RatgeberAngst vorm Einschlafen - Ursachen & Behandlung

Angst vorm Einschlafen – Ursachen & Behandlung

Das Einschlafen stellt viele Personen vor eine Herausforderung. In Deutschland leiden Millionen Menschen unter Schlafstörungen.

Besonders schlimm ist es, wenn eine regelrechte Angst vorm Einschlafen besteht. Diese Angststörung wird als Hypnophobie bezeichnet. Damit ist eine Angst verbunden, die sich auf den Schlaf und das Einschlafen bezieht.

Wovor Betroffene genau Angst haben ist unterschiedlich. Während manche sich den immer gleichen Alpträumen ausgesetzt sehen, besteht bei anderen Betroffenen die Angst nicht mehr aufzuwachen.

Wie bei allen Phobien[1] geht die Hypnophobie auf eine irrationale Angst zurück. Die Gründe mögen zwar irrational sein, doch die Auswirkungen sind real. Wer Angst vor dem Einschlafen hat, kann keine Nacht mehr ruhig schlafen. Ein ständiger Schlafmangel liegt vor und die Lebensqualität nimmt deutlich ab.

Finde heraus, worauf die Angst vorm Einschlafen zurückzuführen ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Weshalb entsteht die Angst vor dem Einschlafen?

Die Angststörung kann in jedem Alter auftreten. Seien es Kinder, die die letzte Nacht einen Albtraum hatten und nun wieder die Befürchtung vor solch einer negativen Erfahrung besteht. Aber auch im Erwachsenenalter tritt die Hypnophobie auf.

Auslöser ist meist ein negatives Erlebnis, welches mit dem Schlaf verbunden ist. Anders als bei der Angst vor Spinnen oder anderen Tieren ist die Hypnophobie selten angeboren. Sie wird eher im Unterbewusstsein konditioniert und verstärkt.

Alptraum - Angststörung
Ein Alptraum kann Auslöser der Angst sein

Ursache könnte ein Alptraum sein, welcher so intensiv war, dass Betroffene nachts schweißgebadet aufgewacht sind. Die Angst vor einem erneuten Alptraum ist so groß, dass der Schlaf am liebsten ganz vermieden wird. Die negativen Gedanken festigen sich und die Angststörung tritt auf.

Erwachsene können mit diesen Erfahrungen besser umgehen als Kinder. Daher ist das Risiko für Kinder besonders hoch an der Hypnophobie zu leiden. In Verbindung mit dem Schlaf könnte auch die Angst vor der Dunkelheit eine Rolle spielen. Ist das Kinderzimmer nicht kindgerecht eingerichtet, kann sich die Angststörung manifestieren. Dann wird jeden Abend das Zubettgehen zu einem Kampf und das Kind möchte nicht einschlafen.

Für die Angst vor dem Einschlafen liegt in den meisten Fällen ein konkreter Auslöser vor. Dies kann ein Alptraum sein, aber auch eine Atemnot in der Nacht oder ein Herzrasen. Das Ereignis war so einprägsam, dass allein der Gedanke daran eine Panik auslöst. Da die Erfahrung eng mit dem Schlaf verbunden ist, tritt eine Angst vor dem Einschlafen auf.

Auswirkungen der Angst vor dem Einschlafen

Der Schlaf ist für den Menschen überlebenswichtig. Ein längerer Schlafentzug endet nicht selten im Tod. Zwar führt der mangelhafte Schlaf nicht direkt zum Tod, doch das Bewusstsein wird so stark eingeschränkt, dass Unfälle unausweichlich sind.

Für die meisten Personen gilt eine Schlafdauer von 6 bis 8 Stunden als notwendig, um die Energiereserven wieder aufzufüllen. Nur nach einem ausreichenden Schlaf fühlen Sie sich munter und können den Alltag bestreiten.

Wer unter einer Hypnophobie[2] leidet, kann eine solche Schlafdauer kaum erreichen. Pro Nacht kommen Betroffene maximal auf 5 Stunden Schlaf. Häufiger bewegen Sie sich jedoch in einem Bereich von etwa 3 Stunden Schlaf in der Nacht.

Dadurch treten die typischen Symptome einer Schlafstörung auf. Sowohl geistige als auch körperliche Fähigkeiten leiden deutlich unter dem Schlafmangel.

Es fällt schwer sich zu konzentrieren und eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Damit ist die Ausführung eines Berufes kaum mehr möglich. Auch der Stress wird unzureichend verarbeitet und eine Reizbarkeit tritt auf. Betroffene sind emotional unausgeglichen und die Müdigkeit bestimmt das Leben.

Körperlich ist zu spüren, dass das Immunsystem weniger leistungsfähig ist. Krankheiten treten häufiger auf und die Regeneration des Körpers ist eingeschränkt. Das Schmerzempfinden ist intensiver, sodass Beschwerden stärker wahrgenommen werden.

