Ab wann können Kinder eine Bettdecke verwenden?

Für Dein Neugeborenes möchtest Du nur das Beste. Dazu gehört in Deinen Augen auch, dass sich eine kuschelige Decke in der Kinderwiege befindet. Schließlich trägt diese zum Schlaf bei und Dein Baby wird sich in dieser Umgebung viel wohler fühlen.

Ganz so trivial ist es allerdings nicht. Du solltest es vermeiden das erste kleine Kinderbett mit Kissen oder Decken auszustatten. Diese stellen ein Gesundheitsrisiko dar und tragen nicht wie gewünscht zum Schlaf bei.

Ab wann ist die Decke für Dein Baby sicher und wie sehen geeignete Modelle aus? Erfahre, wie Du den Schlaf Deines Babys sicher und komfortabel gestaltest.

Die Gefahren der Bettdecke für Dein Baby

Als Erwachsener ist es vollkommen normal eine Bettdecke zu verwenden. Sei es, weil eine Kuschelbettwäsche ein angenehmes Gefühl vermittelt und für Gemütlichkeit sorgt oder weil eine dickere Decke im Winter warmhält. Auch im Sommer kommt eine dünnere Steppdecke zum Einsatz, damit Du Dich geborgen fühlst.

Doch beim Baby musst Du vorsichtiger vorgehen. Es ist noch sehr empfindlich und kann sich an die Veränderungen der Umgebung nur schlecht anpassen. Dabei ist zum Beispiel die Temperaturregulierung zu erwähnen. Babys sind der Umgebungstemperatur schutzlos ausgesetzt und ein Überhitzen stellt eine große Gefahr dar. Dies ist ein Aspekt, weshalb die Decke in der Kinderwiege nichts verloren hat.

Plötzlicher Kindstod

Plötzlicher Kindstod - Wiege
Um die Gefahr des plötzlichen Kindstodes zu reduzieren, sollte die Wiege so minimalistisch wie möglich gehalten sein

Eine weitaus größere und ernstzunehmende Gefahr geht vom plötzlichen Kindstod aus. Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt, doch es bestehen einige Hinweise, dass eine Einschränkung der Atmung[1] für den plötzlichen Kindstod verantwortlich ist.

Bedeckt die Atemwege

Eine Decke stellt für Babys während der ersten Monate eine Bedrohung dar. Legt sich die Decke über die Atemwege, sind Babys nicht dazu fähig diese eigenständig wegzuschieben. Der Erstickungstod droht.

Die Decke stellt hierbei eine große Gefahrenquelle dar. Insbesondere wenn diese dicker ist, fällt es Deinem Baby schwer diese vom eigenen Kopf wegzuführen. Ist die Decke zu groß, bedeckt sie womöglich teilweise oder komplett den Mund. Dies führt nicht unmittelbar zum Ersticken, erschwert jedoch die Atmung und den Luftaustausch. Diese Faktoren tragen zum plötzlichen Kindstod bei und müssen in jedem Fall berücksichtigt werden.

Aus demselben Grund ist auch auf das Kopfkissen und Stofftiere weitestgehend zu verzichten. Diese schränken ebenso die Luftzirkulation ein und verschlechtern die Atemluft. Als Ausnahme gilt dabei ein Lagerungskissen für Dein Baby. Mit diesem lässt sich ein Plattkopf verhindern, sodass dieses als gesundheitlich förderlich wahrgenommen wird.

Überhitzung

Dein Baby soll nicht frieren, sondern in einer gemütlichen Umgebung schlafen. Die Decke soll Deiner Meinung nach dazu beitragen und das Wohlbefinden steigern.

Doch Babys sind kaum in der Lage den warmen Temperaturen zu widerstehen. Ihr Körper ist noch kaum in der Lage die Wärme abzutransportieren.

Daher besteht bei der Decke die Gefahr, dass es Deinem Baby zu warm[2] wird. Die Überwärmung kann lebensbedrohlich sein und gilt es dringend zu vermeiden. Ist das Zimmer Deines Babys ohnehin etwas wärmer, ist eine Decke definitiv nicht notwendig.

Die optimale Schlafumgebung im 1. Lebensjahr

Wie sieht nun die Schlafumgebung Deines Babys aus, wenn diese nicht aus einem Kopfkissen und einer Decke besteht? Kann es sich trotzdem in der Kinderwiege wohlfühlen und entspannt die Nacht verbringen?

Als komfortable Alternative wird ein Babyschlafsack empfohlen. Dieser liegt eng am Körper, besitzt aber eine Länge, die verhindert, dass die Atmung des Babys beeinträchtigt wird. Der Schlafsack sollte immer etwas kürzer sein, sodass ein Ersticken unmöglich wird.

