RatgeberWelche Aufstehhilfen für das Bett gibt es?

Welche Aufstehhilfen für das Bett gibt es?

Im fortgeschrittenen Alter lässt die Mobilität nach. Die Gelenke schmerzen bei jeder Bewegung und die Kraft ist nicht mehr ausreichend, um uneingeschränkt den Alltag zu bewältigen.

Besonders betroffen sind pflegebedürftige Personen. Diese sind auf Hilfsmittel angewiesen, um sich ein Maximum an Selbstständigkeit zu bewahren. Andernfalls wären Sie auf die Hilfe von Dritten angewiesen und könnten nicht mehr eigenständig leben.

Besonders das Bett stellt eine große Herausforderung dar. Pflegebedürftige Personen fällt es schwer dort einzusteigen, aber auch wieder aufzustehen. Eine Aufstehhilfe ist daher das richtige Mittel, um eigenständig das Bett zu verlassen oder zumindest die Pflege zu erleichtern.

Welche Aufstehhilfen gibt es und mit welchen Kosten sind diese verbunden?

Was ist eine Aufstehhilfe für das Bett?

Für Senioren und pflegebedürftige Personen ist es wichtig, nicht ständig auf Hilfe angewiesen zu sein. Zu einem menschenwürdigem Leben gehört es, sich eigenständig zu bewegen.

Herkömmliche Betten sind nicht auf die besonderen Bedürfnisse von älteren Personen abgestimmt[1]. Sie sind zu niedrig und das Aufstehen stellt eine große Herausforderung dar.

Im Alter lässt die Mobilität deutlich nach. Senioren und pflegebedürftige Personen sind nicht mehr in der Lage sich in einem einfachen Bett selbstständig aufzurichten. Die Gelenke geben die Mobilität nicht her und die Kraft ist nicht ausreichend.

Daher ist eine Aufstehhilfe notwendig, die im oder am Bett angebracht wird. Dadurch ist ein selbstständiges Aufrichten möglich und das Aufstehen gelingt leichter. Schmerzen lassen nach und Senioren erhalten ein Stück der verlorenen Lebensqualität zurück.

Vorteile der Aufstehhilfen

Welcher Nutzen ist mit einer Bettaufstehhilfe verbunden und für wen eignen sich solche Ausführungen?

Selbstständigkeit

Für die Lebensqualität ist es auch im Alter wichtig, möglichst eigenständig den Alltag bestreiten zu können. Ist das Aufrichten im Bett allein nicht mehr möglich, bieten Hilfsmittel die notwendige Unterstützung.

Sie helfen dabei, wieder ein unabhängigeres Leben zu führen und weniger auf Dritte angewiesen zu sein. Dies stellt einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität[2] dar.

Sicherheit

Bestehen deutliche Mobilitätseinschränkungen, wird jeder Versuch des Aufstehens zu einem gesundheitlichen Risiko. Es besteht die Gefahr aus dem Bett zu fallen (PDF) [3] oder sich anderweitig Verletzungen zuzuziehen. Mitunter gelingt es nicht aufzustehen, sodass es keine Möglichkeit gibt, das Bett zu verlassen.

Die Bettaufstehhilfe gewährt für diese Situationen eine höhere Sicherheit. Mit dieser Hilfe wird das Aufstehen zu keiner Gefahr mehr und ist eigenständig möglich.

Einfachere Pflege

Je nach Ausführung stellt die Aufstehhilfe auch eine Unterstützung bei der Pflege dar. Sie hilft nicht nur dabei das Bett zu verlassen, sondern auch sich aufzurichten. So gelingt etwa die Wäsche leichter und der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen. Dies sorgt insbesondere bei Angehörigen, die für die Pflege verantwortlich sind, für eine Entlastung.

Welche unterschiedlichen Varianten gibt es?

Je nach Anforderung gibt es unterschiedliche Ausführungen, die das Aufstehen aus dem Bett erleichtern. Die folgenden Modelle sind gängig.

Trapezgriff

In den meisten Pflegebetten wird mit einem Trapezgriff gearbeitet. Diese sind standardmäßig in Krankenhausbetten angebracht und erhöhen die Mobilität im Bett.

Hierbei ist eine Stange am Kopfende des Bettes angebracht, an dessen Ende der Trapezgriff herunterhängt. Ist die Griffkraft noch ausreichend, können sich Senioren daran unterstützend hochziehen und im Bett aufrichten.

Bettleiter

Etwas einfacher als der Trapezgriff ist die Bettleiter gestaltet. Diese wird am Fußende angebracht und liegt auf der Decke. Im Bett können sich Senioren an der Leiter hochziehen und aufrichten.

Für die Anwendung ist jedoch etwas mehr Kraft und Geschicklichkeit notwendig. Dafür sind diese Ausführungen günstiger und einfacher zu befestigen.

Griffe an der Bettseite

Gelingt das eigenständige Aufrichten im Bett noch einigermaßen gut, aber das Aufstehen fällt schwer, sind festmontierte Griffe an der Bettkante hilfreich. Diese werden am Lattenrost befestigt und gewähren auch einen Schutz vor dem Herausfallen aus dem Bett. Bestehen starke Gelenkschmerzen, sodass Anlaufschwierigkeiten[4] am Morgen bestehen, sind solche Griffe eine gute Wahl.