In Summe bedeutet dies, dass für Betroffene ein normales Leben nicht mehr möglich ist. Die meiste Zeit verbringen Sie zu Hause und besitzen keine Energie, um einem geregelten Tagesablauf nachzugehen.

Abgrenzung zur nächtlichen Angst

Nicht verwechselt werden darf die Angst vor dem Einschlafen mit der nächtlichen Angst. Bei letzterer treten Panikattacken im Tiefschlaf auf. Mitunter fangen Betroffene während der Attacke an zu reden oder zu schreien. Auch wird sich häufig im Bett aufgerichtet und die Arme bewegt.

Betroffen sind von diesem Nachtterror häufig Kinder. Eltern sollten in diesem Fall beruhigend einwirken. Das Singen eines Liedes oder das sanfte Reden wirken vertraut. Kinder finden wieder in den Schlaf zurück und können sich am nächsten Morgen meist nicht mehr an diese Panikattacke erinnern.

Somit ist dieses Erlebnis in dem Moment zwar angsteinflößend, es besitzt aber selten Langzeitauswirkungen. Die nächtlichen Angstattacken werden mit zunehmendem Alter weniger und es wird zum ganz normalen Schlafverhalten zurückgefunden. Damit ist es zwar eine Form der Schlafstörungen, aber klar abzugrenzen von der Hypnophobie.

Wie können Betroffene die Angst vor dem Einschlafen überwinden?

Zunächst sei gesagt, dass Leidtragende dieser Phobie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Nur mit Hilfe einer Therapie lässt sich die Angst überwinden und die Nacht wieder in Ruhe verbringen. Vorbereitend können aber auch eigenständig Maßnahmen ergriffen werden, die den Schlaf fördern.

Regeln der Schlafhygiene befolgen

Unter dem Begriff der Schlafhygiene werden einige Grundregeln zusammengefasst, die für einen besseren Schlaf sorgen. Dazu zählt, dass abends das Smartphone und die Arbeit am Computer tabu sind. Das bläuliche Licht stört die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und ruft einen höheren Wachzustand hervor.

Auch sollte das Schlafzimmer nicht als Arbeitsplatz genutzt werden. Vielmehr dient der Raum als Rückzugsort und Wohlfühloase.

Stress am Abend reduzieren

Entspannung am Abend
Mit Entspannung am Abend findest Du leichter in den Schlaf

Ebenso ist es wichtig, dass Stress vermieden wird. Stress versetzt Körper und Geist in einen Alarmzustand. Das Herz schlägt schneller und es ist kaum möglich die notwendige Ruhe zu finden.

Betroffene sollten verschiedene Techniken verwenden, um den Stress zu reduzieren. Das können zum Beispiel eine Meditation, ein warmes Fußbad oder das Lesen eines entspannten Buches sein.

Schlaftabletten meiden

Die Lösung scheinen manche Betroffene in Schlaftabletten zu finden. Während Schlaftabletten kurzzeitig das Einschlafen fördern, verbessern sie nicht die Schlafqualität. Nach der Anwendung der Schlaftabletten tritt am nächsten Morgen eine Müdigkeit[3] auf, selbst wenn eine genügende Schlafdauer erreicht wurde. Schlaftabletten können nur kurzzeitig helfen, um in den Schlaf zu finden. Die grundlegende Angst vorm Schlafen wird damit nicht gelöst.

Einschlafrituale finden

Anstatt der Einnahme von Schlaftabletten oder dem Ertränken der Angst in Alkohol, besteht ein positiver Weg zum Überwinden der Angst im Finden von Einschlafritualen. Betroffene sollten den Abend mit Entspannung und einem guten Gefühl verbringen. Negative Gedanken rücken in den Hintergrund und positive Assoziationen werden mit dem Schlaf geweckt.

Als Einschlafritual bietet sich das Hören eines ruhigen Podcasts oder eine geführte Mediation an. Diese Hilfsmittel unterstützen die innere Uhr und verbessern das Einschlafen.

Die Angst vorm Einschlafen besiegen

Wer ständig unter der Angst leidet einzuschlafen, wird kaum mehr ein normales Leben führen können. Jeden Abend tritt die Angst in den Vordergrund und verhindert den erholsamen Schlaf. Als eine Form der Schlafstörungen erhalten Leidtragende nur wenige Stunden Schlaf und haben nicht nur mit der Angst, sondern auch den Symptomen des Schlafmangels zu kämpfen.

Egal ob diese Ängste bei Kindern oder Erwachsenen auftreten. Sie sollten in jedem Fall ernst genommen werden. Eine professionelle Behandlung ist nötig, um bei der Überwindung dieser Angststörung zu helfen und einem normalen Schlafverhalten zu folgen.

Die Angst vorm Einschlafen ist eine anerkannte Angststörung und mit starken körperlichen und psychischen Beschwerden verbunden. Der Arzt ist die erste Anlaufstelle, um diese Ängste zu behandeln.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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