefühl der Geborgenheit und verhilft Deinem Baby eher zum Schlaf.

Anzuraten ist zudem das Aufstellen eines Babyphones. Moderne Varianten zeichnen nicht nur den Ton auf, sondern zeigen Dir auch ein Bild an. So hast Du immer im Blick, ob es Deinem Baby im eigenen Zimmer gut geht.

Die passende Schlafumgebung

Schlafumgebung - Baby
Halte die Schlafumgebung lieber minimalistisch und verzichte auf Kuscheltiere

Damit die Gewöhnung an das eigene Bett für Dein Baby leichter fällt, ist die Gestaltung des Bettes wichtig. Es sollte über eine Babymatratze oder eine geeignete Kinderbettmatratze verfügen. Dadurch entlastest Du den Rücken und der Schlaf ist wesentlich erholsamer.

Wie bereits beschrieben ist es ratsam das Bett eher simpel zu halten. Eine Decke, Kopfkissen oder Kuscheltiere sind wirklich notwendig und können eine Gesundheitsgefahr darstellen. Fühlt sich Dein Baby in dieser neuen Umgebung nicht wohl und schreckt es von lauten Geräuschen auf, dann könntest Du das weiße Rauschen ausprobieren. Diese gleichmäßige Geräuschkulisse wirkt beruhigend und verhindert, dass Dein Baby ständig aufgeweckt wird.

Dein Baby langsam an das Bett gewöhnen

Befolgst Du diese Tipps, wird es Deinem Baby oder Kind wesentlich leichter fallen im eigenen Bett die Nacht zu verbringen. Sei Dir bewusst, dass jedes Kind anders ist. Es gibt keine feste Grenze, ab wann der Schlaf im eigenen Zimmer stattfinden muss. Zu Beginn ist es hilfreich Dein Baby während des Tages an das Bett zu gewöhnen. Danach könnte eine langsame Umgewöhnung stattfinden, sodass die Schlafdauer im eigenen Bett Schritt für Schritt erhöht wird.

Schaffe eine Umgebung, in welcher sich Dein Baby sicher aufgehoben fühlt. Falls es schreit, schaue nach was Deinem Baby fehlt, aber nimm es nicht gleich auf den Arm. Rede lieber ruhig zu und es wird sich vielleicht von allein beruhigen.

Mit viel Geduld und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse wird die Umgewöhnung stressfrei verlaufen. Dann wird Dein Nachwuchs das Kinderzimmer lieben lernen und gar nicht mehr woanders schlafen wollen.