Wenn es um eine bequeme Schlafposition geht, scheinen die meisten Personen sich einig zu sein. Die Seitenschläferposition gilt mit Abstand am beliebtesten. Für die Bauchlage entscheiden sich hingegen nur rund 15% aller Schlafenden. Die Bauchlage scheint nicht gerade zu den Favoriten zu gehören.

Im Vergleich zur Rücken- oder Seitenlage unterscheidet sich die Bauchlage deutlich. Häufig wird ohne Kissen oder nur mit einer flachen Unterlage der Kopf gestützt. Während der Nacht wechseln Bauchschläfer zudem häufiger die Position, weshalb ein unruhiger Schlaf entsteht.

Schläfst Du selber gerne auf dem Bauch und leidest Du unter Schlafstörungen oder Rückenschmerzen? Dann solltest Du erfahren, weshalb die Bauchlage mitverantwortlich für diese Probleme sein könnte.

Welche Probleme entstehen in der Bauchlage?

Die Bauchlage gilt als die ungesündeste Position. Sie stellt eine hohe Belastung für den Rücken dar und das Atmen ist mit einer höheren Anstrengung verbunden. Aus den folgenden Gründen solltest Du es vermeiden, die Nacht auf dem Bauch zu verbringen.

Nackenschmerzen

Falls Du auf dem Bauch schläfst, ist die Gefahr gegeben, dass Du ein Kissen auswählst, welches zu hoch ist. In der Schlafposition sollten Kopf und Rücken auf der gleichen Ebene sein. Dies entspricht dem natürlichen Verlauf der Wirbelsäule und die Belastung wird gleichmäßig verteilt.

Verwendest Du auf dem Bauch schlafend ein Kissen, liegt der Kopf wahrscheinlich zu hoch. Dadurch entsteht eine höhere Anspannung und eine ungleichmäßige Belastung der Nackenmuskulatur entsteht. In der Folge ergeben sich Verspannungen und Schmerzen im Nacken.

Auch Kopfschmerzen können von der verspannten Nackenmuskulatur stammen, sodass Deine Lebensqualität beeinträchtigt ist. Auf dem Rücken zu schlafen ist wesentlich gesünder für Deinen Nacken und bewahrt Dich vor schmerzhaften Verspannungen.

Geringe Unterstützung für den Rücken

Probleme bestehen nicht nur für Deinen Nacken. Auch Dein Rücken könnte unter der Bauchlage leiden. Während der Nacht ist es nützlich, wenn die Wirbelsäule von der Matratze gestützt wird. Moderne Memory-Foam Matratzen passen sich ideal dem Rücken an und vermitteln ein Gefühl als würden sie eine Maßanfertigung für Deinen Körper sein. Kaltschaummatratzen sind etwas stabiler, geben einen besseren Halt und entlasten Deinen Rücken.

Schläfst Du hingegen auf dem Bauch, liegt die Wirbelsäule nicht auf der Matratze. Dein Bauch wird von der Matratze aufgenommen und die Unterstützung für den Rücken fehlt. Dadurch kommt es zu unnatürlichen Verformungen und die einzelnen Wirbel werden unterschiedlich belastet.

Zunächst sind Schmerzen im unteren Rücken oder dem Schulterbereich zu erwarten. Langfristig nimmt die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls zu, sodass es wesentlich gesünder ist zu lernen, auf dem Rücken zu schlafen.

Schwere Atmung

Liegst Du mit dem Bauch auf der Matratze, übt dies einen höheren Druck auf Dein Zwerchfell und die Atemmuskulatur aus. Beim Einatmen können sich diese nicht frei entfalten, sodass eine flachere Atmung erfolgt.

Der Effekt mag zwar nur gering sein, doch ist die Atmung während der gesamten Nacht beeinträchtigt, stört dies die Regenerationsfähigkeit Deines Körpers. Denn dieser benötigt jede Menge Sauerstoff, damit die erholsamen Prozesse im Schlaf optimal verlaufen.

Fällt es Dir schwer zu atmen, wirst Du morgens müder und weniger erholt sein.

Falten im Gesicht

Drückst Du Dein Kopf in der Bauchlage in die Matratze oder das Kissen, ist das für das Gesicht nicht gerade angenehm. Der Kopf wird leicht zu einer Seite gedreht und dadurch entsteht eine ungleichmäßige Belastung.

Lastet ein Teil Deines Körpergewichts auf dem Gesicht, strapaziert dies das Gewebe. Es verliert an Elastizität und der Alterungsprozess ist beschleunigt. Vor allem bei Frauen zeigen sich diese Auswirkungen relativ schnell und führen zu einer vermehrten Faltenbildung.

