Ab wann schlafen Babys durch?

Für frisch gebackene Eltern gibt es wahrscheinlich kaum etwas Schöneres in die Augen des Neugeborenen zu schauen und die Freude zu erkennen. Mindestens ein genauso gutes Gefühl ist es, wenn das eigene Baby schläft und zur Ruhe kommt. Denn genügend Schlaf erhalten die wenigsten Eltern.

Das Baby möchte während der Nacht versorgt werden und verfügt noch nicht über einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus. Es verlangt nach Milch und manchmal fühlt es sich einfach unwohl und möchte in den Arm genommen werden.

Dies stellt mit der Zeit selbst die geduldigsten Eltern auf die Probe. Soll der Stress aufgearbeitet und eine erholsame Nacht stattfinden, ist dies nur möglich, wenn das Baby selber die Nacht durchschläft. Doch ab welchem Alter ist zu erwarten, dass das Baby die gesamte Nacht schläft und wie können Eltern zu diesem Schlafverhalten beitragen?

Der besondere Schlaf der Babys

Als Elternteil kann es manchmal besorgniserregend sein, wenn das eigene Baby fast den gesamten Tag verschläft. Doch dieses Schlafverhalten ist an sich völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. In den ersten Wochen wacht das Neugeborene eigentlich nur auf, um Nahrung zu sich zu nehmen. Danach wird weitergeschlafen und sich ausgeruht.

Babys verschlafen den Tag

Neugeborene schlafen bis zu 18 Stunden am Tag. Sie besitzen noch keinen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus und wachen nachts häufiger auf, um gestillt zu werden.

Der hohe Schlafbedarf entsteht nicht ohne Grund. Denn gerade in den ersten Wochen schreitet die Entwicklung rasant voran. Das Baby wächst und lernt langsam mit der Umgebung zu interagieren. Alles wirkt neu und die ganzen Eindrücke müssen verarbeitet werden. Für den noch kleinen Körper ist dies eine hohe Anstrengung und der Schlaf[1] ist eine wichtige Phase der Regeneration.

Babys verfügen zudem noch über keinen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus. Sie schlafen, wenn sie sich müde fühlen und verlangen nach einer Mahlzeit, wenn sie hungrig sind. Dies kann zu völlig unterschiedlichen Zeiten geschehen und dazu führen, dass auch während der Nacht das Geschrei groß ist.

Einen konstanten Tag-Nacht-Rhythmus erlernen

Baby - Schlafrhythmus
Babys verfügen noch über keinen konstanten Schlafrhythmus

Obwohl das Neugeborene kaum über eine eigene innere Uhr verfügt, können Eltern zu einem gewissen Rhythmus beitragen. Damit das Baby während der Nacht durchschläft, muss ein konstanter Tagesablauf beibehalten werden. An diesem orientiert sich das Baby und weiß instinktiv, wann die Nachtruhe hereinbricht. Dann wird es in diesem Zeitraum ruhiger und weniger nach der Aufmerksamkeit der Eltern verlangen.

Zum geregelten Tagesablauf gehört, dass die Eltern die Aktivitäten zu ungefähr immer den gleichen Zeiten durchführen. Dies fängt morgens mit dem Aufwachen und der ersten Mahlzeit an und setzt sich über den Spaziergang sowie dem Bad fort.

Der feste Tagesablauf

Mit einem festen Tagesablauf gibst Du Deinem Baby eine Struktur und es gewöhnt sich den Tag-Nacht-Rhythmus an.

Am Abend helfen Einschlafrituale zu signalisieren, dass nun die Nachtruhe hereinbricht. Zu Anfang kann das Baby damit kaum etwas anfangen, doch es wird schon bald verstehen, wie das Einschlafritual[2] zu deuten ist.

Wichtig ist, dass dieser Rhythmus am Wochenende beibehalten wird. Die Aufstehzeiten sollten nicht abweichen und die sonstigen Aktivitäten ungefähr im gewöhnlichen Zeitfenster liegen.

Wacht das Baby dennoch während der Nacht auf, gilt es Ruhe zu bewahren. Eltern sollten mit einer leisen Stimme das Baby beruhigen und keinesfalls anfangen zu spielen oder andere „aufregende“ Dinge veranstalten. Dadurch fällt es dem Neugeborenen nur noch schwerer sich wieder auf den Schlaf vorzubereiten.

Die kindliche Entwicklung

Als Elternteil besteht die Möglichkeit positiv auf das Schlafverhalten des Babys einzuwirken. Dennoch sind dabei keine Wunder zu erwarten und es muss die gewöhnliche Entwicklung berücksichtigt werden.

Danach besteht die Erfahrung, dass Babys ab dem 6. Monat langsam anfangen einen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln. Erst dann lernen Sie den Unterschied zwischen Tag und Nacht kennen, das Verhalten verändert sich dementsprechend.

Dies heißt aber noch lange nicht, dass Babys dann jede Nacht ruhig durchschlafen[3]. Sie werden zwar weniger aktiv und insgesamt vermehrt schlafen, doch es ist vollkommen normal, wenn sie noch mehrmals aufwachen.

Gründe hierfür sind etwa das eigene Hungergefühl, weil die Windel gewechselt werden muss oder die Nähe zu den Eltern gesucht wird. Diese Bedürfnisse sollten Eltern keinesfalls ignorieren, sondern sich derer annehmen.

