RatgeberAlbträume - Entstehung, Bedeutung & Behandlungsmaßnahmen

Albträume – Entstehung, Bedeutung & Behandlungsmaßnahmen

Du wachst nachts schweißgebadet auf und bist froh darüber, dass das gerade Erlebte doch nur ein Traum war. Dennoch lässt Dich dieses Gefühl nicht los und es fällt Dir schwer, wieder einzuschlafen.

Kein Wunder, denn Albträume wirken in dem Moment real und Du erkennst gar nicht, dass es nur eine fehlgeleitete Vorstellung Deines Bewusstseins ist.

Ob plötzlich ohne Hose auf der Arbeit zu erscheinen oder beim Vortrag komplett die Nerven zu verlieren. Auch Albträume über den eigenen Tod treten häufig auf und können bei einer häufigeren Wiederkehr Dir den Schlaf rauben.

Weshalb träumst Du nicht von einem schönen und entspannten Erlebnis, sondern erfährst einen Albtraum und welche Bedeutung hat dies für Deine Gesundheit?

Bedeutung des Schlafes

Der Schlaf ist essenziell für Körper und Geist. Während der Nachtruhe laufen wichtige Regenerationsprozesse ab. Du erholst Dich vom harten Alltag und Dein Unterbewusstsein verarbeitet die gewonnenen Eindrücke.

Dies zeigt sich besonders deutlich daran, dass Babys und Kleinkinder einen längeren Schlaf benötigen. Sie stehen noch am Anfang Ihrer Entwicklung und der Schlafbedarf ist dementsprechend höher.

Leidest Du unter einem Schlafmangel, äußert sich dies in unterschiedlichen Symptomen. Neben der Müdigkeit ist auch eine Verhaltensänderung zu beobachten. Du wirkst gereizter, neigst zu depressiven Verstimmungen[1] und Deine Gesundheit leidet darunter. Dies zeigt eindrücklich, wie wichtig ein gesunder Schlaf für Deine Lebensqualität und Wohlbefinden ist.

Was sind Albträume?

Während der Nacht durchläufst Du verschiedene Schlafphasen[2]. Diese unterscheiden sich primär in der Gehirnaktivität und dem Entspannungszustand.

Bedeutsam für die Erholung ist vorrangig der Tiefschlaf. Dort sinkt die Aktivität des Gehirns auf ein Minimum und Du erfährst ein Gefühl der maximalen Entspannung. Während dieser Phase verarbeitet Dein Gehirn die Erfahrungen des Tages und Hormone arbeiten auf Hochtouren, um etwa Zellen zu erneuern und den Stress zu vermindern.

Während der Tiefschlaf in jeder Nacht für mehrere Stunden andauert, ist der REM-Schlaf wesentlich kürzer. Bei dieser Schlafphase liegen schnelle Bewegungen des Auges vor. Daher leitet sich die Bezeichnung aus dem Englischen „Rapid Eye Movement“ ab.

In dieser Schlafphase steigt die Aktivität des Gehirns. Diese Aktivität führt dazu, dass Du vermehrt träumst. Nimmt die Erregung des Bewusstseins deutlich zu, kann es zu dem Phänomen der Schlafparalyse kommen, bei welchem Du zwar bei Bewusstsein, aber nicht in der Lage bist Dich zu bewegen. Glücklicherweise tritt diese Störung des Schlafes sehr selten und häufig nur einmalig auf.

Träume sind ein wichtiger Mechanismus des Gehirns, um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Im REM-Schlaf ist jedoch das Logikareal ausgeblendet, sodass die häufig völlig surrealen Vorstellungen vor Deinem geistige Auge ablaufen. Wild vermischen sich Deine Erlebnisse mit weiteren Eindrücken, etwa aus Filmen oder Büchern.

An die meisten Träume kannst Du Dich am nächsten Tag nicht mehr erinnern. Du hast sie zwar im Moment intensiv wahrgenommen, doch eine konkrete Erinnerung könnte Dir selbst direkt nach dem Aufstehen schwerfallen.

Treten häufiger negative Ereignisse in den Vordergrund, handelt es sich um einen Albtraum. Dieser äußert sich auch in körperlichen Veränderungen, wie etwa einem schnelleren Herzschlag in der Nacht und einer ausgeprägteren Schweißproduktion[3].

Nimmst Du die Albträume häufiger wahr, zählen diese zum Gebiet der Schlafstörungen. Genauer gesagt sind diese dem Teilgebiet der Parasomnie zugeordnet. Dort finden sich auch die Phänomene des Schlafwandelns und des Nachtschrecks wider.

Der Albtraum spielt sich nicht nur im Unterbewusstsein ab, sondern beeinträchtigt Dein Schlafverhalten und äußert sich in körperlichen Symptomen. Die Herz- und Atemfrequenz steigen und nicht selten führt das negative Traumerlebnis dazu, dass Du in der Nacht aufwachst.