Zudem sollte der Schlafsack eng am Körper liegen. Der Kopf darf nicht hindurchpassen, sodass selbst bei einem größeren Modell das Baby nicht einfach hineinrutscht.

Neben dem Schlafsack gilt die Empfehlung, dass die Schlafumgebung möglichst minimalistisch gehalten sein soll. Es fällt Deinem Baby in den ersten Monaten ohnehin kaum auf, ob sich noch weitere Kuscheltiere in der Wiege befinden. Je simpler die Schlafumgebung, desto sicherer ist sie. Der Schlafsack bietet bereits eine genügende Geborgenheit, sodass sich Dein Baby ausreichend wohlfühlt.

Mit zunehmenden Alter kannst Du die Wiege etwas interessanter gestalten. Da wäre zum Beispiel ein Mobilé genannt, welches Du an der Wiege befestigen kannst. Mit diesem förderst Du die motorischen Fähigkeiten.

Ein flaches Kissen kann zum Ende des 1. Lebensjahres unter den Kopf gelegt werden. Dadurch wird die Halswirbelsäule entlastet. In diesem Zuge ist es auch wichtig, dass die Babymatratze ausreichend stabil ist und eine gute Unterstützung gewährleistet.

Schläft Dein Baby immer im Auto ein und liebt es die sanften Bewegungen? Dann solltest Du Dich enger mit der Anschaffung eines Schaukelbettes oder Federwiege auseinandersetzen. Diese Schlafstätten werden von den meisten Babys sehr wohlwollend aufgenommen und sie kommen dort zur Ruhe.

Wie sollte die Decke gestaltet sein?

Decke - Baby
Die Decke sollte für Dein Baby möglichst dünn und kompakt sein

Im ersten Lebensjahr wird geraten auf die Decke zu verzichten. Der Schlafsack stellt die bessere Schlafumgebung dar.

Ab spätestens dem dritten Lebensjahr ist die Anwendung einer Decke unproblematisch. Dein Kind kann sich besser äußern, wenn es zu warm wird und die Decke einfach bei Seite schieben. Wird der Schlafsack unbequem und ist Dein Baby schon flott auf den Beinen, kannst Du früher zur Bettdecke wechseln. Ab etwa 12 Monaten könnte eine Decke sinnvoll sein. Dennoch sollte die Decke einige Anforderungen erfüllen, um für Dein Kind geeignet zu sein.

Nicht zu dick

Die Gefahr, dass Dein Kind eher überhitzt als friert, besteht weiterhin. Begehe daher nicht den Fehler, dass Du eine dicke und kuschelige Decke wählst, weil Du eine wohlige Atmosphäre vermitteln willst. Wähle lieber eine dünnere Ausführung, welche weniger schwer ist und sich leicht handhaben lässt.

Waschbarkeit

Die Decke ist bei Babys einer hohen Belastung ausgesetzt. Die Mahlzeiten landen im Bett und auch das ein oder andere Missgeschick geschieht noch während der Nacht.

Allergiker

Leidet Dein Baby unter einer Hausstauballergie, sollte die Decke bei mindestens 60°C waschbar sein. Erst bei diesen Temperaturen werden Milben wirksam entfernt.

Um mit dieser Belastung fertig zu werden, muss die Decke bei mindestens 60°C waschbar sein. Dies ist gerade für Babys und Kleinkinder wichtig, die unter einer Hausstauballergie leiden. Nur ab diesen heißeren Temperaturen werden die Milben zuverlässig aus der Decke entfernt. Als weitere Schutzmaßnahme kannst Du Encasings verwenden, die eine sichere Barriere darstellen und den direkten Kontakt zu den Allergenen verhindern.

Schadstofffrei

Babys verbringen sehr viel Zeit mit dem Schlafen und teilweise müssen sich die Decken auch einen Geschmackstest unterziehen. Durch den engen Körperkontakt ist es zwingend notwendig, dass die Decke frei von Schadstoffen ist.

Eine Sicherheit bietet hierfür das Öko-Tex Siegel. Dieses zeigt an, ob während der Herstellung keine Schadstoffe[3] eingebracht wurden.

Die passende Bettdecke für Dein Baby

Für einen sicheren Schlaf solltest Du auf eine Bettdecke in der Wiege verzichten. Dein Baby ist in einem Schlafsack besser aufgehoben. Eine Decke erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstodes und könnte die Atmung beeinträchtigen.

Ab einem Alter von 12 Monaten ist es möglich eine kleine und leichte Decke zu verwenden. Auch hier gilt, dass Du die Gefahr einer Überhitzung ernst nehmen musst.

Ab dem dritten Lebensjahr ist die Verwendung einer geeigneten Bettdecke in der Regel unproblematisch. Für das erste kleine Kinderbett ist eine Decke sicherlich eine gute Wahl, um eine angenehme Nacht zu bieten.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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