Ab dem 3. Lebensjahr

Erst ab dem 3. Lebensjahr schlafen die meisten Kleinkinder die Nacht durch. Im jüngeren Alter wachen Sie noch häufiger auf, um gefüttert zu werden oder weil Sie Angst haben allein im Kinderzimmer die Nacht zu verbringen.

Ab etwa dem 3. Lebensjahr ist zu erwarten, dass das Kleinkind nun die Nacht durchschläft. Der Schlafbedarf liegt hierbei noch bei rund 12 Stunden[4], wobei sich dies noch auf den Mittagsschlaf verteilen könnte.

Als Elternteil ist es zu erwarten, dass die ersten Jahre der eigene Schlaf kaum reibungsfrei abläuft. Babys verlangen nach Aufmerksamkeit und obwohl sie die meiste Zeit des Tages schlafen, wird die Nacht mehrmals unterbrochen.

Tipps, damit Dein Baby besser durchschläft

Die folgenden Tipps stellen eine gute Grundlage dar, damit Dein Baby sich während der Nacht wohlfühlt und nicht mehr alle paar Stunden aufwacht. Dann profitiert nicht nur der Schlaf des Neugeborenen, sondern auch der Eltern.

Geregelte Essenszeiten

Der Tagesablauf basiert zu einem Großteil darauf, zu welchen Zeiten die Mahlzeiten eingenommen werden. Der Tag beginnt mit dem Frühstück und endet mit der letzten Mahlzeit. Diesen Rhythmus beizubehalten, ist für die innere Uhr nicht nur für das Baby von Bedeutung. Auch für Erwachsene stellen die Mahlzeiten eine wichtige Orientierung dar und sind hilfreich, um etwa einen Jet-Lag zu überstehen.

Geborgener Schlafplatz

Für einen erholsamen Schlaf sollte sich das Baby wohlfühlen. Dabei ist jedoch von einem Schlafplatz abzuraten, welcher etwa mit Kuscheltieren vollgestopft ist. Diese vermindern die Luftzirkulation und stehen im Verdacht mitverantwortlich für den plötzlichen Kindstod[5] zu sein.

Angenehme Schlafumgebung

Schaffe eine sichere und komfortable Schlafumgebung für Dein Baby. Dann fühlt es sich wohl und wird eher durchschlafen.

Damit das Baby zur Ruhe kommt, ist Bewegung nützlich. In einer Hängewiege oder einem Schaukelbett werden die langsamen Bewegungen auf das Baby übertragen, sodass es sich wohlfühlt. Nicht ohne Grund schlafen einige Babys liebend gerne im Auto und kommen erst mit diesen Vibrationen so richtig zur Ruhe.

Auch ein Babynest hilft, damit das Neugeborene sich geborgen fühlt. Es hilft beim Temperaturausgleich und vermittelt ein Gefühl der Nähe. Dadurch fühlen sich Babys weniger verängstigt und verlangen nicht nach den Eltern.

Einschlafrituale

Kind - Einschlafritual
Das Vorlesen ist ein wunderbares Einschlafritual und bereitet Dein Baby auf die Nacht vor

Um die Nachtruhe einzuläuten, bietet es sich an bestimmte Rituale einzuführen. Dies kann etwa das Singen oder leichte Summen eines Kinderliedes sein. Auch das Vorlesen erweist sich als nettes Ritual, um Zeit mit dem Baby zu verbringen. Selbst wenn es die Geschichten noch nicht versteht, wird es diese gemeinsame Zeit genießen und ganz nebenbei auch die Sprachfähigkeiten durch das Zuhören verbessern.

Vermieden werden sollte jedoch das aufgeregte Spielen. Wenige Stunden vor dem Schlafengehen steht die Entspannung im Vordergrund und dass das Baby sich auf die Nacht vorbereitet.

Nachts beruhigend einwirken

Schreit das Baby nachts, sollten Eltern die Ruhe bewahren. Besteht ein Hungergefühl[6] oder ist die Windel nass? Dann sollten diese Bedürfnisse erfüllt werden.

Nicht immer ist es jedoch notwendig das Baby direkt aus der Kinderwiege zu heben. Oftmals reicht es schon mit sanfter Stimme einzureden und zu signalisieren, dass das Baby in Sicherheit ist. Wird das Baby direkt bei jedem Schreien auf den Arm genommen, könnte es sich daran gewöhnen und nur noch auf dem Arm einschlafen.

Verwende zudem ein freundliches Nachtlicht für Kinder, um nicht die volle Beleuchtung einschalten zu müssen. Das Zimmer sollte während Nacht abgedunkelt bleiben, um den Schlaf nicht zu stören.

Dem Baby beim Durchschlafen helfen

Schlaf wird in den ersten Monaten für die Eltern während der Nacht Mangelware sein. Es muss sich daran gewöhnt werden, dass das Baby mehrmals in der Nacht aufschreit und gefüttert werden möchte oder die Windel gewechselt werden muss.

Erst ab dem 6. Lebensmonat ist zu erwarten, dass die nächtlichen Störungen zurückgehen. Hierfür ist es ratsam, als Elternteil einen festen Tages- und Nachtrhythmus beizubehalten. Dadurch fällt es dem Baby deutlich leichter eine innere Uhr zu entwickeln und dieser zu folgen.

Ab dem 3. Lebensjahr kann das Kleinkind Nächte auch mal komplett durchschlafen und Eltern finden wieder zu mehr Schlaf. Durch die Anwendung der hier präsentierten Tipps werden die Nächte sowohl für die Babys als auch Eltern angenehmer sein.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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