Inhaltlich sind mit Albträumen meist Gefahren und Ängste verbunden. Diese betreffen z.B.:

Eigene Tod
Das Selbstwertgefühl
Verlustängste
Zukunftsängste

Je nach Intensität der Albträume wird eine Unterscheidung vorgenommen. Die geläufige Kategorisierung sieht wie folgt aus:

Negative Träume
Schlechte Träume ohne Erwachen
Albträume mit Erwachen
Wiederkehrende traumatische Erlebnisse im Albtraum

Während leichte negative Träume kaum Deinen Schlaf beeinflussen, sieht dies bei Albträumen deutlich anders aus. Sie führen zum Aufwachen und erzeugen einen Stress, der es Dir schwermacht wieder einzuschlafen. Somit sinkt die Schlafqualität und Du erreichst nicht Deine benötigte Schlafdauer.

Weshalb treten Albträume auf?

Im Traum verarbeitest Du Ängste, Gefühle und Erlebnisse, die Dich während des Tages beschäftigen. Während des Schlafens besteht für Deinen Geist die Möglichkeit zur Zuordnung, damit diese keine Belastung für den Alltag darstellen.

Ist Dein Alltag eher von negativen Gefühlen und Erlebnissen geprägt, führt dies vermehrt zu Albträumen. Im Tagesgeschehen bist Du in der Lage die negativen Gefühle zu unterdrücken, sodass diese nicht zum Vorschein kommen. Oder Du bist einfach zu beschäftigt, um Dich den Ängsten zu stellen, die in Deinem Unterbewusstsein schlummern.

Ängste im Schlaf
Im Schlaf äußern sich Ängste und negative Gefühle völlig ohne Hemmung

Im Schlaf fehlt dieser Kontrollmechanismus. Dort lässt Dein Gehirn den Gefühlen und Ängsten freien Lauf, ohne dass Du eine Möglichkeit hättest dagegen einzuschreiten. Dementsprechend solltest Du auf Deine inneren Bedürfnisse und Ängste achten. Versuchst Du diese zu verdrängen, tauchen diese in Form von Albträumen wieder auf.

Zudem gibt es weitere Faktoren, die die Entstehung von Albträumen begünstigen. Dazu zählen:

Unbewältigte Traumata
Hohe Stressbelastung
Ungelöste Konflikte
Kürzliche negative Erlebnisse

Dies sind alles Aspekte, die sich negativ auf Dein Wohlbefinden und die Gesundheit Deiner Psyche auswirken. Nimm Dir Zeit für Dich, hör auf Dein Inneres und versuche die negativen Gefühle zu bewältigen anstatt zu verdrängen. Dann wirst Du seltener von den wiederkehrenden Albträumen heimgesucht und kannst wieder besser schlafen.

Bei Kindern ist das gelegentliche Auftreten der Albträume[4] übrigens eine natürliche Phase der Entwicklung. Sie schrecken nachts auf und wirken desorientiert. So bedrohlich dies aussehen mag, ist dies für Dein Kind jedoch selten ein ernsthaftes Problem. Rede Deinem Kind sanft zu und versuche es zu beruhigen, ohne jedoch aufzuwecken. Dann wird es sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern und keine Beeinträchtigung des Schlafes verspüren.

Auswirkungen

Je nach Intensität der Albträume können diese einen großen Leidensdruck erzeugen. Für einen erholsamen Schlaf ist wichtig, dass die einzelnen Schlafphasen ungestört verlaufen. Erwachsene benötigen rund 6 bis 8 Stunden Ruhe in der Nacht, um morgens ausgeruht aufzustehen.

Treten bei Dir Albträume auf, kann dies mit einer Störung des REM-Schlafes einhergehen. Dies ist mit einer Beeinträchtigung der Erholung verbunden, wenn Du nachts vom Traum aufwachst. In dem Moment des Erwachens stehst Du unter hohem Stress[5] und Du spürst, wie Dein Puls schneller schlägt. Du benötigst eine gewisse Zeit, um Dich zu beruhigen und wieder in den Schlaf zu finden. Dies bedeutet, dass Dein Schlaf kürzer ausfällt und die Regeneration nicht wie gewünscht verläuft.

Treten die Albträume häufiger auf und wirst Du davon wach, geht dies mit einem Schlafmangel einher. Dieser ist gekennzeichnet von einer Tagesmüdigkeit und einem erhöhten Krankheitsrisiko. Dann sind die negativen Träume verantwortlich für Deine Schlafstörungen und bedürfen einer medizinischen Behandlung.

Wirkt der Albtraum für Dich real, könnte auch eine Angst vor dem Einschlafen auftreten. Du fürchtest Dich erneut von einem Albtraum heimgesucht zu werden, sodass Du das Schlafen am liebsten ganz vermeiden würdest. Das Tückische hierbei ist, dass die Angst die Situation nur weiter verschlimmert. Ein Teufelskreis entsteht, in welchem der entstehende Stress zu einem gehäuften Auftreten der Albträume führt und Dich stark in Deiner Lebensqualität beeinträchtigt.

Wie kannst Du Albträume loswerden?

Ein einmaliges Auftreten des Albtraums ist noch kein Grund zur Sorge. Jeder Mensch wird diese Erfahrung machen und meistens ohne Probleme überwinden.