Stange

Eine höhere Stabilität gewährt eine Stange, die über die gesamte Höhe des Zimmers geht. Diese ist vom Boden bis zur Decke festgeklemmt. Höhenverstellbare Griffe erhöhen den Komfort und sind genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person zugeschnitten. Zudem können verschiedene Hilfsmittel angebracht werden, die das Aufstehen erleichtern. Solch eine Stange gewährt eine gute Unterstützung, gilt jedoch als teurer in der Anschaffung und Montage.

Was kostet eine Aufstehhilfe?

Die Selbstständigkeit zu bewahren ist für Senioren wichtig. Doch das Budget ist meist knapp bemessen und so ist es wichtig, dass die Aufstehhilfe nicht den eigenen Kostenrahmen sprengt. Daher muss bei der Anschaffung auch der Preis berücksichtigt werden.

Bettleitern gehören zu den günstigsten Hilfsmitteln. Hierbei sind Kosten von rund 10 Euro einzuplanen.

Haltegriffe und Trapezgriffe sind mit Kosten von 30 bis 70 Euro verbunden. Teure Modelle gewähren meist eine bessere Stabilität und sind bei starken Mobilitätseinschränkungen von Vorteil.

Am teuersten sind Stangen, die vom Boden bis zur Decke angebracht werden. Diese kosten gerne mehr als 200 Euro, erweisen sich dafür aber als langlebig und sind gut auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

Kostenübernahme durch Krankenkasse oder Pflegekasse

Das Aufstehen aus dem Bett gehört zu den Grundbedürfnissen einer jeden Person. Ist die Notwendigkeit angezeigt, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder Pflegekasse möglich.

Damit die Kosten von der Krankenkasse erstattet werden, ist ein Rezept des Arztes nötig. Dieser muss den Bedarf der Aufstehhilfe bescheinigen. Anschließend ist das Rezept bei der Krankenkasse einzulösen. Diese gibt meistens eine Vorauswahl an Hilfsmitteln[5], die komplett übernommen werden.

Beseht bereits ein Pflegegrad, ist die Pflegekasse der richtige Ansprechpartner. Diese wird in den meisten Fällen die Kosten komplett übernehmen.

Somit bleiben Senioren oder Angehörige nicht auf den Kosten sitzen, sondern erhalten diese erstattet. Daher lohnt es sich frühzeitig eine entsprechende Aufstehhilfe anzuschaffen, um die Lebensqualität zu verbessern.

Mit der Bettaufstehhilfe zu mehr Selbstständigkeit

Im Alter lässt die Mobilität nach. Besonders bemerkbar macht sich dies im Bett. Das Aufstehen gelingt nur mit einem großen Aufwand und stellt ein gesundheitliches Risiko dar.

Neben der Anschaffung eines seniorengeeigneten Bettes ist auch die Anbringung einer Aufstehhilfe sinnvoll. Diese lassen sich am Bett befestigen und erleichtern das Aufrichten sowie Aufstehen.

Eine Kostenübernahme ist in der Regel von Kranken- oder Pflegekasse möglich. Somit ist eine höhere Lebensqualität auch im Alter gewährleistet, ohne hohe Investitionen tätigen zu müssen. [6] [7] [8] [9]

Referenzen

Referenzen
1 Mackay, M., & Millard, P. (2005). Trends in the use of hospital beds by older people in Australia: 1993-2002. Medical Journal of Australia182(5), 252-253. https://researchnow.flinders.edu.au/en/publications/trends-in-the-use-of-hospital-beds-by-older-people-in-australia-1
2 Martel, L., Bélanger, A., & Berthelot, J. M. (2002). Loss and recovery of independence among seniors. Health reports13(4), 35–48. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15069803/
3 https://www.cochrane.de/sites/cochrane.de/files/public/uploads/artikel/sp_sturz_0516.pdf
4 https://gelenk-klinik.de/orthopaedie-glossar/anlaufschmerzen.html
5 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/hilfsmittel.html
6 Timothy H. Monk & Daniel J. Buysse (2014) Chronotype, bed timing and total sleep time in seniors, Chronobiology International, 31:5, 655-659. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.3109/07420528.2014.885981
7 MONK, T. H., THOMPSON, W. K., BUYSSE, D. J., HALL, M., NOFZINGER, E. A., & REYNOLDS, C. F. (2006). Sleep in healthy seniors: A diary study of the relation between bedtime and the amount of sleep obtained. Journal of Sleep Research15(3), 256-260. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1365-2869.2006.00534.x
8 Stall, N. (2012). Tackling immobility in hospitalized seniors. Canadian Medical Association Journal184(15), 1666-1667. https://www.cmaj.ca/content/184/15/1666.short
9 Zimmer, Z., & Chappell, N. L. (1994). Mobility restriction and the use of devices among seniors. Journal of Aging and Health6(2), 185-208. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/089826439400600204
Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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