Unruhe im Schlaf

In der Bauchlage kommt es häufiger vor, dass der Arm unter dem Körper liegt oder ein Bein einschläft. Für die Gliedmaßen ist diese Lage wenig angenehm und im Schlaf bewegst Du Dich mehr.

Dies führt dazu, dass Positionen eingenommen werden, die noch unangenehmer sind und auf die Du gar nicht eingestellt bist. Denn schläfst Du mit einem flachen Kissen und drehst Dich unbewusst auf die Seite, liegt Dein Kopf nun wesentlich zu tief.

Auf dem Bauch zu schlafen geht mit einer größeren Unruhe einher, da Dein Körper versucht eine angenehmere Schlafposition zu finden.

Optimal auf dem Bauch schlafen

Schläfst Du auf dem Bauch, wäre es das Beste, wenn Du Dich lieber an die Rückenposition oder die Seitenposition gewöhnst. Diese sind langfristig gesünder und ermöglichen einen tieferen Schlaf. Zu Beginn fällt es natürlich schwer die Bauchlage zu verlassen, doch langfristig sind die Erfolge spürbar.

Möchtest Du weiterhin auf dem Bauch schlafen, dann solltest Du zumindest darauf achten, dass diese so angenehm wie möglich ist und keine Belastung für Deinen Körper darstellt.

Bauchschläferkissen

Das Kissen besitzt einen hohen Einfluss auf die Schlafqualität. Für Rückenschläfer ist das Nackenkissen ideal, um die Belastung zu reduzieren und der Nackenmuskulatur eine größere Erholung zu bieten.

Als Bauchschläfer kannst Du Dich entweder dazu entscheiden ganz auf das Kissen zu verzichten oder ein flaches Bauchschläferkissen zu verwenden. Diese Kissen sind speziell für die Bauchlage konzipiert und daher nicht zu hoch gestaltet. Somit liegt der Kopf weich, ohne dass eine Beeinträchtigung stattfindet.

Harte Matratze

Neben dem Kissen spielt auch die Wahl der Matratze eine große Rolle. Als Bauchschläfer ist es förderlicher, wenn Du Dich für eine harte Ausführung entscheidest. Diese besitzt den Vorteil, dass Dein Körper nicht zu tief einsinkt und dadurch die Wirbelsäule relativ gerade bleibt. Eine weiche Matratze hätte zur Folge, dass die Wirbelsäule gekrümmt wird und eine ungünstige Belastung hervorruft. Möchtest Du Deinen Rücken schonen, dann wähle eine härtere Matratze für die Bauchlage.

Die Schlafposition wechseln

Schlafposition ändern
Um Deinen Rücken zu entlasten, bietet es sich an auch mal eine Nacht in einer anderen Schlafposition zu verbringen

Im Schlaf wechselst Du die Schlafposition und es kann vorkommen, dass Du am Morgen auf der Seite oder dem Rücken aufwachst. Immer die gleiche Schlafposition beizubehalten ist nicht anzuraten. Um die Belastung gleichmäßiger zu verteilen, bietet es sich an, die Nacht auch mal auf der Seite oder dem Rücken zu verbringen. Nutze hierfür ein Seitenschläferkissen, welches sich flexibel Deiner Schlafposition anpasst. Dadurch erhältst ein besseres Gefühl und entlastest einige Muskelpartien.

Die Bauchlage für Dein Baby

Für das Baby gilt die klare Empfehlung, dass es auf dem Rücken schlafen sollte. Verbringt es die Nacht auf dem Bauch, steigt das Risiko des plötzlichen Kindstodes.

Um die Entwicklung zu fördern ist die Bauchlage für eine begrenzte Dauer aber wichtig. Auf dem Bauch lernt das Baby den Körper aufzurichten und es dient als Grundlage, um mit dem Krabbeln zu beginnen. Lege Dein Baby auf den Bauch und schaue, wie wohl es sich in dieser Position fühlt. Verlängere die Zeiten Schritt für Schritt, um die Motorik zu fördern. Damit ist in gewissen Maßen die Bauchlage für die optimale Entwicklung Deines Babys essenziell.

Die Bauchlage

Unter den gewöhnlichen Schlafposition schneidet die Bauchlage am schlechtesten ab. Sie gilt als ungesund und ruft Rücken- sowie Nackenschmerzen hervor. Die Atmung ist beeinträchtigt und der Schlaf weniger erholsam.

Aus diesen Gründen bietet es sich an die Nacht lieber auf dem Rücken oder der Seite zu verbringen. Möchtest Du dennoch die Bauchlage beibehalten, dann achte auf ein möglichst flaches Kissen und einer härteren Matratze. Dann werden die Beeinträchtigungen minimiert und Dein Schlaf könnte davon profitieren.