Erlebst Du jedoch ständig diese Angstträume, leidet Deine Schlafqualität darunter deutlich. Versuche mit einfachen Hausmitteln oder in Zusammenarbeit mit Deinem Arzt die negativen Erlebnisse zu verarbeiten, sodass es Dir gelingt positiv zu träumen und angenehmer die Nacht zu verbringen.

Der Angst stellen

In Deinen Träumen äußern sich häufig unterdrückte Ängste. Die Bilder rasen vor Deinem inneren Auge und stellen eine große Belastung dar. Doch wie real ist diese Angst und ist diese wirklich so gefährlich, wie Du es Dir einbildest?

Gewisse Sorgen und Ängste sind normal. Sie stellen einen überlebenswichtigen Schutzmechanismus dar. Lähmt Dich diese Angst und beeinträchtigt Deinen Alltag, ist es hilfreich Dich dieser zu stellen.

Als Beispiel wird etwa die Spinnenphobie[6] genannt. Solch eine extreme Angst ist in Deutschland unbegründet, da die Spinnen keine Gefahr für Dich darstellen. Erscheinen die Spinnen jedoch in Deinen Albträumen, hilft eine professionelle Therapie und Aufarbeitung der Angst.

Ähnlich ist es auch mit Zukunftsängsten und Erlebnissen, die eine Belastung für Dich darstellen. Anstatt Dich damit abzufinden, ist es hilfreich Dich aktiv den Ängsten zu stellen und zu merken, dass die negative Vorstellung viel intensiver ist als die reale Erfahrung. Denn häufig malst Du Dir Szenarien aus, die nicht der Realität entsprechen und die Du im Traum als viel schlimmer wahrnimmst. Versuche daher Dich aktiv der Angst zu stellen und sie nicht mehr passiv zu unterdrücken.

Stress lindern

Dein geistiges Wohlbefinden besitzt einen ebenso großen Einfluss auf Deine Traumerlebnisse. Stress begünstigt Schlafstörungen und führt zu einem gehäuften Auftreten von Albträumen.

Am Abend ist es ratsam Dir Zeit für Dich zu nehmen und verschiedene Entspannungsstrategien durchzuführen. Geeignet ist etwa ein bekömmlicher Tee, das Lesen eines Buches oder die Meditation. Auch die Anwendung eines Fußsprudelbades oder eines Kopfmassagegerätes helfen Dir dabei nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Anspannung zu reduzieren.

Nimm Dir eine Auszeit für Dich und reduziere die Stressbelastung. Deine Gesundheit sollte es Dir Wert sein, dass Du nicht ständig unter der Anspannung stehst und auch mal Ruhephasen erhältst.

Psychotherapie

In leichteren Fällen lassen sich Albträume gut allein bewältigen. Ein gesünderer Lebensstil und weniger Stress im Alltag sind ausreichend, um positive Träume zu fördern.

Anders sieht es bei psychischen Erkrankungen und traumatischen Belastungsstörungen aus. Bist Du von einer Depression betroffen oder hast in der Vergangenheit Erfahrungen machen müssen, die sich in Form von Traumata[7] in Deinem Unterbewusstsein gefestigt haben, ist dies allein nicht mehr zu bewältigen.

Hier solltest Du Dir professionelle Hilfe suchen, um den Leidensdruck zu reduzieren. Mitunter ist auch eine begleitende medikamentöse Behandlung notwendig, um etwa die Panik zu vermindern und die negativen Situationen zu reduzieren.

Negative Erlebnisse im Schlaf verarbeiten

Der Schlaf sollte eigentliche eine Phase der Ruhe und Entspannung sein. Du erholst Dich von einem anstrengendem Tag und Dein Gehirn ist in der Lage die Erlebnisse zu verarbeiten.

Ist Dein Alltag geprägt von negativen Emotionen, Ängsten und einer hohen Stressbelastung?

Dann ist es nicht ungewöhnlich, dass diese sich in Form eines Albtraums äußern. Denn das Träumen ist wichtig, um diese Erfahrungen zu verarbeiten. Sie stellen eine gewisse Reinigung dar und helfen Deinem Bewusstsein mit dieser Belastung umzugehen.

Treten die Albträume häufiger auf, führen diese jedoch zum Gegenteil und stellen keine Verbesserung, sondern Einschränkung der Lebensqualität dar. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können von diesen Albträumen heimgesucht werden, welche deutlich den Schlaf stören.

Deine Schlafhygiene zu verbessern und einen regelmäßigen Schlafrhythmus einzuhalten, stellen erste Maßnahmen dar, um die Traumerlebnisse zum Positiven zu beeinflussen. Lege Wert auf eine gesunde Lebensführung, vermeide Stress und suche bei einem starken Leidensdruck den Arzt auf. In Verbindung mit einem Schlafforscher, geeigneten Arzneimittel und einer gesunden Schlafumgebung wirst Du es schaffen besser mit den negativen Träumen umzugehen und die Nachtruhe wieder genießen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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